Paris (aktiencheck.de AG) - Trotz der Abstufung der Kreditwürdigkeit von Italien durch die Ratingagentur Standard & Poor's notieren die wichtigsten europäischen Indizes im frühen Dienstaghandel im Plus. Dabei stützen Hoffnungen auf baldige Fortschritte in der Griechenland-Krise. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 0,99 Prozent auf 2.116,92 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 0,83 Prozent auf 2.134,71 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren mehrheitlich im Plus.
Ein wichtiges Thema am Markt ist heute die überraschende Abstufung des Ratings für Italien durch Standard & Poor's. Zudem ist der Ausblick negativ, womit eine weitere Absenkung droht. Damit sinkt die Kreditwürdigkeit auf "A/A-1", das ist eine Stufe schlechter als die bisherige Note "A+/A-1+". Begründet wurde diese Entscheidung mit den schwachen Wachstumsaussichten des Landes. Selbst mit dem von der Regierung um Ministerpräsident Silvio Berlusconi geplanten Sparpaket im Volumen von rund 60 Mrd. Euro seien die Finanzziele der Regierung schwer erreichbar. Zudem wurde auf die fragile Regierungskoalition in Rom verwiesen. Die Verschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone beläuft sich auf 120 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung. An den Märkten wird nun wieder zunehmend ein Übergreifen der Schuldenkrise auf andere Länder befürchtet. Unterdessen ist der Auftragseingang der italienischen Industrie nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Istat im Juli 2011 gestiegen. So erhöhte sich der Auftragseingang gegenüber dem Vormonat um 1,8 Prozent. Volkswirte hatten im Vorfeld hingegen mit einem Minus von 1,5 Prozent gerechnet. Weiteren Angaben zufolge lagen die Neuaufträge um 6,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, während die Prognose der Volkswirte auf 8,3 Prozent gelautet hatte.
Lloyds Banking (Lloyds Banking Group) verteuern sich um 1,1 Prozent. Die Bank hat Presseangaben zufolge mit dem Verkauf eines Portfolios an gewerblichen Immobilienkrediten im Wert von 1 Mrd. Britische Pfund (GBP) begonnen. Wie es heißt, beschleunigt die Bank damit ihren Prozess zur Auflösung ihres Portfolios an notleidenden Krediten im Volumen von 24 Mrd. GBP. Dabei habe die jüngste, lang ersehnte Transaktion dem Vernehmen nach das Interesse von Pensionsfonds, Private Equity-Gesellschaften und Investoren aus Übersee geweckt. Allerdings befindet sich der Verkauf den Angaben zufolge noch in einer frühen Phase. In Großbritannien rücken ferner im breiten Markt die Aktien des Kaufhausbetreibers Debenhams um 4,6 Prozent vor, nachdem das Unternehmen heute ein Trading Update für das Geschäftsjahr 2010/11 gegeben hat. Dabei zeigte sich der Konzern zufrieden mit der Geschäftsentwicklung in den letzten Wochen. So belief sich das vergleichbare Umsatzwachstum in den 52 Wochen zum 27. August 2011 auf 1,2 Prozent (inkl. Mehrwertsteuer) bzw. auf 0,3 Prozent (ohne Mehrwertsteuer). In den Wochen 44 bis 52 wurde hier ein Wachstum von 1,7 Prozent bzw. 0,4 Prozent ausgewiesen. Wie weiter mitgeteilt wurde, rechnet der Konzern für die 53 Wochen zum 3. September 2011 mit einer Bruttomarge auf bzw. leicht unter dem Vorjahreswert. Der Gewinn (Headline Profit before Tax) soll indes über der aktuellen durchschnittlichen Marktschätzung liegen.
Die Konjunkturperspektiven für die Schweiz haben sich in den letzten Monaten noch weiter eingetrübt. Dies gab das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) heute bekannt. Ausschlaggebend hierfür sind die ungünstigen außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, namentlich die ausgeprägte Abkühlung der Weltkonjunktur sowie der - auch nach Einführung der Wechselkursuntergrenze zum Euro - hoch bewertete Schweizer Franken. Die negativen Auswirkungen auf Exporte und Unternehmensinvestitionen dürften das wirtschaftliche Wachstum in der Schweiz vorübergehend stark bremsen. Alles in allem erwartet die Expertengruppe für die Schweiz eine deutliche Konjunkturdelle in den nächsten Quartalen, gefolgt von einer allmählichen Erholung im Verlauf des kommenden Jahres. Für das Gesamtjahr 2011 zeichnet sich - wegen des guten ersten Halbjahrs - noch ein ansprechendes BIP-Wachstum von 1,9 Prozent ab (bisherige Prognose 2,1 Prozent). Dagegen wird die Wachstumsprognose für 2012 (bisher 1,5 Prozent) deutlich nach unten auf nur noch 0,9 Prozent korrigiert. Eine personelle Veränderung meldet indes der Zementhersteller Holcim . So wird Bernard Fontana, derzeit CEO von Aperam , einem kürzlich von ArcelorMittal ausgegliederten Unternehmen, zum 1. Februar 2012 die CEO-Verantwortung übernehmen. Fontana tritt die Nachfolge des Ende Januar 2012 altershalber ausscheidenden CEO Markus Akermann an. Akermann (64), CEO von Holcim seit Jahresanfang 2002, wird demnach Ende Januar 2012 das Pensionsalter erreichen. Er bleibt indes Mitglied des Verwaltungsrates bis zum Ende seiner Amtsdauer im Jahr 2013. Der Titel von Holcim verteuert sich um 0,9 Prozent. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren finden sich im SMI die Papiere von Zurich Financial Services mit einem Zugewinn von 1,6 Prozent wieder, während am Indexende Actelion 0,5 Prozent an Wert verlieren.
Die schwedische Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2011 nicht so stark gewachsen wie zunächst gemeldet. So kletterte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Angaben der Statistikbehörde um 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, nachdem vorläufig noch ein Plus von 5,3 Prozent gemeldet worden war. Im Vergleich zum Vorquartal wuchs die Wirtschaftsleistung um 0,9 Prozent, gegenüber einem vorläufig ermittelten Plus von 1,0 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.116,92 (+0,99 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.134,71 (+0,83 Prozent) FTSE 100 (London): 5.300,48 (+0,78 Prozent) CAC40 (Paris): 2.962,80 (+0,78 Prozent) MIB (Mailand): 14.224,82 (+0,98 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.236,60 (-0,24 Prozent) SMI (Zürich): 5.378,13 (+0,33 Prozent) ATX (Wien): 2.023,46 (+1,13 Prozent) (20.09.2011/ac/n/m)