09.01.2013 16:11
Bewerten
 (1)

Britische Konzernchefs warnen Premier Cameron vor Anti-EU-Kurs

   LONDON (AFP)--Mehrere britische Konzernchefs haben Premierminister David Cameron davor gewarnt, den Verbleib des Landes in der EU aufs Spiel zu setzen. "Wir müssen aufpassen, dass wir keine komplette Neuverhandlung unserer EU-Mitgliedschaft fordern, denn dies würde mit Sicherheit auf Ablehnung stoßen", schrieben die Wirtschaftsbosse in einem offenen Brief, der am Mittwoch in der Zeitung "Financial Times" veröffentlicht wurde. Eine solche Forderung würde die Beziehungen zur EU gefährden, die Abnehmerin der Hälfte der britischen Exporte sei.

   Die Konzernchefs, unter ihnen der Milliardär und Virgin-Gründer Richard Branson, forderten aber "dringend mehr EU-Reformen", insbesondere mit Blick auf die europäische Arbeitszeitrichtlinie, den "antiquierten EU-Haushalt" sowie die Vollendung des Binnenmarktes in den Bereichen digitale Dienstleistungen, Telekom und Energie. Großbritannien müsse bei diesen Reformbemühungen die Führung übernehmen. Wenn London aber eine vollständige Neuverhandlung der Mitgliedschaft verlange, werde diese "aufs Spiel gesetzt", erklärten die Wirtschaftsbosse. Die Folge wäre "schädliche Unsicherheit für britische Unternehmen".

   Hintergrund ist das zunehmend EU-kritische Auftreten Camerons in den vergangenen Monaten. Der Premier steht unter dem Druck des euroskeptischen Flügels seiner konservativen Tory-Partei sowie von Meinungsumfragen, nach denen immer mehr Briten einen Ausstieg des Landes aus der EU befürworten.

   Ein Referendum darüber hat der Premier nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Im November sagte Cameron, er wolle an der EU-Mitgliedschaft Großbritanniens festhalten, aber eine "neue Vereinbarung" erreichen, die den Ausstieg aus einzelnen Politikfeldern ermögliche.

   Der offene Brief war auch vom Präsidenten des britischen Industrieverbandes CBI, Roger Carr, sowie den Chefs des Bergbau-Konzerns Rio Tinto, der Werbeagentur WPP, der London Stock Exchange und dem Telefonkonzern BT unterzeichnet.

   DJG/AFP/chg

   (END) Dow Jones Newswires

   January 09, 2013 09:40 ET (14:40 GMT)- - 09 40 AM EST 01-09-13

Heute im Fokus

DAX schließt unter 9.000 Punkten -- Ölpreis tief im Minus -- Strafzinsen für Mittelstandskunden der Commerzbank -- VW will US-Autofahrer großzügig entschädigen -- Siemens im Fokus

VW muss Jahreszahlen bis Ende April vorlegen. Technologie-Aktien folgen der Talfahrt an der Nasdaq. Griechische Börse auf niedrigstem Stand seit 2012. Kalipreisverfall - 11 Fragen an K+S-Chef Norbert Steiner. Finanzaufsicht schließt Frankfurter Maple Bank. Credit-Suisse-Chef hat wohl Bonus-Halbierung beantragt.
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten
Wieviel verdient man in den einzelnen Bundesländern?
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die öffentliche Verschwendung
Wen sieht die BrandZ-Studie vorn?
Diese Materialien könnten Sie sich nach Ihrem nächsten Lottogewinn gönnen
Wer waren die Aktienstars des deutschen Leitindex?
Wie entwickelten sich Rohstoffe im 3. Quartal?
mehr Top Rankings

Umfrage

Die Geldgeber Griechenlands sind mit den Reformbemühungen der Regierung in Athen laut einem Medienbericht noch nicht zufrieden. Ist für Sie das Thema Grexit abgehakt?