von Klaus Schachinger, Euro am Sonntag
Die Börsendebüts von Telefónica Deutschland und dem Versicherer Talanx haben die Bilanz der Frankfurter Börse im Geschäft mit Neuemissionen gerettet. In der Statistik des Börsendienstleisters Dealogic schaffte es der Standort Deutschland erstmals seit Beginn der Finanzkrise zurück in die globale Top-Ten-Liste. Mit zusammen über 2,5 Milliarden Dollar Emissionsvolumen stellen Telefónica Deutschland und Talanx gut 95 Prozent des Volumens. Beleuchtungsspezialist Hess, KTG Energie und Lotto24 fallen kaum ins Gewicht.
Unterdessen laufen die Vorbereitungen für weitere Börsengänge. Der Startschuss für einen Verkauf oder das Initial Public Offering (IPO) des Wissenschaftsverlags Springer Science soll in der kommenden Woche fallen. Für das sogenannte Dual-Track-Verfahren hat der Inhaber des Verlags, der schwedische Finanzinvestor EQT, den US-Banken Goldman Sachs und J. P. Morgan das Mandat erteilt.
Der Börsenwert des Verlags wird inoffiziell auf drei bis vier Milliarden Euro geschätzt. Der Umsatz stieg 2011 um 2,4 Prozent auf 875 Millionen Euro, während das operative Ergebnis um sieben Prozent auf 313 Millionen Euro zulegte. Als mögliche Käufer werden der Informationsdienstleister Informa, Reed Elsevier und der frühere Besitzer Bertelsmann genannt.
Siemens hat die Pläne für einen klassischen IPO der Lichttechnik-Tochter Osram ad acta gelegt. Aktionäre sollen bei der Abspaltung (Spin-off) für zehn Siemens-Aktien ein Osram-Papier ins Depot eingebucht bekommen. Der Kurs dürfte nach geschätztem Unternehmenswert zwischen 20 und 25 Euro liegen.
Bildquellen: istock/Yong Hian Lim