Paris (aktiencheck.de AG) - Nachdem die wichtigsten europäischen Indizes nach positiven US-Vorgaben und Spekulationen, nach denen China und Italien über den Kauf italienischer Staatsanleihen verhandeln, zunächst in der Gewinnzone notierten, drehten die Indizes im frühen Dienstaghandel schnell wieder in die Verlustzone. Dabei belasten erneut Sorgen um die französischen Banken. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert derzeit 1,69 Prozent auf 1.961,36 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechtert sich um 0,83 Prozent auf 2.037,93 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren mehrheitlich im Minus.
Der Immobilienmarkt in Großbritannien hat sich im August 2011 weiter abgekühlt. Dies teilte das Royal Institute of Chartered Surveyors mit. Wie heute bekannt gegeben wurde, belief sich der britische RICS-Immobilienpreissaldo auf -23 Prozent, während für Juli ein Saldo von -22 Prozent gemeldet worden war. Marktbeobachter hatten diese Entwicklung erwartet und gehen auch für die kommenden drei Monate von sinkenden Preisen aus. Eine schlechte Nachricht kommt heute aus Großbritannien. Der Öl- und Gaskonzern Cairn Energy hat heute die Ergebnisse einer Explorationsbohrung veröffentlicht. So hat man rund 294 Kilometer von Aasiaat entfernt eine Offshore-Explorationsbohrung durchgeführt. Nach Erreichen der Zielzone von 1.520 Metern Tiefe hat man jedoch keine Kohlenwasserstoffe feststellen können. Daraufhin hat man sich dazu entschlossen, das Bohrloch wieder zu verschließen. Im Rahmen einer weiteren Offshore-Bohrung im so genannten Napariaq Block rund 365 Kilometer von Aasiaat entfernt, ist man in 293 Metern Tiefe lediglich auf geringe Kohlenwasserstoff-Spuren gestoßen. Da sich in dieser Tiefe eine massive Formation von Vulkan-Gestein befindet, wird die Bohrung länger als erwartet dauern. Cairn Energy wird im Laufe des Monats ein weiteres Update zur Explorationsbohrung veröffentlichen, wenn die vorgesehene Endtiefe erreicht wird. Die Aktie bricht um 9,4 Prozent ein.
Daneben verbessern sich Mitchells & Butlers (MitchellsButlers) um 4,4 Prozent. Der Pub-Betreiber hat eine Übernahmeofferte der Piedmont Inc abgelehnt. So hatte Piedmont ein Übernahmeangebot in Höhe von 230 Pence je Aktie von Mitchells & Butler in Aussicht gestellt. Der Übernahmepreis beinhaltet dabei einen Abschlag von 2,4 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs der Aktie vom Montag. Das Board of Directors des Konzerns hat das Übernahmeangebot im Rahmen einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung einstimmig als zu niedrig zurückgewiesen und wird eine Offerte in dieser Höhe, falls diese von Piedmont vorgelegt werden sollte, nicht unterstützen.
Die französischen Verbraucherpreise sind im August 2011 nach Angaben der Statistikbehörde INSEE mit beschleunigtem Tempo angestiegen. So kletterte die Jahresteuerungsrate der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone auf 2,2 Prozent, nach 1,9 Prozent im Vormonat. Im Vormonatsvergleich zogen die Lebenshaltungskosten um 0,5 Prozent an, gegenüber einem Preisrückgang um 0,4 Prozent im Juli. Im CAC 40 notieren alle Werte in der Verlustzone. Am kleinsten fallen die Abschläge dabei bei France Télécom mit 0,3 Prozent aus, während am Indexende Société Générale und BNP Paribas um 6,5 bzw. 10,2 Prozent einbrechen.
Der Anstieg der spanischen Verbraucherpreise hat sich im August 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde INE mit abgebremstem Tempo fortgesetzt. So reduzierte sich die jährliche Inflationsrate auf 3,0 Prozent, nachdem sie im Juli noch bei 3,1 Prozent gelegen hatte. Auf Monatssicht zogen die Lebenshaltungskosten um 0,1 Prozent an, gegenüber einem Minus von 0,5 Prozent im Juli.
Philips Electronics (Philips Electronics) meldete heute im Rahmen eines Investorentages in London, dass man das Kosteneinsparziel erhöht hat. Zudem wurden die Mittelfristziele 2013 bekräftigt. Den Angaben zufolge peilt der Konzern im Rahmen seines Kostensenkungsprogramms nun ein Volumen von insgesamt 800 Mio. Euro an, nachdem bisher lediglich 500 Mio. Euro vorgesehen waren. Das Programm soll bis 2014 abgeschlossen sein. Dabei profitiert der Konzern den Angaben zufolge von einem anhaltenden Wachstum in seinen Kerngeschäftsbereichen. Darüber hinaus hält Philips trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen an seinen mittelfristigen Zielen fest. So rechnet man bis zum Jahr 2013 weiterhin mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 4 bis 6 Prozent und einer Steigerung des EBITA um 10 bis 12 Prozent. Das EBITA dürfte dabei im Segment Healthcare um 15 bis 17 Prozent, im Segment Consumer Lifestyle um 8 bis 10 Prozent sowie im Bereich Lighting ebenfalls um 8 bis 10 Prozent zulegen. Die Kennziffer ROIC soll sich indes auf 12 bis 14 Prozent belaufen. Die Aktie des Technologiekonzerns verschlechtert sich um 0,8 Prozent.
Flughafen Wien geben um 0,4 Prozent nach. Der führende österreichische Flughafenbetreiber hat die Passagierzahl im August gesteigert. So erhöhte sich die Anzahl der abgefertigten Passagiere im August 2011 im Vergleich zum August 2010 um 4,3 Prozent auf insgesamt 2.076.517 Fluggäste. Das Höchstabfluggewicht (Maximum Take Off Weight) sank dabei um 2,0 Prozent, die Flugbewegungen verzeichneten einen Rückgang von 2,6 Prozent und das Frachtaufkommen sank um 6,8 Prozent. Bei den Transferpassagieren verzeichnete der Flughafen Wien im August 2011 eine Steigerung von 9,2 Prozent gegenüber dem August 2010.
Dow Jones EURO STOXX 50: 1.961,36 (-1,69 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.037,93 (-0,83 Prozent) FTSE 100 (London): 5.087,94 (-0,81 Prozent) CAC40 (Paris): 2.792,75 (-2,17 Prozent) MIB (Mailand): 13.310,81 (-1,21 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 7.546,60 (-1,23 Prozent) SMI (Zürich): 5.311,92 (+0,17 Prozent) ATX (Wien): 1.942,84 (-1,31 Prozent) (13.09.2011/ac/n/m)