Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes haben einen guten Start in den Freitaghandel erwischt. Die Stimmung wird dabei vor allem durch den Beschluss für ein neues Hilfspaket für Griechenland aufgehellt. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 0,74 Prozent auf 2.783,77 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 0,47 Prozent auf 2.565,29 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 legt um 0,81 Prozent zu auf 692,80 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendieren im Plus.
Der EU-Gipfel in Brüssel hat sich gestern auf ein zweites Griechenland-Rettungspaket geeinigt. Der Umfang des Pakets wird in einer Pressekonferenz von EU-Ratspräsident Herman van Rompuy mit 109 Mrd. Euro angegeben. Dabei soll sich der Privatsektor in den kommenden 30 Jahren mit 135 Mrd. Euro an der Griechenland-Rettung beteiligen. Konkret sollen die Banken mit 37 Mrd. Euro beteiligt werden, allerdings auf freiwilliger Basis, so Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy. Der Euro-Rettungsschirm EFSF soll ferner künftig Altschulden Griechenlands aufkaufen können. Zudem ist geplant die Laufzeiten der bisherigen Kredite von 7,5 auf 15 Jahre zu verlängern. Außerdem soll der Zinssatz auf 3,5 Prozent gesenkt werden. Für Griechenland ist zudem ein "Marshallplan" vorgesehen, in den EU-Hilfsgelder für schwache Regionen fließen sollen.
Das Geschäftsklima im französischen Verarbeitenden Gewerbe hat sich im Juli 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde INSEE überraschend deutlich verschlechtert. So verringerte sich der entsprechende saisonbereinigte Stimmungsindex auf 105 Punkte, während Volkswirte nur mit einem Rückgang auf 107 Punkten gerechnet hatten. Im Vormonat war ein Indexstand von revidiert 110 (vorläufig: 109) Punkten ermittelt worden.
In Großbritannien stehen heute insbesondere die Anteilsscheine von Vodafone Group mit einem Aufschlag von 1,5 Prozent im Blick. Der Mobilfunkbetreiber veröffentlichte heute sein Interim Management Statement für das erste Quartal. Dabei konnte der Umsatz leicht zulegen, während sich auch der Free Cash-Flow verbesserte. Das Geschäft habe sich im Rahmen der eigenen Erwartungen entwickelt. Zudem wurde der Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt. So belief sich der Konzernumsatz in dem Quartal zum 30. Juni 2011 auf 11,66 Mrd. Britische Pfund (GBP), was einem Wachstum von 3,5 Prozent zum Vorjahr entspricht. Organisch nahmen die Erlöse um 2,3 Prozent zu. Der Free Cash-Flow erreichte 1,26 Mrd. GBP und erhöhte sich damit gegenüber dem Vorjahr um 29 Prozent. Der Konzern hält an seinem Ausblick für das Gesamtjahr fest. Daneben befinden sich im breiten Markt easyJet mit einem Zugewinn von 14,5 Prozent im Höhenflug, nachdem die Billigfluglinie im dritten Quartal mit einem Umsatzplus aufwarten konnte. So erhöhte sich der Umsatz auf 935 Mio. GBP, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum einem Plus von 23,2 Prozent entspricht. Die Zahl der beförderten Passagiere stieg im Vorjahresvergleich um 17,3 Prozent auf 14,4 Millionen. Für das laufende Fiskaljahr erwartet der Konzern trotz der hohen Kerosinpreise einen Vorsteuergewinn im Bereich von 200 bis 230 Mio. GBP, während man beim ROCE einen Wert im Bereich von 10 bis 12 Prozent erwartet. Im FTSE 100 setzen sich derzeit mit Barclays (+3,2 Prozent) und der Royal Bank of Scotland (+2,9 Prozent) an die Indexspitze, während die rote Laterne von SABMiller mit einem Verlust von 0,9 Prozent gehalten wird.
