Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen legen am Mittwoch mehrheitlich den Rückwärtsgang ein. Für Verunsicherung sorgen Bedenken um das Ausmaß möglicher geldpolitischer Lockerungen der US-Notenbank Fed. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert aktuell 0,56 Prozent auf 2.840,44 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbilligt sich um 0,45 Prozent auf 2.538,34 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 fällt indes um 0,36 Prozent auf 692,45 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendieren im Minus.
Die amerikanischen Börsen konnten gestern nach einem schwächeren Handelsstart nach der Veröffentlichung des Verbrauchervertrauens ihre anfänglichen Verluste wieder wettmachen. Der Dow Jones stieg leicht um 0,05 Prozent auf 11.169,46 Punkte. Der S&P 500 schloss nahezu unverändert bei 1.185,64 Zählern. Der NASDAQ Composite verbesserte sich um 0,26 Prozent auf 2.497,29 Punkte. Die größten Börsen in Asien gingen fast unverändert aus dem Handel. Nach der negativen Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Plus von 0,10 Prozent bei 9.387,03 Punkten. Aus den USA werden heute die Hypothekenanträge, Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter, Verkäufe neuer Häuser und der Ölmarktbericht gemeldet. Quartalszahlen werden heute unter anderem von International Paper und Procter & Gamble erwartet.
Die spanische BBVA (Banco Bilbao Vizcaya Argentaria) musste im dritten Quartal einen Gewinnrückgang um 17 Prozent vermelden, was u.a. auf geringere Nettozinseinnahmen und gestiegene operative Kosten zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden verfehlt. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich demnach auf 1,14 Mrd. Euro, gegenüber 1,38 Mrd. Euro im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,19 Mrd. Euro ausgegangen. Der operative Gewinn lag bei 2,82 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,98 Mrd. Euro). Die Nettozinseinnahmen blieben mit 3,25 Mrd. Euro unter dem Vorjahresniveau (3,43 Mrd. Euro). Das Papier gibt derzeit um 1,1 Prozent nach. Die Ratingagentur Moody's Investors Service hat ihren Ausblick für den finnischen Mobiltelefonhersteller Nokia gesenkt. Wie die Tochtergesellschaft der Moody's (Moodys) mitteilte, wurde der Ausblick von stabil auf negativ gesenkt, während das Rating für langfristige Verbindlichkeiten mit A2 bestätigt wurde. Der Anteilsschein von Nokia notiert derzeit annähernd auf Vortagesniveau.
Der private Konsum in Frankreich hat im September nach Angaben der französischen Statistikbehörde INSEE zugenommen. Im Vormonatsvergleich wuchsen die Verbraucherausgaben um 1,5 Prozent. Für August wurde hingegen ein Rückgang von 1,6 Prozent ermittelt. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich der private Verbrauch um 1,1 Prozent. STMicroelectronics , der größte Chip-Hersteller in Europa, konnte im dritten Quartal einen Gewinn nach einem Vorjahresverlust erwirtschaftet hat. Zurückzuführen war dies auf ein deutliches Umsatzwachstum als Folge einer stärkeren Chip-Nachfrage. Zudem wurde Didier Lamouche zum neuen COO mit Wirkung zum 26. Januar 2011 bestellt. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 198 Mio. Dollar bzw. 22 Cents pro Aktie, nach einem Verlust von 201 Mio. Dollar bzw. 23 Cents pro Aktie im Vorjahr. Vor Einmaleffekten wurde im Berichtszeitraum ein Gewinn von 23 Cents pro Aktie erzielt. Der Umsatz erhöhte sich um 17 Prozent auf 2,66 Mrd. Dollar. Das Papier verteuert sich als bester Wert im CAC40 um 2,9 Prozent. Am Indexende geben Michelin um 1,8 Prozent nach.
British American Tobacco (British American Tobacco) musste in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres einen Rückgang beim Zigarettenabsatz ausweisen. Demnach verringerte sich das weltweite Absatzvolumen um 1 Prozent auf 526 Milliarden Stück. Organisch lag der Absatzrückgang bei 3 Prozent. Trotz rückläufiger Absatzvolumina entwickelte sich der Umsatz dank höherer Marktanteile, Preisanhebungen sowie der Akquisition des indonesischen Tabakherstellers PT Bentoel Internasional Investama besser als im Vorjahreszeitraum. Auch positive Wechselkurseffekte hätten mit zu der guten Umsatzentwicklung beigetragen. Für das laufende Fiskaljahr äußerte sich CEO Paul Adams trotz der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der sinkenden Raucherzahlen in den Industrieländern zuversichtlich, einen weiteren Ergebnisanstieg erzielen zu können. Die Aktie gibt derzeit um 1,5 Prozent nach. An der Indexspitze notieren die Papiere von United Utilities mit einem Aufschlag von 1,8 Prozent, während am Indexende Rohstoffwerte auf der Verkaufsliste stehen. So geben Kazakhmys und Rio Tinto um 2,7 bzw. 2,2 Prozent nach. In der Schweiz sind Bankwerte gefragt. So verteuern sich Credit Suisse und UBS um 1 bzw. 0,7 Prozent.
Der Gewinn der norwegischen Telefongesellschaft Telenor (Telenor ASA) hat sich im dritten Quartal halbiert. Dies war auf Kosten in Zusammenhang mit dem Aufbau der Indien-Sparte Uninor zurückzuführen. Indes wurde der Umsatzausblick angehoben. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen betrug demnach 1,7 Mrd. Norwegische Kronen (NOK), nach 3,49 Mrd. NOK im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich um 5,8 Prozent auf 24,1 Mrd. NOK. Die Aktie verbilligt sich derzeit um 1,2 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.840,44 (-0,56 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.538,34 (-0,45 Prozent) EURONEXT 100: 692,45 (-0,36 Prozent) FTSE 100 (London): 5.673,95 (-0,58 Prozent) CAC40 (Paris): 3.835,06 (-0,46 Prozent) MIB (Mailand): 21.286,80 (-0,36 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.778,50 (-0,18 Prozent) SMI (Zürich): 6.478,39 (+0,03 Prozent) ATX (Wien): 2.715,21 (-0,20 Prozent) (27.10.2010/ac/n/m)