30.12.2012 13:31
Bewerten
 (0)

Bundesbank-Chef sieht noch kein Ende der Krise - Presse

   Bundesbankpräsident Jens Weidmann glaubt nicht, dass die Eurokrise bereits abgehakt ist. "Die Ursachen sind noch lange nicht beseitigt," sagte Weidmann der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Gleichzeitig warnte er die Politik davor, sich aus der Verantwortung für die Lösung der Krise zu stehlen: Es werde zur Gefahr, "wenn die Politik mit der Krise nichts mehr zu tun haben will und erwartet, dass die Notenbank die Kastanien aus dem Feuer holt," sagte Weidmann.

   Der Bundesbankpräsident wiederholte seine Kritik an Mario Draghi, dem Chef der Europäischen Zentralbank, und seiner Ankündigung, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen von in Schwierigkeiten geratenen Eurozone-Ländern aufzukaufen. "Ich befürchte stabilitätspolitische Risiken und die Gefahr einer Vermischung von Geld- und Fiskalpolitik," wird Weidmann von der Zeitung zitiert.

   Die Notenbank könne lediglich "Solvenzrisiken zwischen den Euroländern unbegrenzt umverteilen", was eine Art Versicherung sei: "Aber die Versicherung macht das System noch nicht stabiler." Weidmann fugte hinzu: "Das Eurosystem darf sich nicht in die Nähe zur monetären Staatsfinanzierung begeben."

   Weidmann wiederholte frühere Aussagen, nach denen er trotz seines Konflikts mit Draghi über den Kurs in der Eurokrise nicht an Rücktritt gedacht habe. "Wenn alle Bundesbankpräsidenten zurückträten, was würde das bringen? Dann würden alle solange zurücktreten, bis einer kommt, der alles abnickt," zitierte ihn die Zeitung. Weidmanns Vorgänger bei der Bundesbank, Axel Weber, war im vergangenen Jahr zurückgetreten. Auch er hatte sich kritisch über den Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB geäußert.

   DJG/WSJ/jhe

   (END) Dow Jones Newswires

   December 30, 2012 07:00 ET (12:00 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 07 00 AM EST 12-30-12

Artikel empfehlen?

Heute im Fokus

DAX schließt in Grün -- Staatsanwaltschaft: Germanwings-Co-Pilot verheimlichte Erkrankung -- US-Börsen leicht im Plus -- Apple, Air Berlin im Fokus

Intel in Gesprächen über Altera-Übernahme. Eurokurs steigt über 1,09 US-Dollar. S&P bestätigt Österreich-Rating. Griechische Regierungskreise: Können Schulden bald nicht mehr zahlen. Dürr-Aktionäre erhalten mehr Dividende. Griechische Reformliste fertig - Sitzung am Abend in Brüssel. Dow Chemical spaltet Großteil seines Chlor-Alkali-Geschäfts ab.

Themen in diesem Artikel

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Welches ist das erfolgreichste Geschäftsfeld von Apple?

In diesen Ländern finden Sie leicht Arbeit!

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Wissenswertes rund um die Investorenlegende

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

10 Patente, die Apple für die Zukunft bereithält

Welche Aktien zählt Warren Buffet zu seinem Portfolio?

Die wundersame Welt von Google

mehr Top Rankings

Umfrage

Berichte über Probleme im Zusammenhang mit der Einführung des Mindestlohns hält Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft für aufgebauscht. Wie stehen Sie zu diesem Thema.