Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte legen im frühen Donnerstaghandel kräftig zu. Die Anleger zeigen sich sehr erfreut darüber, dass sich die EU-Staats- und Regierungschefs gestern auf umfangreiche Maßnahmen zur Eindämmung der Schuldenkrise verständigt haben. So wurde für Griechenland ein Schuldenschnitt von 50 Prozent vereinbart. Zudem wird der Umfang des Rettungsfonds EFSF auf eine Billion Euro gehebelt. Des Weiteren müssen sich die wichtigsten Banken Europas mehr als 100 Mrd. Euro an frischem Kapital besorgen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 3,89 Prozent auf 2.425,95 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 2,32 Prozent auf 2.342,13 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren im Plus.
In der Schweiz rücken ABB um 0,6 Prozent vor. Der Mischkonzern verlautbarte, dass er im dritten Quartal 2011 einen Anstieg des operativen Ertrags vor Steuern und Abschreibungen (operativer EBITDA) um 24 Prozent und ein zweistelliges Umsatzplus gegenüber dem Vorjahresquartal verzeichnet hat. Neben dem höheren Umsatz spiegelt das verbesserte EBITDA auch die erfolgreichen Kostensenkungen wider, die den Preisdruck erneut mehr als ausgleichen konnten. Das von ABB vor kurzem übernommene Unternehmen Baldor Electric trug ebenfalls wesentlich zum Umsatz und Ergebnis bei. Der Konzerngewinn belief sich auf 790 Mio. US-Dollar, nach 774 Mio. US-Dollar im dritten Quartal 2010. Der Umsatz erhöhte sich um 18 Prozent auf 9,34 Mrd. US-Dollar, wobei in Lokalwährungen ein Plus von 11 Prozent ausgewiesen wurde. Daneben meldete der Hardware-Hersteller Logitech International am späten Mittwoch, dass er im zweiten Quartal einen geringeren Gewinn erwirtschaftet hat. Der Ausblick wurde indes bestätigt. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 17 Mio. US-Dollar bzw. 10 Cents pro Aktie, nach 41 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich um 1 Prozent auf 589 Mio. US-Dollar. Für das laufende Geschäftsjahr 2012 rechnet der Konzern weiterhin mit einem Umsatz von rund 2,4 Mrd. US-Dollar, wobei das operative Ergebnis ca. 90 Mio. US-Dollar betragen dürfte. Die Bruttomarge soll bei rund 33 Prozent liegen. Die Aktie schießt um 10,5 Prozent nach oben.
Royal Dutch Shell (Royal Dutch Shell Grou a) konnte mit seinem Ausweis für das dritte Quartal überzeugen. Der größte Ölkonzern in Europa hat seinen Gewinn im dritten Quartal verdoppelt, was mit höheren Ölpreisen und neuen Projekten in Katar und Kanada zusammenhängt. Die Erwartungen der Analysten wurden geschlagen. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 6,98 Mrd. US-Dollar, im Vergleich zu 3,46 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der um Bestandswertveränderungen bereinigte Gewinn (CCS) lag bei 7,25 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 3,52 Mrd. US-Dollar). Der um Bestandswertveränderungen und Einmaleffekte bereinigte Gewinn betrug 7,00 Mrd. US-Dollar (+42 Prozent). Analysten hatten im Vorfeld einen Gewinn von 6,6 Mrd. US-Dollar erwartet. Der Umsatz des Konzerns erreichte 123,41 Mrd. US-Dollar und lag damit deutlich über dem Niveau des dritten Quartals 2010 (90,71 Mrd. US-Dollar). Die gesamte Öl- und Gasproduktion lag bei 3,01 Millionen BOE (Barrels of Oil Equivalent) pro Tag, was einem Minus von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Papier verteuert sich um 1,8 Prozent.
In Frankreich geht es für die Aktie der Telefongesellschaft France Télécom um 1,7 Prozent nach oben. Das Unternehmen musste im dritten Quartal vor dem Hintergrund von Rückgängen auf dem Heimatmarkt einen rückläufigen Gewinn ausweisen. Dagegen konnte der Energie- und Gasversorger GDF SUEZ (GDF SUEZ ) in den ersten neun Monaten Umsatz und EBITDA steigern. Der Titel rückt um 5,3 Prozent vor. Im CAC 40 werden derzeit die ersten drei Plätze der Gewinnerliste mit Crédit Agricole, BNP Paribas und Société Générale von drei Bankwerten mit Aufschlägen zwischen 11,3 und 14,8 Prozent belegt. Am Indexende notieren lediglich SUEZ Environnement im Minus.
Sony und der Telekommunikationsausrüster Ericsson (Telefonaktiebolaget LM Ericsson (B)) gaben heute bekannt, dass Sony den 50 Prozent-Anteil von Ericsson an dem Joint Venture Sony Ericsson Mobile Communications AB übernehmen wird. Damit geht der Mobiltelefonhersteller vollständig an den japanischen Konzern über. Den Angaben zufolge erhält der Ericsson-Konzern im Rahmen der Transaktion einen Betrag von 1,05 Mrd. Euro in bar. Die Aktie von Ericsson verteuert sich um 5 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.425,95 (+3,89 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.342,13 (+2,32 Prozent) FTSE 100 (London): 5.678,53 (+2,26 Prozent) CAC40 (Paris): 3.292,88 (+3,89 Prozent) MIB (Mailand): 16.717,43 (+4,02 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 9.076,10 (+2,76 Prozent) SMI (Zürich): 5.807,62 (+1,88 Prozent) ATX (Wien): 2.055,91 (+3,86 Prozent) (27.10.2011/ac/n/m)