Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Börsen haben einen positiven Start in die neue Handelswoche hingelegt. Dabei beflügeln die im späten Freitaghandel positive Entwicklung an der Wall Street und die Hoffnung auf eine baldige Lösung der europäischen Schuldenkrise. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 1,40 Prozent auf 2.388,42 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 1,22 Prozent auf 2.297,97 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren im Plus.
Der Immobilienmarkt in Großbritannien hat sich im Oktober 2011 erhitzt. So kletterte der britische Rightmove-Immobilienpreisindex um 2,8 Prozent gegenüber dem Vormonatswert, nach einem Plus von 0,7 Prozent im September. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Immobilienpreise um 1,2 Prozent, gegenüber einem Anstieg um 1,5 Prozent im September. Rio Tinto rücken um 3,9 Prozent vor. Der Bergbaukonzern kündigte heute eine Umstrukturierung seiner Aluminium-Sparte Rio Tinto Alcan an und will sich künftig auf hochprofitable Assets im Aluminiumgeschäft konzentrieren, um das Segmentergebnis dieses Geschäftsbereichs weiter zu verbessern. In einem ersten Schritt werde man dabei insgesamt sechs Assets der Konzernsparte in Australien und Neuseeland in eine separate Gesellschaft mit der Bezeichnung Pacific Aluminium ausgliedern und später veräußern. Sieben weitere Assets von Rio Tinto Alcan in Frankreich, Deutschland, den USA und Großbritannien, die nicht den Renditeanforderungen des Managements entsprechen, sollen ebenfalls mittelfristig veräußert werden. Daneben geht es für BP um 5,5 Prozent nach oben. Der Ölkonzern verlautbarte, dass er und der amerikanische Öl- und Gasproduzent Anadarko Petroleum alle Rechtsstreitigkeiten in Zusammenhang mit dem Deepwater Horizon Unfall beigelegt haben. Im Rahmen eines Vergleichs zahlt Anadarko 4 Mrd. US-Dollar in bar an BP. Der britische Ölgigant wird diese Summe in den 20 Mrd. US-Dollar schweren Treuhandfonds einbringen, den er für die Geschädigten der Ölpest im Golf von Mexiko gegründet hat. Zudem wird Anadarko seine MC252-Anteile an BP transferieren.
In den Niederlanden stehen heute vor allem die Aktien von Philips Electronics mit einem Aufschlag von 2,7 Prozent im Blick. Der Technologiekonzern verlautbarte, dass er im dritten Quartal einen Gewinneinbruch verbuchen musste, was mit schwächeren Umsätzen und einem Einmalertrag im Vorjahr zusammenhängt. Die Erwartungen wurden allerdings geschlagen. Zudem wurde ein massiver Stellenabbau angekündigt. Schließlich wurden die Mittelfristziele 2013 bekräftigt. Der Nettogewinn belief sich auf 74 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 524 Mio. Euro im Vorjahr. Dabei hatte das Vorjahresergebnis von einem Einmalertrag in Höhe von 154 Mio. Euro aus dem Verkauf von NXP-Aktien profitiert. Der Umsatz verringerte sich von 5,46 Mrd. Euro auf 5,39 Mrd. Euro. Das EBITA lag bei 368 Mio. Euro, im Vergleich zu einem EBITA in Höhe von 647 Mio. Euro im dritten Quartal 2010. Analysten waren im Vorfeld von einem EBITA von 341 Mio. Euro ausgegangen. In den ersten neun Monaten 2011 betrug der Nettoverlust nach Abzug von Minderheitsanteilen 1,13 Mrd. Euro, nach einem Gewinn von 983 Mio. Euro im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich von 15,79 Mrd. Euro auf 15,87 Mrd. Euro. Im Rahmen seines Kostensenkungsprogramms im Volumen von 800 Mio. Euro will der Konzern nun 4.500 Arbeitsplätze abbauen, um die Komplexität und Gemeinkosten zu reduzieren und schlanker zu werden. Von den Kürzungen sind 1.300 Mitarbeiter in den Niederlanden betroffen.
Aus der Schweiz wird heute ein Zukauf gemeldet. So hat der Pharmakonzern Roche Holding hat mit der amerikanischen Anadys Pharmaceuticals eine Vereinbarung über einen Zusammenschluss getroffen. Roche wird Anadys im Rahmen einer Bartransaktion für 3,70 US-Dollar pro Aktie vollständig übernehmen. Der Gesamtpreis für die Akquisition beläuft sich somit auf rund 230 Mio. US-Dollar. Für die Aktie von Roche geht es um 0,8 Prozent nach oben. Ganz oben auf dem Einkaufzettel der Anleger stehen im SMI die Anteilsscheine von Transocean mit einem Zugewinn von 3 Prozent, während gleichzeitig am Indexende Swisscom unverändert tendieren.
H&M (HennesMauritz AB (HM, H&M)) konnte derweil im September 2011 ein Umsatzplus ausweisen. So verbesserte sich der konsolidierte Gesamtumsatz der Bekleidungskette im September währungsbereinigt um 3 Prozent. Die vergleichbaren Filialumsätze bei Niederlassungen, die länger als ein Jahr geöffnet waren, gingen indes um 7 Prozent zurück. Das Papier gibt um 0,1 Prozent nach.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.388,42 (+1,40 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.297,97 (+1,22 Prozent) FTSE 100 (London): 5.540,19 (+1,35 Prozent) CAC40 (Paris): 3.260,29 (+1,32 Prozent) MIB (Mailand): 16.581,53 (+1,79 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 9.066,40 (+1,01 Prozent) SMI (Zürich): 5.803,72 (+0,74 Prozent) ATX (Wien): 2.031,85 (+2,13 Prozent) (17.10.2011/ac/n/m)