Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Marktteilnehmer halten sich zur Stunde noch mit größeren Engagements zurück. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 liegt aktuell mit 0,10 Prozent im Plus bei 2.681,89 Punkten. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gewinnt 0,22 Prozent auf 2.463,06 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 legt 0,30 Prozent zu auf 655,28 Stellen. Die europäischen Länderbörsen melden mehrheitlich Zuwächse.
Die Wall Street hat ihre Verluste gestern im Vergleich zum Handelsschluss in Europa noch ausgeweitet. Die breiten US-Indizes sind am Ende um bis zu 0,9 Prozent zurückgekommen. Wie dann Abend bekannt wurde, hat der angeschlagene Hypothekenfinanzierer Freddie Mac (Federal Home Loan Mortgage) nach einem Milliardenverlust im ersten Quartal erneut um staatliche Unterstützung gebeten. Insgesamt benötigt der Konzern weitere 10,6 Mrd. Dollar aus dem Rettungspaket der US-Regierung. Die Ereignisse der vergangenen Tage sind heute nicht spurlos an der Börse in Tokio, wo erstmals in dieser Woche wieder gehandelt wurde, vorbeigegangen. Der Nikkei-Index fiel um 3,3 Prozent zurück. Der Shanghai Composite brach sogar um 4,1 Prozent ein. Im weiteren Handelsverlauf stehen die Zinsentscheidung der EZB und die US-Daten zur Arbeitsproduktivität sowie die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf dem Programm.
Die größte französische Bankgesellschaft BNP Paribas konnte ihren Gewinn im ersten Quartal um 47 Prozent steigern, was auf die Akquisition von Fortis-Assets und geringere Rückstellungen für Kreditausfälle zurückzuführen ist. Demnach belief sich der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen auf 2,28 Mrd. Euro. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,63 Mrd. Euro ausgegangen. Die Erträge erhöhten sich um 21,7 Prozent auf 11,53 Mrd. Euro. Die im CAC40 gelistete Aktie legt gut 3 Prozent zu. Für Peugeot geht es um 2,5 Prozent nach oben. Der Autobauer und die China Chang`an Automobile Group haben eine Absichtserklärung zur Gründung eines 50:50 Joint Ventures in China unterzeichnet. Den Angaben zufolge wird das Gemeinschaftsunternehmen umweltfreundliche leichte Nutzfahrzeuge und Pkw produzieren. Es wird die bestehenden Joint Ventures beider Parteien in China ergänzen, ohne mit diesen direkt zu konkurrieren. Alcatel-Lucent brechen um über 5 Prozent ein. Wie der Netzwerkausrüster erklärte, hat sich sein Verlust im zweiten Quartal ausgeweitet, was auf einen Mangel an Komponenten von Zulieferern zurückzuführen ist. Indes wurde der Ausblick bestätigt. Der Nettoverlust belief sich demnach auf 515 Mio. Euro, gegenüber einem Minus von 402 Mio. Euro im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von 244,4 Mio. Euro ausgegangen. Der Umsatz verringerte sich um 9,8 Prozent auf 3,25 Mrd. Euro. Der Versicherungskonzern AXA verbuchte im ersten Quartal einen leichten Umsatzanstieg. Demnach lag der Gesamtumsatz bei 27,91 Mrd. Euro, was einem Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert entspricht. Für den weiteren Verlauf sieht sich der Versicherer gut positioniert, um von einer weiteren wirtschaftlichen Erholung profitieren zu können. AXA geben über 1 Prozent ab.
Swiss Re (Schweizerische Rueckversicherungs-Gesellschaft) preschen im SMI um 6,5 Prozent vor. Der Rückversicherer hat seinen Gewinn im ersten Quartal um 22 Prozent auf 158 Mio. Dollar gesteigert, obwohl hohe Schadenbelastungen aus Naturkatastrophen das Ergebnis im Bereich Property & Casualty beeinträchtigt haben. Das Eigenkapital erhöhte sich um 0,8 Mrd. Dollar auf 26,2 Mrd. Dollar. Wie der Versicherungskonzern Zurich Financial (Zurich Financial Services (N) (Zuerich)) bekannt gab, konnte er im ersten Quartal einen Gewinnsprung um 76 Prozent verbuchen. Auch das operative Ergebnis legte um 19 Prozent zu, gestützt auf eine nachhaltige Rentabilität aller Kerngeschäfte und kräftiges Wachstum in den Bereichen Global Life und Farmers. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn belief sich demnach auf 935 Mio. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 887 Mio. Dollar ausgegangen. Die Aktie gewinnt 0,6 Prozent. Auch der Zeitarbeitsspezialist Adecco konnte im ersten Quartal einen deutlichen Ergebnisanstieg vorweisen. Der Umsatz lag mit 3,96 Mrd. Euro um 7 Prozent über dem Vorjahreswert. Organisch hatte man jedoch einen Umsatzrückgang von 1 Prozent zu verzeichnen. Der Nettogewinn lag mit 57 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 23 Mio. Euro. Die Aktie gibt dennoch 0,7 Prozent ab.
Stärkster Wert im britischen FTSE 100 ist Prudential mit einem Aufschlag von knapp 5 Prozent. Daneben legen Cairn Energy 3,4 Prozent, Vedanta 3,1 Prozent und Xstrata 3 Prozent zu. Cable & Wireless kommen auf der Gegenseite um gut 2 Prozent zurück.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.681,89 (+0,10 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.463,06 (+0,22 Prozent) EURONEXT 100: 655,28 (+0,30 Prozent) FTSE 100 (London): 5.357,98 (+0,30 Prozent) CAC40 (Paris): 3.645,52 (+0,26 Prozent) MIB (Mailand): 20.362,07 (+0,05 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 9.687,80 (+0,55 Prozent) SMI (Zürich): 6.469,91 (+0,33 Prozent) ATX (Wien): 2.467,16 (-0,44 Prozent) (06.05.2010/ac/n/m)