Zürich (aktiencheck.de AG) - Angesichts zum Teil deutlich negativer Vorgaben aus Übersee und vor dem Hintergrund von Sorgen um eine Verschärfung des Korea-Konflikts zeigen die europäischen Börsen am Dienstagmorgen starke Verluste. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 verliert aktuell 3,05 Prozent auf 2.480,16 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gibt daneben um 2,26 Prozent ab auf 2.277,96 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 sinkt indes um 3,12 Prozent auf 601,86 Stellen. Auch die europäischen Länderbörsen zeigen teilweise heftige Abschläge.
Die wichtigen US-Börsen haben den gestrigen Handelstag mit Verlusten abgeschlossen - der Dow Jones fiel um 1,2 Prozent, während der Nasdaq Composite um 0,7 Prozent nachgab. Der Nikkei beendete den Handel heute mit einem deutlichen Abschlag von 3,1 Prozent. Wie National Statistics heute mitteilte, hat sich der Rückgang des britischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im ersten Quartal 2010 verlangsamt. Gegenüber dem Vorjahresquartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung um revidiert 0,2 (vorläufig: -0,3) Prozent. Im vierten Quartal war das BIP sogar um 3,1 Prozent gesunken. Im Vergleich zum Vorquartal wuchs das BIP um revidiert 0,3 (vorläufig: 0,2) Prozent, nach einem Plus von 0,4 Prozent im Schlussquartal 2009. Wie die EU-Statistikbehörde Eurostat heute bekannt gab, sind die Auftragseingänge in der europäischen Industrie im März 2010 mit beschleunigtem Tempo angestiegen. Aus den USA wird heute das Verbrauchervertrauen gemeldet.
In Großbritannien steht heute die Marks & Spencer Group (MarksSpencer) im Fokus. Der Kaufhauskonzern gab heute bekannt, dass sein Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht gestiegen ist, was mit erhöhten Umsätzen, vor allem bei Nicht-Lebensmitteln wie Bekleidung, zusammenhängt. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich demnach auf 526,3 Mio. Britische Pfund (GBP), gegenüber 508 Mio. GBP im Vorjahr. Der Vorsteuergewinn vor Einmaleffekten stieg in den 53 Wochen zum 3. April 2010 um 14,9 Prozent auf 694,6 Mio. GBP. Der Umsatz nahm um 5,3 Prozent auf 9,54 Mrd. GBP zu. Der Konzern beabsichtigt, für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende in Höhe von 15 Pence (Vorjahr: 17,8 Pence) pro Aktie auszuschütten. Aktuell verliert die Aktie von Marks & Spencer 1 Prozent und befindet sich damit im oberen Drittel des FTSE 100. Papiere von BP geben zurzeit 3,2 Prozent ab. Der Ölkonzern sieht sich Presseangaben zufolge mit Klagen seitens seiner Aktionäre wegen der Ölpest im Golf von Mexiko konfrontiert. Top-Verlierer sind am Morgen Lloyds (-6,4 Prozent) und Eurasian Natural (-5,6 Prozent). Einziger Gewinner ist Smith & Nephew mit einem marginalen Aufschlag, während Severn Trent unverändert tendieren.
In Frankreich verbilligen sich im CAC 40 Titel von Societe Generale und Renault um jeweils mehr als 5 Prozent. Dahinter stehen Credit Agricole (-4,6 Prozent), STMicroelectronics (-4,5 Prozent), Dexia (-4,3 Prozent) und AXA (-4,2 Prozent) unter Druck. Aktien von BNP Paribas müssen mit -2,9 Prozent im Vergleich zu den Konkurrenten relativ wenig Federn lassen, was mit einer Hochstufung durch die Deutsche Bank zusammenhängt. Einziger Gewinner ist am Morgen SUEZ (+0,2 Prozent). Dahinter folgen an der Spitze des französischen Leitindex Papiere von Essilor und PPR mit -0,6 Prozent bzw. -1,3 Prozent.
Im österreichischen ATX verbuchen Anteilsscheine von Zumtobel aktuell einen Abschlag von fast 7 Prozent. Dahinter büßen Wienerberger über 6 Prozent ein, während Erste Bank, Andritz und voestalpine jeweils mehr als 4 Prozent abgeben. Dabei hat der Technologiekonzern Andritz von zwei Edelstahl-Produzenten aus China, beide langjährige Kunden des Unternehmens, Aufträge im Gesamtwert von rund 50 Mio. Euro erhalten, wie heute bekannt wurde. An der Spitze des österreichischen Leitindex finden sich am Morgen Telekom Austria (+4,9 Prozent), vor EVN mit einem Plus von 2,2 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.480,16 (-3,05 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.277,96 (-2,26 Prozent) EURONEXT 100: 601,86 (-3,12 Prozent) FTSE 100 (London): 4.949,88 (-2,36 Prozent) CAC40 (Paris): 3.328,45 (-2,99 Prozent) MIB (Mailand): 18.219,62 (-4,26 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.903,70 (-4,14 Prozent) SMI (Zürich): 6.088,70 (-1,90 Prozent) ATX (Wien): 2.306,23 (-3,82 Prozent) (25.05.2010/ac/n/m)