Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes tendieren im frühen Dienstaghandel uneinheitlich. Auf der einen Seite stützt die Hoffnung auf eine schnelle Lösung im US-Schuldenstreit. Auf der anderen Seite belasten allerdings einige negativ aufgenommene Quartalsberichte. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 0,23 Prozent auf 2.749,10 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechtert sich um 0,18 Prozent auf 2.550,18 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 gibt um 0,08 Prozent nach auf 687,54 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendieren mehrheitlich im Plus.
Für eine Enttäuschung sorgt heute in der Schweiz die UBS . Die Großbank verlautbarte, dass sich ihr Gewinn im zweiten Quartal angesichts eines starken Schweizer Frankens und einer schwachen Entwicklung der Investment Bank halbiert hat. Die Erwartungen der Analysten wurden damit verfehlt. Zudem wurden umfangreiche Kosteneinsparungen angekündigt. So belief sich der den UBS-Aktionären zurechenbare Reingewinn auf 1,02 Mrd. Schweizer Franken (CHF), nach 2,01 Mrd. CHF im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,29 Mrd. CHF ausgegangen. Dabei konnten Wealth Management sowie Retail & Corporate ihre Gewinne trotz erhöhter Risikoaversion und rückläufiger Kundenaktivitäten steigern. Das Ergebnis der Investment Bank wurde indes durch sinkende Kundenvolumen und geringere Handelserträge, insbesondere im Bereich FICC, beeinträchtigt. Der Titel verschlechtert sich als Schlusslicht im SMI um 1,9 Prozent. Credit Suisse (Credit Suisse Group (CS Group) (N)) legen indes um 0,5 Prozent zu. Die Bank plant Presseangaben zufolge offenbar Stellenstreichungen. Wie es heißt, wird das Institut demnach Kostensenkungsmaßnahmen ankündigen, darunter der Abbau von 1.500 bis 2.000 Arbeitsplätzen. Eine Ankündigung könnte bereits am Donnerstag erfolgen. Sika musste daneben im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang ausweisen. Zwar verbesserte sich der Umsatz um 6,6 Prozent auf 2,23 Mrd. Schweizer Franken (CHF), unter dem Strich wurde beim Nettogewinn aber ein Rückgang auf 113,6 Mio. CHF ausgewiesen, nach 150,5 Mio. CHF im Vorjahreszeitraum. Die Aktie des Spezialchemiekonzerns rückt trotzdem im breiten Markt um 2,1 Prozent vor. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren finden sich im SMI die Anteilsscheine von Actelion mit einem Zugewinn von 2,6 Prozent wieder.
Negativ aufgenommen wurden zudem die Zahlen von BP . Der Ölkonzern konnte zwar im zweiten Quartal einen Gewinn ausweisen, nachdem im Vorjahr angesichts einer hohen Sonderbelastung in Zusammenhang mit der Ölpest im Golf von Mexiko ein massiver Verlust erwirtschaftet worden war. Jedoch wurden die Erwartungen auf bereinigter Basis verfehlt. So belief sich der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn auf 5,62 Mrd. US-Dollar, nach einem Nettoverlust von 17,15 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Auf bereinigter Basis blieb der Gewinn mit 5,6 Mrd. US-Dollar jedoch hinter der Analystenschätzung von 5,9 Mrd. US-Dollar zurück. Die Aktie fällt am Indexende des FTSE 100 um 2,3 Prozent. Daneben geht es für BG Group als bester Wert um 3,3 Prozent nach oben. Der Öl- und Erdgaskonzern konnte im zweiten Quartal den Gewinn deutlich steigern. Der Umsatz lag mit 5,16 Mrd. US-Dollar deutlich über dem entsprechenden Vorjahreswert von 4,05 Mrd. US-Dollar. Beim Nettoergebnis wurde ein Gewinn von 1,25 Mrd. US-Dollar ausgewiesen, nach zuvor 439 Mio. US-Dollar. Der um Einmaleffekte bereinigte Nachsteuergewinn kletterte auf 1,12 Mrd. US-Dollar, nach 882 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Schließlich verschlechtern sich Imperial Tobacco Group um 0,8 Prozent. Der Tabakkonzern geht für das laufende Fiskaljahr von einem Ergebnis im Rahmen der konzerneigenen Erwartungen aus. Wie aus dem heute veröffentlichten Trading Statement des Konzerns hervorgeht, erhöhte sich der Gesamtumsatz im Bereich Tabak in den ersten neun Monaten des im September endenden Fiskaljahres um 2 Prozent.
Die Verbraucherstimmung in Frankreich hat sich im Juli 2011 nach Angaben der Statistikbehörde Insee verbessert. So erhöhte sich der saisonbereinigte Index des Verbrauchervertrauens in Europas zweitgrößter Volkswirtschaft auf 86 Zählern. Für Juni war ein Indexwert von 83 Punkten verbucht worden. STMicroelectronics brechen als schwächstern Wert im CAD 40 um 7,8 Prozent ein. Der größte Chip-Hersteller in Europa verlautbarte bereits gestern nach US-Börsenschluss, dass sich sein Gewinn im zweiten Quartal erhöht hat, was vor allem mit einem Einmalertrag zusammenhängt. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen aber verfehlt. Der Nettogewinn belief sich auf 420 Mio. US-Dollar bzw. 46 Cents pro Aktie, nach 356 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Vor Einmaleffekten lag der jüngste Gewinn bei 14 Cents (Vorjahr: 18 Cents) pro Aktie. Der Umsatz erhöhte sich von 2,53 Mrd. US-Dollar auf 2,57 Mrd. US-Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 22 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 2,57 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren finden sich derweil die Papiere von EDF mit einem Aufschlag von 1,5 Prozent wieder.
In den Niederlanden geht es für die Aktie von KPN (Koninklijke KPN) um 2,1 Prozent nach oben. Der Telekommunikationskonzern musste im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang ausweisen. Der Umsatz lag mit 3,29 Mrd. Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 3,35 Mrd. Euro. Der Nettogewinn sank auf 414 Mio. Euro, nach 465 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Wesentlichen Anteil an der rückläufigen Ergebnisentwicklung hatte erneut der schwache Heimatmarkt, der u.a. unter dem sich verschärfenden Wettbewerbsumfeld und weiter sinkenden Preisen bei Mobil- und Festnetzangeboten zu leiden hatte. Für das laufende Fiskaljahr wurde die zuletzt nach unten revidierte Ergebnisprognose bestätigt.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.749,10 (+0,23 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.550,18 (-0,18 Prozent) EURONEXT 100: 687,54 (-0,08 Prozent) FTSE 100 (London): 5.940,36 (+0,25 Prozent) CAC40 (Paris): 3.805,42 (-0,20 Prozent) MIB (Mailand): 19.119,53 (+0,74 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 9.869,50 (+0,03 Prozent) SMI (Zürich): 6.003,98 (-0,22 Prozent) ATX (Wien): 2.673,20 (+0,04 Prozent) (26.07.2011/ac/n/m)