Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte notieren im frühen Dienstaghandel wenig verändert. Nach den Zugewinnen vom Vortag schnaufen die Anleger nun erstmal durch. Zudem haben die Investoren heute auch aus Europa zahlreiche Quartalsausweise zu verarbeiten. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert derzeit 0,12 Prozent auf 2.366,29 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 0,08 Prozent auf 2.300,80 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren mehrheitlich im Minus.
In der Schweiz richtet sich der Fokus der Investoren heute auf die UBS . Die Großbank verlautbarte, dass sich ihr Gewinn im dritten Quartal angesichts eines hohen Verlust aus unautorisierten Handelsgeschäften deutlich verringert hat. Die Erwartungen der Analysten wurden allerdings geschlagen. Indes befinde sich das Kostensenkungsprogramm auf Kurs. So belief sich der den UBS-Aktionären zurechenbare Reingewinn auf 1,02 Mrd. Schweizer Franken (CHF), nach 1,66 Mrd. CHF im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 318 Mio. CHF ausgegangen. Dabei ist das jüngste Ergebnis durch einen Verlust aus unautorisierten Handelsgeschäften in Höhe von rund 1,8 Mrd. CHF belastet. Der Geschäftsertrag fiel auf 6,41 Mrd. CHF (Vorjahr: 6,66 Mrd. CHF), der Geschäftsaufwand nahm auf 5,43 Mrd. CHF (Vorjahr: 5,84 Mrd. CHF) ab. Die BIZ-Kernkapitalquote verbesserte sich auf 18,4 Prozent, verglichen mit 17,8 Prozent im dritten Quartal 2010. Der Vorsteuerverlust der Investment Bank belief sich im dritten Quartal 2011 auf 650 Mio. CHF, bedingt durch die herrschenden Marktverhältnisse und den Verlust von 1,8 Mrd. CHF aus unautorisierten Handelsgeschäften. Die Aktie rückt um 2,1 Prozent vor.
Daneben geht es für Novartis nach Drittquartalszahlen als schwächster Wert im SMI um 2,2 Prozent nach unten. Der Pharmakonzern konnte im dritten Quartal 2011 ein Umsatz- und Gewinnwachstum einfahren. So wuchs der Nettoumsatz um 18 Prozent (+12 Prozent kWk) auf 14,8 Mrd. US-Dollar. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 14 Prozent (+22 Prozent kWk) auf 3,0 Mrd. US-Dollar. Das operative Kernergebnis, das Sonderpositionen und Abschreibungen auf immateriellen Vermögenswerten ausschließt, erhöhte sich um 11 Prozent (+15 Prozent kWk) auf 4,1 Mrd. US-Dollar. Der Reingewinn stieg dank einer starken Verbesserung des operativen Ergebnisses um 7 Prozent (+15 Prozent kWk) auf 2,5 Mrd. US-Dollar und der Kerngewinn pro Aktie erhöhte sich um 7 Prozent (+10 Prozent kWk) auf 1,45 US-Dollar. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren finden sich derweil Actelion mit einem Aufschlag von 3,3 Prozent wieder.
In Großbritannien wartete der Ölkonzern BP im dritten Quartal mit einem deutlichen Gewinnzuwachs auf. Dabei war das Vorjahresergebnis durch Sonderbelastungen in Zusammenhang mit der Ölpest im Golf von Mexiko beeinträchtigt. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis geschlagen. So belief sich der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn auf 4,91 Mrd. US-Dollar, nach 1,79 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der Gewinn vor Bestandswertveränderungen (Replacement Cost Profit) betrug 5,14 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 1,85 Mrd. US-Dollar). Auf bereinigter Basis lag der Gewinn mit 5,3 Mrd. US-Dollar über der Analystenschätzung von 5,0 Mrd. US-Dollar. Der Gesamtumsatz erreichte 97,6 Mrd. US-Dollar, im Vergleich zu 74,65 Mrd. US-Dollar im dritten Quartal 2010. Die Öl- und Gasproduktion lag mit 3,32 Millionen BOE (Barrels of Oil Equivalent) pro Tag um 12 Prozent unter Vorjahresniveau. Der Titel legt um 3,9 Prozent zu. Daneben verteuern sich die Aktien des Energie- und Erdgasversorgers BG Group um 3,5 Prozent. Das Unternehmen hat seinen Gewinn im dritten Quartal verbessert und profitierte dabei von einem starken LNG-Geschäft. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen erhöhte sich von 849 Mio. US-Dollar im Vorjahr auf 1,06 Mrd. US-Dollar. Vor Einmaleffekten lag der Gewinn bei 1,02 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 978 Mio. US-Dollar). Der Umsatz nahm von 4,41 Mrd. US-Dollar auf 5,39 Mrd. US-Dollar zu.
Die Verbraucherstimmung in Frankreich hat sich im Oktober 2011 nach Angaben der französischen Statistikbehörde Insee verbessert. So erhöhte sich der saisonbereinigte Index des Verbrauchervertrauens in Europas zweitgrößter Volkswirtschaft auf 82 Zählern. Für September war ein Indexwert von 80 Punkten verbucht worden, der niedrigste Stand seit Februar 2009. STMicroelectronics brechen als Schlusslicht im französischen Leitindex CAC 40 um 7,6 Prozent ein, nachdem das Unternehmen gestern die Anleger mit einem verhaltenen Ausblick auf das vierte Quartal enttäuscht hat. Zudem musste man für das dritte Quartal einen Umsatz- und Gewinnrückgang ausweisen. Der erste Platz der Gewinnerliste wird unterdessen von Technip mit einem Aufschlag von 1,9 Prozent eingenommen.
KPN (Koninklijke KPN) verschlechtern sich um 1,1 Prozent. Der Telekommunikationskonzern hat im dritten Quartal einen Gewinnrückgang verzeichnet. Der Umsatz verringerte sich im Berichtszeitraum auf 3,26 Mrd. Euro, nach 3,38 Mrd. Euro im Vorjahr. Das EBITDA lag mit 1,25 Mrd. Euro um 12,5 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert von 1,41 Mrd. Euro. Um Einmaleffekte bereinigt verzeichnete KPN beim EBITDA einen Rückgang um 5,5 Prozent auf 1,33 Mrd. Euro. Unter dem Strich wurde ein Nettogewinn von 368 Mio. Euro verzeichnet, nach 405 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.
In Schweden fahren Volvo (Volvo AB (B)) um 0,6 Prozent vor. Der Lkw-Hersteller verbesserte im dritten Quartal Umsatz und Ergebnis deutlich. So lag der Umsatz mit 73,32 Mrd. Schwedischen Kronen (SEK) über dem Vorjahreswert von 64,0 Mrd. SEK. Unter dem Strich wurde ein Nettogewinn von 3,90 Mrd. SEK verbucht, nach 2,85 Mrd. SEK im Vorjahreszeitraum. Getragen wurde der deutliche Ergebnisanstieg vor allem von der anhaltend robusten Nutzfahrzeug-Nachfrage sowie höheren Marktanteilen in Europa, Nordamerika und Südamerika.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.366,29 (-0,12 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.300,80 (+0,08 Prozent) FTSE 100 (London): 5.558,00 (+0,18 Prozent) CAC40 (Paris): 3.214,77 (-0,18 Prozent) MIB (Mailand): 16.213,12 (-0,12 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.954,90 (-0,02 Prozent) SMI (Zürich): 5.765,83 (-0,39 Prozent) ATX (Wien): 1.995,96 (+0,57 Prozent) (25.10.2011/ac/n/m)