Aufsichtsratssitzung: Zwei Generalbevollmächtigte sollen zu Vorständen berufen werden
München. Der angeschlagene Reise- und Handelskonzern Arcandor trifft bei der Anbahnung von Staatshilfen auf Widerstand. Der wichtigste Gläubiger des Essener Unternehmens, die britische Royal Bank of Scotland (RBS), weigere sich bislang, die Anstrengungen des Konzerns um öffentliche Bürgschaften zu unterstützen, schreibt die Wirtschaftszeitung €uro am Sonntag laut Vorabbericht (E-Tag: 16. Mai 2009). Das Blatt beruft sich dabei auf Londoner Finanzkreise. Demnach sei die RBS derzeit nicht bereit, einen Antrag auf Staatsgarantie zu unterstützen. Deutsche Kreditgeber wie die Bayerische Landesbank und die Commerzbank seien hingegen willens, dem Unternehmen mit Anträgen unter die Arme zu greifen. Eine Frankfurter Sprecherin der RBS wollte dazu keinen Kommentar abgeben. Vorstandschef Karl-Gerhard Eick strebt öffentliche Bürgschaften über 650 Millionen Euro an. Wie das Blatt weiter schreibt, erwarte die Arbeitnehmerseite von einer für Sonntag anberaumten Aufsichtsratssitzung Aufklärung über den Stand der Verhandlungen zur Rettung des Unternehmens und unterstütze die Bemühungen um Staatshilfe. "Wir haben Politiker auf Bundes-, Landes- sowie kommunaler Ebene angeschrieben und sie auf die Notwendigkeit öffentlicher Hilfe für Karstadt aufmerksam gemacht. Das Echo ist positiv", sagte Hellmuth Patzelt, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, der Wirtschaftszeitung. In der Sitzung wird es auch um die Berufung der bisherigen Generalbevollmächtigten und Eick-Vertrauten Zvezdana Seeger und Arnold Mattschull zu Vorständen gehen. Die Arbeitnehmerseite lehnt dies bislang ab. Im Juni werden Kreditlinien über 650 Millionen Euro fällig. Den Kreditbedarf zur Finanzierung der Restrukturierung des Konzerns beziffert Eick auf 800 Millionen. Zudem ist eine Kapitalerhöhung durch die Hauptaktionäre, das Bankhaus Sal.Oppenheim sowie Quelle-Erbin Made-leine Schickedanz, geplant.