29.06.2012 10:30
Bewerten
 (1)

Gipfelbeschlüsse sorgen für Freudensprünge

Börsen ziehen an
Mit einer Erleichterungsrally reagieren die europäischen Börsen auf den EU-Gipfel. Die überraschend beschlossenen Maßnahmen zur Beruhigung der Lage an den Finanzmärkten greifen - zumindest kurzfristig.
Nachdem bereits in Ostasien die Aktienmärkte deutlich zugelegt haben und auch der Euro einen Satz nach oben gemacht hat, kommt es nun auch an den europäischen Börsen zu kräftigen Kursgewinnen. Der Euro-Stoxx-50 steigt im frühen Freitaghandel um 2,8 Prozent auf 2.218 Punkten, der Dax gewinnt 2,5 Prozent auf 6.302 Punkte. Entspannung auch an den Anleihemärkten: Die Renditen von Papieren der Peripherie-Staaten sinken deutlich.

   Nach harten Verhandlungen haben sich die Staats- und Regierungschefs am frühen Freitag auf direkte Bankenhilfe für Spanien und Italien geeinigt, die unter hohen Zinslasten leiden. Banken der Eurozone sollen direkten Zugriff auf die Mittel des Rettungsschirms ESM bekommen, sobald eine einheitliche Aufsicht installiert ist. Außerdem sollen die Ansprüche des ESM nicht vorrangig vor denen anderer Gläubiger behandelt werden.

   "Die Senioritätsfrage hat die Anleger sehr beschäftigt, und die Nachricht scheint der Grund für die Rally an den Märkten zu sein", sagt Marktstratege Hamish Pepper von Barclays. Spanien und Italien seien die Gewinner des Gipfels und zwar auf Kosten Deutschlands, befindet Devisenmarktexperte Sean Callow von Westpac.

   An den im Fokus stehenden europäischen Anleihemärkten sorgt das Maßnahmenpaket für die erhoffte Erholung. Nachdem die Renditen für spanische Benchmarkanleihen am Donnerstag zwischenzeitlich in den kritischen Bereich von 7 Prozent gestiegen waren liegen sie aktuell bei 6,41 Prozent. Das sind 45 Basispunkte weniger als am Vortag. Die Zehnjahresrendite Italiens sinkt auf 5,83 Prozent.

   Aus dem Handel sind allerdings auch zurückhaltende Stimmen zu hören. "Was wir hier sehen ist eine kleine Erholungsrally, einen 'Game Changer' stellen die Beschlüsse nicht dar", betont Analyst Wee-Khoon Chong von der Societe Generale. Schon nach der seinerzeitigen Ankündigung eines Rettungspakets für den spanischen Bankensektor hatten sich Analysten zurückhaltend geäußert, dass ein Verzicht auf das Senioritätsprinzip die ausländischen Anleger tatsächlich dazu bewegen wird, an den spanischen Anleihemarkt zurückzukehren.

   Am Devisenmarkt haben die auf Druck Spaniens und Italiens zustandegekommenen Beschlüsse den Euro von 1,2448 Dollar auf im Tageshoch 1,2628 getrieben. Inzwischen kommt er aber wieder etwas zurück. "Da die Erwartungen an den EU-Gipfel gering waren, kommen diese Neuigkeiten nun überraschend", kommentiert Devisenstratege Masafumi Yamamoto von Barclays Capital. Auch an den Rohstoffmärkten fallen die Kursreaktionen positiv aus, Öl und Gold legen zu.

   Kursgewinne auf breiter Front

   An den Aktienmärkten sind Bankenaktien wie zu erwarten die Tagesfavoriten und hier vor allem jene aus Spanien und Italien. Der Euro-Stoxx-Subindex der Banken schnellt um fast 6 Prozent nach oben, sein Stoxx-Pendant legt um 3,5 Prozent zu. Italienische und spanische Bankenaktien gewinnen vielfach über 6 Prozent an Wert. Das Aktienbarometer in Madrid steigt um 3,8 Prozent, in Italien geht es für den breiten Markt um 3,3 Prozent nach oben.

   Zu den wenigen Verlierern unter den Einzeltiteln gehören die Aktien von adidas. Sie verlieren 1 Prozent. Belastet wird die Stimmung für die Aktie von enttäuschend ausgefallenen Geschäftsergebnissen des großen Konkurrenten Nike. Die Nike-Aktie war daraufhin im nachbörslichen US-Handel am Donnerstag um über 12 Prozent eingebrochen.

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.-

Bildquellen: Julian Mezger, iStock
Artikel empfehlen?

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Neustart vertagt
Am ersten Arbeitstag nimmt sich der neue Chef Zeit zur Problemanalyse. Er will Details zur neuen Strategie erst im Herbst verkünden.

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
03.07.2015Deutsche Bank HaltenIndependent Research GmbH
01.07.2015Deutsche Bank NeutralBNP PARIBAS
30.06.2015Deutsche Bank NeutralBNP PARIBAS
22.06.2015Deutsche Bank HoldKepler Cheuvreux
19.06.2015Deutsche Bank NeutralBNP PARIBAS
08.06.2015Deutsche Bank kaufenBankhaus Lampe KG
08.06.2015Deutsche Bank buyCitigroup Corp.
08.06.2015Deutsche Bank overweightJP Morgan Chase & Co.
08.06.2015Deutsche Bank buyJefferies & Company Inc.
19.05.2015Deutsche Bank overweightJP Morgan Chase & Co.
03.07.2015Deutsche Bank HaltenIndependent Research GmbH
01.07.2015Deutsche Bank NeutralBNP PARIBAS
30.06.2015Deutsche Bank NeutralBNP PARIBAS
22.06.2015Deutsche Bank HoldKepler Cheuvreux
19.06.2015Deutsche Bank NeutralBNP PARIBAS
08.06.2015Deutsche Bank UnderperformBNP PARIBAS
08.06.2015Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
08.06.2015Deutsche Bank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
01.06.2015Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
14.05.2015Deutsche Bank UnderperformBNP PARIBAS
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Deutsche Bank AG Analysen

Heute im Fokus

DAX schließt schwächer -- Wall Street feiertagsbedingt geschlossen -- Griechisches Verfassungsgericht lässt Referendum zu -- K+S, Facebook im Fokus

Tsipras schwört seine Anhänger auf 'Nein' bei Referendum ein. Knappes Ergebnis bei Hellas-Referendum erwartet. Friedliche Demonstration gegen Sparauflagen für Griechenland. Alter Flughafen Berlin-Schönefeld bleibt länger am Netz. Tsipras fordert Schuldenschnitt und 20 Jahre mehr Zeit. Im Übernahmepoker um K+S verhärten sich die Fronten. Tsipras: Ein Nein beim Referendum wäre kein Ende der Verhandlungen. Varoufakis: Einigung mit Gläubigern kommt in jedem Fall zustande.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Welcher Fußballtrainer verdient am meisten?

Diese Aktien stehen bei Hedgefonds ganz oben

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Acht überraschende Fakten über den Chef des Tech-Riesen

Deutschland liegt ganz weit vorne

Welche Aktien zählt George Soros zu seinem Portfolio?

Welche Aktien könnten bis 2018 hin steigen?

Bestnoten für diese Chefs

mehr Top Rankings

Umfrage

Wie wird sich nach Ihrer Einschätzung der DAX bis zum Jahresende entwickeln?