Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes sind mit grünen Vorzeichen in die neue Handelswoche gestartet. Für Unterstützung sorgt dabei die Hoffnung auf ein Gesamtpaket zur Lösung der europäischen Schuldenkrise. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 0,38 Prozent auf 2.277,73 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 0,26 Prozent auf 2.228,08 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren mehrheitlich im Plus.
Wie bereits am Freitag bekannt gegeben wurde, hat die Ratingagentur Fitch ihre Bonitätseinstufung für Portugal bestätigt. So bleibt das Langfrist-Rating für das hochverschuldete Euro-Land vorerst unverändert bei BBB-. Das Kurzfristig-Rating wurde mit F3 bestätigt. Der Rating-Ausblick wurde mit negativ angegeben. Über eine mögliche Abstufung auf Ramschniveau will Fitch im Laufe des vierten Quartals entscheiden. Dabei stehen die Konditionen, unter denen sich Land das finanzieren kann, die Reformfortschritte, die Risiken für das Bankensystem und die Fortschritte bei den Privatisierungen im Blick der Ratingagentur.
Am Freitag nach Börsenschluss senkte zudem die Ratingagentur Fitch ihre Bonitätseinstufung für Italien und Spanien. So wurde das Rating für Italien um eine Stufe von bislang AA- auf nunmehr A+ gesenkt. Der Rating-Ausblick wurde mit negativ angegeben. Als Grund für die Abstufung nannte Fitch die Verschärfung der Schuldenkrise in der Eurozone. Zudem kritisierte die Ratingagentur, die italienische Regierung habe zu spät auf die Ausweitung der Schuldenkrise reagiert. Daneben wurde das Rating für Spanien um zwei Stufen von bislang AA+ auf nunmehr AA- gesenkt. Der Rating-Ausblick wurde ebenfalls mit negativ angegeben. Als Grund für die Abstufung nannte Fitch eine zu hohe Schuldenlast und das Risiko eines weiterhin schwachen Wirtschaftswachstums.
Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren finden sich im französischen Leitindex CAC 40 die Aktien von Sanofi mit einem Zugewinn von 1,7 Prozent wieder, während sich die Anleger gleichzeitig vornehmlich von Banktiteln trennen. So verschlechtern sich Crédit Agricole, Société Générale und BNP Paribas auf den letzten drei Plätzen um 2,1 bis 2,8 Prozent. Ursächlich hierfür sind verstärkte Hinweise auf einen Schuldenschnitt für Griechenland.
In der Schweiz wird die Spitzenposition im Leitindex SMI von Syngenta mit einem Aufschlag von 1 Prozent eingenommen. Gleichzeitig hinken auch hier Bankwerte hinterher. Auf den letzten beiden Plätzen verlieren UBS und Julius Baer 1,4 bzw. 1 Prozent an Wert. Für Credit Suisse geht es um 0,3 Prozent nach unten.
In Belgien hat sich die im Zuge der europäischen Schuldenkrise ins Schlingern geratene belgische Dexia S.A. mit seinen staatlichen Großaktionären nach langen Verhandlungen auf ein umfangreiches Rettungskonzept geeinigt. Demnach wird der Belgische Staat demnach 100 Prozent der Anteile der belgischen Dexia-Tochter Dexia Bank Belgium für 4 Mrd. Euro übernehmen. Wie aus der Mitteilung des belgischen Finanzkonzerns weiter hervorgeht, stellen die Belgien, Frankreich und Luxemburg außerdem in den kommenden zehn Jahren Finanzierungsgarantien in Höhe von bis zu 90 Mrd. Euro bereit. Diese sollen zu 60,5 Prozent von Belgien und zu 36,5 Prozent von Frankreich getragen werden. die übrigen 3 Prozent werden von Luxemburg zur Verfügung gestellt.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.277,73 (+0,38 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.228,08 (+0,26 Prozent) FTSE 100 (London): 5.326,69 (+0,44 Prozent) CAC40 (Paris): 3.106,66 (+0,36 Prozent) MIB (Mailand): 15.690,17 (+1,04 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.826,60 (+0,32 Prozent) SMI (Zürich): 5.665,90 (+0,24 Prozent) ATX (Wien): 1.901,91 (-4,82 Prozent) (10.10.2011/ac/n/m)