Paris (aktiencheck.de AG) - Nachdem die Wall Street gestern einen Großteil ihrer Kursverluste vom Vortag wieder wettmachen konnte, geht es im frühen Mittwochhandel auch an den wichtigsten europäischen Börsen nach oben. Hintergrund für die kräftigen Kursaufschläge in den USA war der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed. Demnach wurden die Leitzinsen erwartungsgemäß bei 0,00 bis 0,25 Prozent belassen. Zudem sollen die Zinsen mindestens bis Mitte 2013 auf einem niedrigen Niveau verharren. Darüber hinaus wurde vom Offenmarktausschuss der Einsatz weiterer Instrumente diskutiert, ohne jedoch konkrete Maßnahmen zu beschließen. Diese sollen jedoch eingesetzt werden, sofern es notwendig sein sollte. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 0,10 Prozent auf 2.296,48 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 0,12 Prozent auf 2.220,46 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren uneinheitlich.
In Großbritannien geht es im FTSE 100 heute Morgen für Anteilsscheine von Standard Life um 7,4 Prozent nach oben. Damit stehen sie an der Spitze des britischen Leitindex, gefolgt von Man Group (+6,4 Prozent), Weir Group (+6,2 Prozent) und Vedanta (+3,8 Prozent). Indes tendieren Titel von HSBC geringfügig im Minus. Die Großbank äußerte sich am gestrigen Dienstag zu den jüngsten Spekulationen in der Presse hinsichtlich eines möglichen Verkaufs ihres Kreditkartengeschäfts in den USA. Demnach bestätigt HSBC, dass man sich zurzeit in Verhandlungen über einen möglichen Verkauf des Card and Retail Services-Geschäfts befindet. Die Verhandlungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen und es sei bisher noch keine Entscheidung bezüglich einer Transaktion gefallen. Am Ende des FTSE 100 geben Aktien von Tesco und Standard Chartered 1,5 Prozent bzw. 2,7 Prozent ab. Im breiten Markt ziehen Papiere von TUI Travel um 2,3 Prozent an. Europas größtes Touristikunternehmen konnte seinen Verlust im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres deutlich verringern. Das bereinigte operative Ergebnis konnte indes deutlich zulegen, was mit einer starken Entwicklung in Großbritannien und Skandinavien zusammenhängt. Wie das Unternehmen weiter mitteilte, ist es zuversichtlich, die eigenen Erwartungen im Gesamtjahr erfüllen zu können.
In Frankreich verteuern sich im CAC 40 im frühen Handel allen voran Veolia Environnement mit einem satten Plus von fast 5 Prozent. Dahinter rücken Technip, GDF SUEZ und Essilor um 3,3 Prozent, 2,8 Prozent bzw. 2,6 Prozent vor. Der Energie- und Gasversorger GDF SUEZ (GDF SUEZ ) meldete heute, dass sein Gewinn im ersten Halbjahr gesunken ist, was mit widrigen Wetterverhältnissen sowie einer schwächeren Nachfrage nach Erdgas in Europa zusammenhängt. Zudem profitierte das Vorjahresergebnis von einem Einmalertrag. Beim EBITDA konnte man die Erwartungen jedoch übertreffen. Zudem wurde die EBITDA-Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2011 bestätigt. Wie der Konzern weiter mitteilte, hat er mit der China Investment Corp. (CIC) ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, das eine Kooperation zwischen beiden Parteien über sämtliche Geschäftsbereiche und Regionen hinweg vorsieht, vor allem im Asien/Pazifik-Raum. Dabei befindet man sich zurzeit in fortgeschrittenen Verhandlungen über eine 2,3 Mrd. Euro teure Beteiligung von CIC an der Exploration & Production-Sparte von GDF SUEZ. Zudem will CIC sich für 0,6 Mrd. Euro mit 10 Prozent an der LNG Atlantic-Verflüssigungsanlage in Trinidad und Tobago beteiligen. Die Schlusslichter im CAC 40 bilden zurzeit Bankenwerte. So verlieren BNP Paribas gut 3 Prozent, während Societe Generale und Natixis jeweils rund 1,6 Prozent abgeben müssen.
In der Schweiz stehen im SMI aktuell Titel von ABB mit einem Zugewinn von 3 Prozent an der Spitze. Ebenfalls gefragt sind Aktien von UBS, Credit Suisse und Swiss Re mit Aufschlägen zwischen 2,0 und 2,6 Prozent. Knapp 1 Prozent fester tendieren Nestlé . Der Lebensmittelkonzern gab heute bekannt, dass er im ersten Halbjahr 2011 einen geringeren Gewinn erwirtschaftet hat, was u.a. mit einem starken Schweizer Franken und höheren Rohstoffkosten zusammenhängt. Die Erwartungen wurden jedoch übertroffen. Ganz am Ende sind Anteilsscheine von Adecco (-5 Prozent) und Lonza Group (-2,9 Prozent) zu finden. Der Zeitarbeitsspezialist Adecco (Adecco SA) konnte im zweiten Quartal mit einem deutlichen Gewinnzuwachs aufwarten.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.296,48 (+0,10 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.220,46 (+0,12 Prozent) FTSE 100 (London): 5.191,96 (+0,52 Prozent) CAC40 (Paris): 3.175,74 (-0,01 Prozent) MIB (Mailand): 15.709,87 (-0,07 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.499,60 (+0,84 Prozent) SMI (Zürich): 5.046,63 (+0,97 Prozent) ATX (Wien): 2.213,60 (+3,44 Prozent) (10.08.2011/ac/n/m)