Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen geben im Mittagshandel einen Teil ihrer Gewinne wieder ab, liegen jedoch weiterhin in der Gewinnzone. Sie können von der Hoffnung auf einen erfolgreichen EU-Gipfel profitieren. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 0,37 Prozent auf 2.365,43 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 0,31 Prozent auf 2.330,57 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren ebenfalls im Plus.
Die Euro-Staaten wollen einem Medienbericht zufolge die Mittel zur Bewältigung der Schuldenkrise in der Eurozone deutlich aufstocken. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (Mittwoch) arbeiten die Euro-Länder kurz vor dem Beginn des Krisengipfels am Donnerstag an einer massiven Ausweitung der geplanten Rettungsschirme für strauchelnde Staaten. Wie die Wirtschaftszeitung weiter berichtet, könnten künftig sogar zwei Sicherungssysteme gleichzeitig greifen. Es werde diskutiert, den europäischen Stabilisierungsfonds EFSF weiterlaufen zu lassen, wenn Mitte 2012 der dauerhafte Euro-Rettungsschirm ESM in Kraft tritt.
Das französische Handelsbilanzdefizit hat sich im Oktober 2011 verkleinert. Dies gab die Zollbehörde heute bekannt. So verringerte sich das Defizit in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone auf 6,25 Mrd. Euro. Für September 2011 war noch ein Passivsaldo von 6,57 Mrd. Euro gemeldet worden. Bei den Unternehmen steigen die Aktien von Air France-KLM um 2,0 Prozent. Die französische Fluggesellschaft gab am Mittwoch die Fluggastzahlen für den Monat November bekannt. Demnach wurden im Berichtszeitraum insgesamt 5,867 Millionen Passagiere befördert, was einem Plus von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 5,718 Millionen Fluggästen entspricht. Der Sitzladefaktor verbesserte sich auf 79,7 Prozent, nach 79,1 Prozent im Vorjahreszeitraum. Im CAC40 liegen Alcatel-Lucent und Veolia Environnement mit Kursaufschlägen von über 3 Prozent an der Spitze. Die rote Laterne halten dagegen Carrefour mit einem Minus von 0,6 Prozent.
Die Arbeitsmarktlage in der Schweiz hat sich im November 2011 verschlechtert. So erhöhte sich die schweizerische Arbeitslosenquote auf 3,1 Prozent, nachdem sie im Vormonat lediglich bei 2,9 Prozent gelegen hatte. Von Unternehmensseite wurde bekannt, dass Basilea Pharmaceutica Joachim Blatter zum Chief Financial Officer (CFO) ernannt hat. Wie das schweizerische Biopharma-Unternehmen am Mittwoch erklärte, wird Blatter Mitte Januar 2012 als CFO und Mitglied der Geschäftsleitung zu Basilea kommen. Zusätzlich zur Leitung des Bereichs Finanzen wird er auch die Verantwortung für die Bereiche Informationstechnologie und Internal Services übernehmen. Die Basilea-Papiere legen um 0,8 Prozent zu. Der SMI wird angeführt von Transocean und Adecco mit Kursgewinnen von jeweils 2,0 Prozent. Stärkste Verlierer sind die Aktien von Credit Suisse und UBS mit Verlusten von 0,6 bzw. 0,7 Prozent.
In Amsterdam brechen die Anteilscheine von ING Groep um 5,7 Prozent ein. Der niederländische Bank- und Versicherungskonzern erwartet hohe Einmalbelastungen für das vierte Quartal. Wie aus einer Pressemitteilung des Allfinanzkonzerns hervorgeht, werde man im Schlussquartal voraussichtlich einen negativen Einmaleffekt in Höhe von 0,9 bis 1,1 Mrd. Euro verbuchen. Zuvor hatte der Finanzkonzern einige Teilbereiche der Tochtergesellschaft ING Insurance US abgeschlossen und sah sich in diesem Zusammenhang zu Wertberichtigungen im US-Geschäft mit variabel verzinsten Rentenverträgen gezwungen. Unter anderem wurden diese Anpassungen auch durch die in den letzten Jahren deutlich gestiegene Volatilität an den internationalen Kapitalmärkten verursacht, so ING weiter.
Die Industrieproduktion in Großbritannien ist im Oktober 2011 erneut zurückgegangen. So verringerte sich der Produktionsausstoß der Industrie (Verarbeitendes Gewerbe und Versorger) binnen Jahresfrist um 1,7 Prozent. Für September war ein Rückgang um 1,5 Prozent verzeichnet worden.
Die italienische Industrieproduktion hat sich im Oktober 2011 reduziert. Binnen Jahresfrist schrumpfte der Industrie-Output der viertgrößten europäischen Volkswirtschaft kalenderbereinigt um 4,2 Prozent. Für September war lediglich ein Minus von 2,7 Prozent verzeichnet worden.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.365,43 (+0,37 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.330,57 (+0,31 Prozent) FTSE 100 (London): 5.574,84 (+0,11 Prozent) CAC40 (Paris): 3.201,04 (+0,67 Prozent) MIB (Mailand): 15.843,31 (-0,03 Prozent) SMI (Zürich): 5.789,38 (+0,37 Prozent) ATX (Wien): 1.888,34 (+1,05 Prozent) (07.12.2011/ac/n/m)