von Klaus Schachinger, Euro am Sonntag
Die jüngsten Börsengänge lösten zwar keine Euphorie unter Anlegern aus, dennoch werden sie als wichtige Lebenszeichen eingestuft. „Die zentrale Botschaft ist, dass Börsengänge möglich sind und die Debütanten ihre Wachstumspläne umsetzen können“, so Martin Steinbach, Kapitalmarktexperte der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young.
Beim Börsengang (IPO) des Mobilfunkbetreibers O2 soll das Orderbuch inklusive Mehrzuteilungsoption bereits überzeichnet sein. Zu welchem Preis die Titel, die zwischen 5,50 und 6,00 Euro angeboten werden, an die Börse kommen werden, ist nicht absehbar. Die Zeichnungsfrist läuft noch bis Montag.
Der IPO von Hess verlief eher schwach. Der Straßenbeleuchtungshersteller hatte seine Aktien am unteren Ende der bereits reduzierten Spanne zum Preis von 15,50 Euro zugeteilt. Freitagmittag notierte die Aktie leicht darunter. Der Hess AG flossen 35,65 Millionen Euro zu.
Frankfurt liegt mit Börsengängen im Gesamtwert von über 600 Millionen Euro für 2012 nach Zahlen des Dienstleisters Dealogic in Europa auf Platz 5 hinter Amsterdam mit
2,3 Milliarden Euro und London mit 2,1 Milliarden Euro.
Der Wissenschaftsverlag Springer Science will ebenfalls an die Börse, ein konkreter Termin steht aber noch aus. Sein Wert wird auf drei
bis vier Milliarden Euro taxiert. Deutschlands größter Wohnungskonzern Deutsche Annington traut sich einen Börsengang in der zweiten Hälfte 2013 zu.