18.02.2013 09:46
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Schatten über Kauf von Heinz - Aufsicht vermutet Insiderhandel

Buffetts Milliardencoup
Die 23 Milliarden Dollar schwere Übernahme des amerikanischen Ketchup-Königs H.J. Heinz bekommt einen bitteren Beigeschmack. Die US-Börsenaufsicht vermutet verbotenen Insiderhandel.
Nun stellt sich die Frage: Wer könnte den Deal ausgeplaudert haben? Es geht um viel Geld.

    Die SEC ließ am Freitag per Eilbeschluss von einem Gericht das Vermögen in einem Depot einfrieren, über das die verdächtigen Geschäfte liefen. Wer die Besitzer des Depots sind, ist allerdings vollkommen unklar. Es handele sich entweder um ausländische Anleger oder um Anleger, die über das Ausland gehandelt hätten, erklärte die Börsenaufsicht.

     Die Ermittler konnten die Spur bis zu einem Konto in Zürich zurückverfolgen. Die SEC hegt den Verdacht, dass die Besitzer des Kontos durch einen Tipp Wind von der anstehenden Heinz-Übernahme durch Starinvestor Warren Buffett und den Finanzinvestor 3G Capital bekommen hatten. Sie hätten daraufhin am Mittwoch massenhaft sogenannte Optionen gekauft, so die Mutmaßung. Durch diese lässt sich mit einem geringen Einsatz auf ein Kursplus wetten.

 Nach Kenntnis der SEC kauften die Anleger Optionen für 90 000 Dollar. Als die Übernahme am Donnerstag offiziell verkündet wurde, sprang die Heinz-Aktie um 20 Prozent hoch. Durch die Hebelwirkung der Optionsgeschäfte sahnten die unbekannten Anleger aber noch weit mehr ab. Sie machten laut SEC einen Reibach von 1,7 Millionen Dollar.

  Zusammen mit dem ursprünglichen Einsatz liegen damit nun Werte von 1,8 Millionen Dollar in dem fraglichen Depot. Wenn die Unbekannten an ihr Vermögen heranwollten, müssten sie vor Gericht erscheinen und ihr Handeln erläutern, sagte SEC-Mitarbeiter Sanjay Wadhwa.

   Bekannt ist: Die Geschäfte wurden über die US-Investmentbank Goldman Sachs abgewickelt, die selbst allerdings nicht Gegenstand der Ermittlungen ist. Das Wall-Street-Haus kooperiert nach eigenen Angaben mit der SEC.

     Sollte sich der Verdacht des Insiderhandels erhärten, wäre das insbesondere für Warren Buffett ein Schlag. Der 82-jährige Chef und Hauptaktionär der Investmentholding Berkshire Hathaway (Berkshire Hathawa b) legt besonderen Wert auf saubere Geschäfte. Schon vor zwei Jahren trennte er sich wegen zweifelhafter Aktienkäufe von seinem wichtigen Manager und möglichen Nachfolger David Sokol.

    Das Problem bei den Ermittlungen nach dem möglichen Leck ist, dass es zahlreiche Mitwisser bei der größten Übernahme in der Lebensmittel-Branche gab: beteiligte Anwälte und Banker, das Management von Heinz und die Seite der Käufer. Sie werden sich nun Fragen der Börsenaufseher gefallen lassen müssen.

 

    Insiderhandel ist verboten, weil Börsengeschäfte auf Basis vertraulicher Informationen andere Anleger benachteiligen. Es gab in den USA zuletzt eine ganze Reihe von Verurteilungen in derartigen Fällen.

  Bereits am späten Donnerstag hatten erste Spekulationen über verdächtige Optionsgeschäfte sowie ein Eingreifen der SEC die Runde gemacht. "Irreguläre oder hochgradig auffällige Optionsgeschäfte vor einer Fusion oder Übernahme sind ein ernstes Warnsignal, dass Anleger möglicherweise unlauter mittels geheimer Informationen gehandelt haben", sagte SEC-Ermittler Daniel Hawke.

    Der Name von Buffetts Partnerfirma 3G Capital fiel bereits in einem anderem Fall von möglichem Insiderhandel im vergangenen Jahr. Dieses Mal ging es um die Übernahme der Fastfood-Kette Burger King im Jahr 2010. Die Börsenaufsicht SEC ließ vergangenen September das Vermögen eines Bankers einfrieren, weil sie verbotenen Handel witterte. Der Insidertipp soll dabei von einem Geschäftspartner von 3G gekommen sein. Gegen den Finanzinvestor selbst wurden keine Vorwürfe erhoben.

 WASHINGTON/NEW YORK (dpa-AFX)

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