Julius Bär Gruppe (Julius Baer Gruppe) verteuern sich nach Zahlen zum ersten Halbjahr als bester Wert im SMI um 3,5 Prozent. Dabei wurde das Finanzergebnis erneut von der weiteren Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber wichtigen Hauptwährungen beeinflusst. Der Betriebsertrag ging leicht zurück, während die durchschnittlich verwalteten Vermögen praktisch unverändert blieben. Der adjustierte Konzerngewinn ging zurück und belief sich auf 196 Mio. CHF, der Gewinn pro Aktie auf 0,96 CHF. Ohne den Einfluss einer einmaligen Zahlung an Deutschland von 51 Mio. CHF nach Steuern nahm der zugrunde liegende Konzerngewinn um 5 Prozent auf 248 Mio. CHF ab. Syngenta verschlechtern sich gleichzeitig am Indexende um 2,9 Prozent, nachdem der Agrochemiekonzern verlautbarte, dass er im ersten Halbjahr 2011 bei Umsatz und Ergebnis deutlich zulegen konnte. Der Umsatz bei konstanten Wechselkursen (kWk) erhöhte sich um 12 Prozent auf 7,70 Mrd. US-Dollar. Der ausgewiesene Umsatz lag um 14 Prozent höher. Dies war auf ein solides Absatzwachstum und ein besseres Preisumfeld zurückzuführen. Der ausgewiesene Reingewinn stieg um 14 Prozent auf 1,43 Mrd. US-Dollar. Ferner legte der Gewinn pro Aktie vor Restrukturierung und Wertberichtigung um 12 Prozent auf 15,60 (2010: 13,95) US-Dollar zu. Swiss Life Holding verlautbarte daneben, dass für das Geschäftsjahr 2010 - wie an der Generalversammlung vom 5. Mai 2011 durch die Aktionäre genehmigt, eine Dividende von 4,50 Schweizer Franken (CHF) je Aktie ausbezahlt wird. Die Ausschüttung wird analog zu den vergangenen Jahren in Form einer Nennwertrückzahlung vorgenommen. Die Aktie des Lebensversicherers verteuert sich im breiten Markt um 2,2 Prozent.
Wolford (Wolford) rücken in Österreich um 0,8 Prozent vor. Der Modekonzern konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr (1. Mai 2010 bis 30. April 2011) den Umsatz erhöhen und die Ergebniskennzahlen überproportional verbessern. So stieg der Umsatz um 5,6 Prozent auf 152,2 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss hat sich sogar um 97,2 Prozent von 2,6 Mio. auf 5,1 Mio. Euro beinahe verdoppelt. Entsprechend erhöhte sich auch das Ergebnis pro Aktie auf 1,03 (Vorjahr EUR 0,52) Euro.
In Schweden fahren Lkw-Hersteller Volvo (Volvo AB (B)) nach Zahlen zum zweiten Quartal um 4,3 Prozent vor. Der Umsatz des Lkw-Herstellers lag mit 78,96 Mrd. Schwedischen Kronen (SEK) über dem Vorjahreswert von 68,77 Mrd. SEK. Unter dem Strich verbesserte sich das Nettoergebnis nach Anteilen Dritter auf 5,12 Mrd. SEK, nach 3,15 Mrd. SEK im Vorjahreszeitraum. Profitieren konnte der Konzern vor allem von der starken Entwicklung im Lkw-Geschäft, wobei der Konzern vor allem von höheren Absätzen in Emerging Markets wie Brasilien, aber auch in den Kernmärkten Europa und den USA profitieren konnte. Dabei konnte der Lkw-Absatz um 41 Prozent auf 59.911 Modelle gesteigert werden.
TomTom (TomTom) verteuern sich um 3,9 Prozent. Der Navigationsgerätehersteller musste im zweiten Quartal angesichts hoher Einmalbelastungen einen Verlust ausweisen und hat seine zuvor nach unten revidierte Gewinnprognose bestätigt. So lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 314 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 362 Mio. Euro. Die zuletzt veröffentlichte konzerneigene Prognose beim Umsatz für das zweite Quartal in Höhe von 300 und 310 Mio. Euro konnte indessen übertroffen werden. Beim operativen Ergebnis musste man einen Verlust von 494 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: +50 Mio. Euro) hinnehmen. Dabei hatten Wertberichtigungen und Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 512 Mio. Euro das Ergebnis belastet. Beim Nettoergebnis wurde ein Verlust von 489 Mio. Euro verzeichnet, nachdem man im Vorjahreszeitraum hier noch einen Gewinn von 34 Mio. Euro ausgewiesen hatte. Neben den hohen negativen Einmaleffekten hatte der anhaltende Absatzrückgang bei Navigationsgeräten das Ergebnis belastet.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.783,77 (+0,74 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.565,29 (+0,47 Prozent) EURONEXT 100: 692,80 (+0,81 Prozent) FTSE 100 (London): 5.947,14 (+0,80 Prozent) CAC40 (Paris): 3.853,79 (+0,97 Prozent) MIB (Mailand): 19.640,51 (+0,77 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.121,10 (+1,03 Prozent) SMI (Zürich): 6.067,20 (+0,42 Prozent) ATX (Wien): 2.696,76 (+0,43 Prozent) (22.07.2011/ac/n/m)