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28.05.2012 06:00

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€uro am Sonntag

BÖRSENGÄNGE

Banges Warten auf Entscheidung in Athen

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Griechenland-Wahl bremst Börsengänge aus
Bis zur Griechenland-Wahl am17. Juni sind keine größeren Neuemissionen zu erwarten. Danach könnte der Markt rasch anspringen.

von Klaus Schachinger, €uro am Sonntag

Trotz der Turbulenzen an den Börsen mit Blick auf den Ausgang der Neuwahlen in Griechenland startete der Chemieriese Evonik am Freitag die heiße Phase in der Vorbereitung seines Börsengangs (IPO). Ein konkretes Datum nannten die Eigentümer, die RAG-Stiftung und Finanzinvestor CVC, ­jedoch nicht. In Finanzkreisen wird die Erstnotiz für den 25. Juni erwartet. Das Volumen des wohl größten Deutschland-IPOs für 2012 wird auf fünf Milliarden Euro geschätzt.

In den Startlöchern sitzt auch der Versicherungskonzern Talanx. Geschätztes IPO-Volumen: knapp eine Milliarde Euro. „Der anvisierte Börsengang von Evonik ist ein Zeichen dafür, dass IPOs weiter möglich sind“, sagte ein Sprecher des Versicherungskonzerns auf Anfrage. Man beobachte die Märkte weiter sehr ­genau. Für Angaben über einen Termin für den Börsengang und das IPO-Volumen sei es jedoch noch zu früh. „Wir hatten ein sehr gutes erstes Quartal, in Bezug auf einen Börsengang stehen wir jedoch nicht unter Druck“, so der Sprecher.

Ähnlich beurteilt auch Joachim von der Goltz, der bei der Schweizer Bank UBS das Geschäft mit Börsengängen in Deutschland leitet, die Situation auf dem IPO-Markt: „Bis zu den Wahlen in Griechenland am 17. Juni wir es in Europa keine größeren Börsengänge geben.“

Ansturm auf Banken möglich
Die Unsicherheit in Bezug auf einen möglichen Austritt Griechenlands nach den Wahlen am 17. Juni sei stark gestiegen. „Sollte eine EU-kritische Koalition in Athen die Mehrheit bekommen, ist ein Ansturm der Anleger auf die Banken insbesondere in Spanien, Portugal und Italien nicht auszuschließen“, warnt von der Goltz.

Sollte es in Athen jedoch nicht zu einer Eskalation der europäischen Schuldenkrise kommen, weil die Politiker einen Kompromiss finden, könnte sich die Lage an den Märkten schnell beruhigen — mit einer entsprechend positiven Entwicklung an den Aktienmärkten. „Dann wäre ein etwaiger Evonik-Termin gegen Ende Juni ein guter Zeitpunkt für einen Börsengang“, meint der Experte. Im Durchschnitt müsse mit vier Wochen für die letzte Phase der Durchführung eines Börsengangs gerechnet werden. Für die Kandidaten bliebe also auch nach der Griechenland-Wahl noch Zeit, um den Sprung an die Börse vor der Sommerpause zu schaffen. Das Zeitfenster reiche etwa bis Ende der dritten Juli-Woche. Eine Woche später, am 28. Juli, werden die Olympischen Spiele in London eröffnet. In der Woche vor dem Start der Spiele würden die ­Investoren bereits kein großes Interesse mehr am IPO-Markt zeigen, so von der Goltz.

Ein Kandidat, der in einem stabilen Markt nach der Griechenland-Wahl noch vor der Sommerpause den Schritt aufs Parkett wagen könnte, ist die Autozuliefersparte Kolbenschmidt Pierburg (KSPG) des Rüstungskonzerns Rheinmetall. Geschätztes IPO-Volumen: bis zu 500 Millionen Euro. Man nehme sich angesichts der unsicheren Märkte alle zur Verfügung stehende Flexibilität, um vor der Sommerpause einen Börsengang durchzuführen, sagte ein Rheinmetall-Sprecher.

Bildquellen: istock/Yong Hian Lim

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