Paris (aktiencheck.de AG) - An den europäischen Börsen sind heute kurz nach Handelsbeginn rote Vorzeichen auszumachen. Die Sorgen hinsichtlich eines steigenden Ölpreises lasten unverändert auf der Stimmung der Anleger. Für weitere Verstimmung sorgt auch die wieder aufgeflammte Finanzkrise in der Euro-Zone, nachdem die Ratingagentur Moody´s am Morgen die Bonität Spaniens herabgestuft hatte. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert aktuell 0,65 Prozent auf 2.916,13 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 fällt indes um 0,39 Prozent auf 2.626,92 Zähler zurück. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 gibt 0,57 Prozent ab auf 713,76 Stellen. Auch die europäischen Länderbörsen tendieren schwächer.
Die Ratingagentur Moody´s hat die Bonität des EU-Mitglieds Spanien gesenkt. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, hat die Ratingagentur das Rating des hochverschuldeten Euro-Landes von "Aa1" auf "Aa2" gesenkt. Der Ausblick wurde mit "negativ" angegeben. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem auf den hohen Finanzbedarf bei der Sanierung des maroden spanischen Bankensektors verwiesen.
Die Beschäftigungssituation in Frankreich hat sich im vierten Quartal 2010 verbessert. Dies gab die nationale Statistikbehörde INSEE am Donnerstag bekannt. So kletterte die Beschäftigtenzahl gegenüber dem Vorquartal um revidiert 37.600 (vorläufig: 35.500). Im dritten Quartal 2010 hatte die Beschäftigung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone um 22.200 zugenommen. Damit lag die Beschäftigung um 0,2 Prozent über dem Vorquartalsniveau und 0,8 Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals.
Die italienische Industrieproduktion hat sich im Januar 2011 mit abgebremstem Tempo erhöht. Laut der nationalen Statistikbehörde Istat in Rom kletterte binnen Jahresfrist der Industrie-Output der viertgrößten europäischen Volkswirtschaft kalenderbereinigt um 0,6 Prozent. Für Dezember 2010 war nur ein Plus von revidiert 5,6 (vorläufig: 5,4) Prozent verbucht worden.
Im belgischen BEL20 markieren Aktien von Delhaize mit einem Plus von 4,4 Prozent die Indexspitze. Anteile von Solvay liegen geringfügig im Plus. Zu den Verlierern zählen unter anderem Papiere von Dexia (-1,6 Prozent) und Umicore (-0,7 Prozent). Aktien der RTL Group klettern in Brüssel um 2,5 Prozent nach oben. Der Medienkonzern konnte im abgelaufenen Fiskaljahr mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg aufwarten. Als Wachstumstreiber habe sich im vergangenen Jahr die kräftige Erholung im Bereich TV-Werbung erwiesen. Für das laufende Fiskaljahr äußerte sich der Konzern trotz der positiven konjunkturellen Rahmenbedingungen weiterhin vorsichtig und gab keine konkrete Ergebnisprognose ab.
Im österreichischen ATX bewegen sich Anteile von Intercell mit einem Plus von 2,7 Prozent an der Indexspitze. Es folgen Papiere von Telekom Austria und Zumtobel mit Aufschlägen von 2,0 Prozent bzw. 1,7 Prozent. Anteile von Schoeller-Bleckmann (Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment) klettern ein halbes Prozent nach oben. Der Ölfeldservicedienstleister legte heute die endgültigen Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr 2010 vor. Das Jahresergebnis nach Steuern erreichte 27,3 Mio. Euro, nach 15,3 Mio. Euro im Vorjahr. Ursachen für die Erholung der Oilfield Service-Industrie waren der steigende Ölverbrauch auf Grund der Stabilisierung der globalen Konjunktur, die hohe Energienachfrage in den Emerging Markets sowie ein steigender Ölpreis. Der Vorstand wird für das Geschäftsjahr 2010 eine Dividendenerhöhung auf 1,00 Euro (Vorjahr: 0,50 Euro) je Aktie vorschlagen. Auf der Gegenseite verlieren Aktien von Flughafen Wien 1,2 Prozent an Wert. Dabei konnte der Konzern im Februar mit einem Passagierplus von 5,1 Prozent aufwarten. Die Flugbewegungen verzeichneten ein Plus von 1,6 Prozent. Am Indexende fallen Anteile von RHI um 3,3 Prozent zurück.
Im Schweizer SMI liegen Aktien von Julius Bär mit einem Plus von 0,6 Prozent vorn. Es folgen Anteile von Roche und Nestlé mit Aufschlägen von 0,4 Prozent bzw. 0,2 Prozent. Am unteren Ende sind Papiere der Swiss Re (-1,7 Prozent) und Anteile von Adecco (-1,6 Prozent) zu finden. Aktien von Swiss Life fallen indes um 0,6 Prozent zurück. Der Konzern meldete heute, dass er erfolgreich eine nachrangige Anleihe von 325 Mio. Schweizer Franken mit einer unbeschränkten Laufzeit platziert hat. Die Anleihe soll Swiss Life eine teilweise Refinanzierung ausstehender nachrangiger Instrumente sowie eine weitere Optimierung der Kapitalstruktur ermöglichen.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.916,13 (-0,65 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.626,92 (-0,39 Prozent) EURONEXT 100: 713,76 (-0,57 Prozent) FTSE 100 (London): 5.891,98 (-0,76 Prozent) CAC40 (Paris): 3.961,01 (-0,82 Prozent) MIB (Mailand): 22.223,12 (-0,97 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.559,50 (-0,09 Prozent) SMI (Zürich): 6.425,36 (-0,33 Prozent) ATX (Wien): 2.826,39 (-0,03 Prozent)
(10.03.2011/ac/n/m)