FRANKFURT/DARMSTADT (dpa-AFX) - Vor der Anti-Fluglärm-Demonstration am Samstag am Frankfurter Flughafen hat Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) friedliche Proteste angemahnt. "Wenn die Sicherheit der Passagiere und Gäste oder die Funktionstüchtigkeit des Flughafens gefährdet werden, dann kann man so etwas nicht mehr machen", sagte er dem "Darmstädter Echo" (Samstag). "Ich denke aber, dass die Demonstranten aus eigenem Interesse klug genug sind, ihr Anliegen nicht dadurch zu beschädigen, indem sie ihre Aktionen überziehen. Ich kann hier nur an die Vernunft aller Beteiligten appellieren." Zu dem Protest werden rund 10.000 Demonstranten erwartet.
Bouffier meinte weiter: "Eines ist klar: Eine gewalttätige Auseinandersetzung darf es in einem zivilisierten Staat nicht geben." Er begrüßte, dass die Lärm-Gegner am Flughafen ihr Demonstrationsrecht wahrnehmen dürfen: "Dass eine Aktiengesellschaft wie die Fraport Demonstrationen auf ihrem eigenen Gelände erlaubt, dürfte auf der Welt ziemlich einmalig sein. Dies ist eine Form des Umgangs miteinander, die ich ausdrücklich begrüße."
Der Regierungschef kündigte für Februar Schritte zur Begrenzung des Fluglärms im Rhein-Main-Gebiet an: "Wir arbeiten mit einem Bündel von Maßnahmen, die wir in drei Wochen fertig haben wollen, den Lärm schrittweise zu mindern. In der Nacht und am Tag. Wir wollen und müssen mit dem Lärm runter." Dabei gehe es unter anderem um veränderte Anflug- und Startverfahren sowie um Hilfen zur Schallschutz-Dämmung. Bouffier meinte zu den passiven Schallschutz-Maßnahmen: "Fraport ist hier am Zug. Aber auch wir als Land werden uns engagieren, und ich glaube, dass die Stadt Frankfurt mitwirken sollte. Die Gespräche laufen noch."
Bouffier betonte, dass die angepeilte Zahl von rund 700.000 Flugbewegungen nur zu vertreten sei, wenn die Lärmbelastung nicht weiter zunehme: "Eine Steigerung der Flugbewegungen kann nur in Relation zur Belastung gesehen werden. Das kann bedeuten, dass die für 2020 geplante Zahl der Flugbewegungen erst 2025 oder 2030 erreicht wird, wenn die einzelnen Flugbewegungen erst dann deutlich leiser sind. Wenn man bei der Frage der Lärmbelastung nicht entschieden vorankommt, sind eben mehr Starts und Landungen nicht verkraftbar."/jba/DP/he