Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte schalten im frühen Dienstaghandel den Vorwärtsgang ein. Dabei profitieren die Indizes von der späten Erholung an der Wall Street. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 1,17 Prozent auf 2.313,22 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 0,78 Prozent auf 2.404,36 Zähler. Die europäischen Länderbörsen notieren im Plus.
Die Regierungschefs von Deutschland und Frankreich, Angela Merkel und Nicolas Sarkozy, haben am Montag in Berlin den Gipfel des Europäischen Rates am 30. Januar 2012 vorbereitet. Die deutsche Bundeskanzlerin kündigte dabei an, weiter für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer zu kämpfen. Merkel hält dabei die jüngste Initiative Frankreichs für gut. Sarkozy führte aus: "Wenn wir jetzt kein gutes Beispiel geben, wird nichts passieren." Bis März sollen die Finanzminister abschließend zu den entsprechenden Vorschlägen der Europäischen Kommission für die EU-Staaten Stellung nehmen. "Die Finanztransaktionssteuer ist die richtige Maßnahme", sagte Merkel. "Ich werde weiter dafür kämpfen." Deutschland und Frankreich wollen die Steuer möglichst in allen 27 EU-Staaten einführen, mindestens aber in der Eurozone. Daneben gaben die beiden Regierungschefs bekannt, dass sie die Rettungsinstrumente für den Euro effizienter machen wollen.
Im Blickfeld der Investoren stehen im frühen Dienstaghandel insbesondere die Anteilsscheine von Philips Electronics , die um 6,1 Prozent einbrechen. Der Technologiekonzern verlautbarte, dass eine Schwäche in Europa die Entwicklung im vierten Quartal beeinträchtigt hat. So rechnet man für das vierte Quartal 2011 mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich gegenüber dem vierten Quartal 2010. Das bereinigte EBITA (ohne restrukturierungs- und akquisitionsbedingte Sonderbelastungen) soll sich auf 8 bis 9 Prozent des Konzernumsatzes belaufen, wobei beim berichteten EBITA ein Wert zwischen 7 und 8 Prozent erwartet wird. Das berichtete Konzern-EBITA dürfte im Schlussquartal rund 500 Mio. Euro betragen. Indes wird der Free Cash Inflow auf ca. 1 Mrd. Euro geschätzt, nach 1,2 Mrd. Euro im vierten Quartal 2010. Der Barmittelbestand soll sich den Angaben zufolge zum Ende des vierten Quartals 2011 auf rund 3 Mrd. Euro belaufen. In sämtlichen Kennziffern ist das Television-Geschäft nicht berücksichtigt. Es wird als nicht fortgeführter Bereich behandelt.
Akzo Nobel verlautbarte heute, dass man die Übernahme des chinesischen Spezialtenside-Produzenten Boxing Oleochemicals abgeschlossen hat. Den Angaben zufolge handelt es sich bei Boxing Oleochemicals um ein 1993 gegründetes Unternehmen mit Sitz in der Provinz Shandong, das 2010 einen Umsatz von umgerechnet rund 100 Mio. Euro erzielt hat. Die Aktivitäten werden nun in das Surface Chemistry-Geschäft von Akzo Nobel eingebracht. Die Aktie des Chemiekonzerns verteuert sich um 2 Prozent.
Das Geschäftsklima im französischen Industrie- und Service-Sektor hat sich im Dezember 2011 verbessert. Dies gab die Banque de France (BdF) heute bekannt. So erhöhte sich der entsprechende Stimmungsindex auf 96 Punkten. Im Vormonat war lediglich ein Indexstand von 95 Punkten ausgewiesen worden. Unterdessen hat sich die französische Industrieproduktion im November 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Insee mit beschleunigtem Tempo erhöht. Demnach kletterte die Industrieproduktion gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent, während sie im Oktober nur um 0,1 Prozent gestiegen war. Im Vergleich zum Vorjahresmonat hat die Industrieproduktion um 1,1 Prozent zugelegt. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren finden sich im französischen Leitindex CAC 40 die Anteilsscheine von LVMH mit einem Zugewinn von 4 Prozent wieder, während sich die Anleger gleichzeitig bevorzugt von den Papieren von Alstom trennen, die um 3,1 Prozent nachgeben.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.313,22 (+1,17 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.404,36 (+0,78 Prozent) FTSE 100 (London): 5.662,28 (+0,89 Prozent) CAC40 (Paris): 3.165,77 (+1,22 Prozent) MIB (Mailand): 14.703,19 (+2,09 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.402,30 (+1,49 Prozent) SMI (Zürich): 6.016,97 (+0,49 Prozent) ATX (Wien): 1.868,63 (+0,75 Prozent) (10.01.2012/ac/n/m)