Paris (aktiencheck.de AG) - Nachdem gestern an den wichtigsten europäischen Börsen die Farbe rot dominierte, zeigen die Indizes im frühen Donnerstaghandel keine einheitliche Tendenz. Die Anleger warten bereits gespannt auf die Zinsentscheidungen in Großbritannien und bei der EZB. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 0,58 Prozent auf 2.353,02 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechtert sich um 0,19 Prozent auf 2.408,12 Zähler. Die europäischen Länderbörsen zeigen mehrheitlich eine positive Tendenz.
Die französischen Verbraucherpreise sind im Dezember 2011 nach Angaben der Statistikbehörde INSEE mit unverändertem Tempo angestiegen. So blieb die Jahresteuerungsrate der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone bei 2,5 Prozent, nach schon 2,5 Prozent im Vormonat. Im Vormonatsvergleich zogen die Lebenshaltungskosten um 0,4 Prozent an, gegenüber einer Preissteigerung um 0,3 Prozent im November. Der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Frankreich lag um 2,7 Prozent höher als im Dezember 2010. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Index um 0,4 Prozent. Unterdessen ist das Leistungsbilanzdefizit Frankreichs im November 2011 nach Angaben der Banque de France kleiner geworden. So verringerte sich das Leistungsbilanzdefizit auf 2,3 Mrd. Euro, nachdem im Oktober ein Passivsaldo von 4,2 Mrd. Euro verbucht worden war. Hierbei sank das Handelsbilanzdefizit binnen Monatsfrist von 6,1 Mrd. auf 4,7 Mrd. Euro. Indes scheint sich der Rückzug von Daimler aus dem Luft- und Raumfahrtkonzern EADS schwieriger zu gestalten als erwartet. Einem Pressebericht zufolge wurde bereits der erste Meilenstein beim Verkauf eines 7,5-prozentigen Anteils an die staatliche KfW Bankengruppe verpasst. So wollte Daimler bis zum Jahresende 2011 eine entsprechende Absichtserklärung mit der KfW unterzeichnen, was jedoch bisher noch nicht erfolgte. Es werde aber mit Hochdruck daran gearbeitet, erklärten die KfW und Daimler gegenüber der Presse. EADS fliegen mit einem Abschlag von 0,2 Prozent hinterher.
In Großbritannien befinden sich die Aktien des Einzelhandelskonzerns Tesco mit einem Abschlag von 14,3 Prozent im Tiefenrausch. Das Unternehmen zeigte sich von dem Verlauf des Weihnachtsgeschäftes auf dem Heimatmarkt enttäuscht. Daneben verbessern sich Royal Bank of Scotland Group (Royal Bank of Scotland (RBS)) um 7,1 Prozent. Die Großbank wird Veränderungen im Bereich Wholesale Banking vornehmen. So wird man nach einer Überprüfung der Aktivitäten und angesichts eines veränderten Markt- und Regulierungsumfeldes die RBS Wholesale-Geschäfte in "Markets" und "International Banking" umstrukturieren und ausgewählte bestehende Aktivitäten einstellen bzw. herunterfahren.
In Belgien geht es für Delhaize Group um 9,4 Prozent nach unten. Der Einzelhandelskonzern meldete heute seine Umsatzzahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2011. Zudem wurde eine Umstrukturierung mit einem umfassenden Filial- bzw. Stellenabbau beschlossen. So erhöhte sich der Konzernumsatz im vierten Quartal 2011 um 7,6 Prozent auf 5,64 Mrd. Euro. Dabei belief sich das Wachstum zu konstanten Währungen auf 7,0 Prozent. Organisch lag das Plus bei 1,5 Prozent. Im Gesamtjahr kletterte der Konzernumsatz um 1,3 Prozent auf 21,12 Mrd. Euro, wobei auf Basis konstanter Währungen eine Zunahme um 4,6 Prozent (organisch: +2,4 Prozent) ausgewiesen wurde. Nach einer umfassenden Überprüfung der Geschäftsaktivitäten hat der Konzern darüber hinaus entschieden, insgesamt 146 Filialen in den USA und Südosteuropa zu schließen und 64 Bloom- und Bottom Dollar Food-Geschäfte in den USA in Food Lion-Geschäfte umzuwandeln. Die im Zusammenhang mit den US-Aktivitäten anfallende Sonderbelastung beläuft sich auf ca. 120 Mio. Euro im vierten Quartal 2011. Ab dem ersten Quartal 2012 wird das Ergebnis von Delhaize darüber hinaus mit rund 205 Mio. Euro belastet werden, was einen Nachsteuereffekt von rund 135 Mio. Euro zur Folge haben dürfte.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.353,02 (+0,58 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.408,12 (-0,19 Prozent) FTSE 100 (London): 5.668,95 (-0,03 Prozent) CAC40 (Paris): 3.215,60 (+0,34 Prozent) MIB (Mailand): 15.129,26 (+1,66 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.484,30 (+0,68 Prozent) SMI (Zürich): 6.018,79 (+0,18 Prozent) ATX (Wien): 1.903,33 (+0,49 Prozent) (12.01.2012/ac/n/m)