Paris (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte notieren am letzten Handelstag der Woche im frühen Handel im Minus. Die Investoren nehmen vor dem Wochenende Gewinne mit. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert derzeit 0,17 Prozent auf 2.298,57 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gibt um 0,35 Prozent nach auf 2.474,37 Zähler. Die europäischen Länderbörsen notieren im Minus.
Vodafone veröffentlichte heute sein Interim Management Statement für das erste Quartal. Demnach war der Konzernumsatz im Quartal zum 30. Juni rückläufig. Organisch ergab sich allerdings ein leichter Zuwachs. Der Free Cash-Flow nahm unterdessen um fast ein Viertel ab. Den Angaben zufolge hatte der Mobilfunkbetreiber im Berichtszeitraum vor allem mit einer durchwachsenen Geschäftsentwicklung in Europa zu kämpfen. Während man in Deutschland bei den Service-Umsätzen noch ein solides Wachstum verzeichnen konnte, musste man in Großbritannien angesichts eines erhöhten Wettbewerbs und einer schwächeren Wirtschaft einen leichten Rückgang verbuchen. Deutlich rückläufig entwickelten sich die Märkte Italien und Spanien, wo die Bedingungen schwierig bleiben werden. Indes hält Vodafone an seinem Ausblick für das Gesamtjahr fest. Die Aktie verbilligt sich um 3 Prozent. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren stehen im FTSE 100 die Anteilsscheine von Weir Group mit einem Aufschlag von 2,2 Prozent, während die rote Laterne von Resolution mit einem Wertverlust von 6,8 Prozent getragen wird.
Scania (Scania AB (B)) legen um 5,3 Prozent zu. Der Nutzfahrzeughersteller musste im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang ausweisen. Der Umsatz war ebenfalls rückläufig. Die Zahl der Fahrzeugauslieferungen sank um mehr als ein Viertel. Neben dem deutlich gesunkenen Nutzfahrzeugabsatz hat den Angaben zufolge auch die rückläufige Kapazitätsauslastung das Ergebnis negativ beeinflusst. Allerdings hat sich der Auftragseingang im Berichtsquartal (19.587 Modelle) gegenüber dem ersten Quartal 2012 (Auftragseingang: 15.809 Modelle) verbessert. Trotz der zuletzt positiven Tendenz beim Auftragseingang blickt Scania weiterhin vorsichtig in die Zukunft. Man werde vor dem Hintergrund der schwierigen Gesamtsituation den Fokus weiterhin auf eine weitere Flexibilisierung der Produktionskapazitäten legen.
Publicis Groupe (Publicis Groupe) hat seinen Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr verbessert, obwohl das Umsatzwachstum im zweiten Quartal relativ schwach ausfiel. Beim Ausblick geht der Werbekonzern weiterhin davon aus, im zweiten Halbjahr ein höheres Wachstum zu erzielen als im ersten Halbjahr. Der Titel gewinnt 2,7 Prozent an Wert. Renault fahren daneben um 0,9 Prozent vor. Der Automobilkonzern verlautbarte, dass er zusammen mit dem japanischen Partner Nissan Motor 160 Mio. US-Dollar in Korea investieren wird, um der erwarteten Nachfrage nach dem Modell Nissan Rogue der nächsten Generation gerecht zu werden und das Wachstum von Renault Samsung Motors zu beschleunigen. Renault beabsichtigt, seinen Marktanteil in Korea von derzeit 7 Prozent (2011) auf 10 Prozent zu erhöhen. EADS verteuern sich nach einem positiven Analystenkommentar an der Spitze des CAC 40 um 3,1 Prozent. Bereits gestern meldete der Konzern zudem, dass Astrium einen Vertrag über die Lieferung von Telekommunikationsprodukten für den Satelliten Jabiru-1 von NewSat geschlossen hat, den Lockheed Martin als Hauptauftragnehmer baut. Schließlich teilte Air Liquide gestern mit, dass man das spanische Unternehmen Gasmedi für 330 Mio. Euro übernehmen wird. Der Titel gibt um 0,4 Prozent nach. Am Indexende verschlechtern sich EDF um 3 Prozent.
Heineken verlautbarte, dass man dem Joint Venture-Partner Fraser & Neave (F&N) (FraserNeave) ein Angebot zum Erwerb von dessen direkten und indirekten Anteilen an der Asia Pacific Breweries Ltd. (APB) unterbreitet hat. Dabei ist Heineken bereit, F&N für jede APB-Aktie 50,00 Singapur-Dollar (SGD) zu zahlen, was einem Gesamtvolumen von 5,1 Mrd. SGD entspricht. Zudem bietet Heineken 163 Mio. SGD für die F&N-Anteile an den Nicht-APB Assets der Asia Pacific Investment Pvt Ltd. (APIPL), eines 50/50 Joint Ventures zwischen Heineken und F&N. Im Anschluss wird der Heineken-Konzern ein generelles Angebot in Höhe von 50,00 SGD pro Aktie zum Erwerb aller APB-Anteile vorlegen, die sich noch nicht in seinem Besitz befinden. Das Gesamtvolumen dieser Offerte liegt bei maximal 2,4 Mrd. SGD. Die Heineken-Aktie steigt um 1,3 Prozent.
Sulzer legen um 0,1 Prozent zu. Der Technologiekonzern konnte im ersten Halbjahr mit einem Umsatz- und Ergebnisanstieg aufwarten. Profitiert hat man vor allem von der starken Entwicklung in den Kernabsatzregionen Asien-Pazifik und Nordamerika. Der Öl- und Gasmarkt blieb auf stabilem Niveau, während die Nachfrage im Transportmarkt und in der allgemeinen Industrie weiter anhielt. Im Energiemarkt waren erste Anzeichen einer Erholung auszumachen. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Sulzer ein hohes einstelliges Wachstum von Bestellungseingang und Umsatz. Die Rentabilität dürfte nach Einschätzung des Konzerns im zweistelligen Bereich bleiben.
In Österreich tendieren Wolford nahezu unverändert. Der Modekonzern musste das Geschäftsjahr 2011/12 (01. Mai 2011 bis 30. April 2012) mit einem Gewinnrückgang von über 70 Prozent abschließen, konnte gleichzeitig den Umsatz aber leicht steigern. Zudem erwartet man weiteres Wachstum für 2012/13.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.298,57 (-0,17 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.474,37 (-0,35 Prozent) FTSE 100 (London): 5.698,53 (-0,27 Prozent) CAC40 (Paris): 3.256,38 (-0,22 Prozent) MIB (Mailand): 13.605,21 (-0,45 Prozent) SMI (Zürich): 6.317,96 (-0,09 Prozent) ATX (Wien): 2.000,59 (-0,29 Prozent) (20.07.2012/ac/n/m)