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22.10.2012 12:02

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Bundesbank erwartet für 3. Quartal spürbaren BIP-Anstieg


   Von Hans Bentzien

   Die deutsche Wirtschaft ist nach Einschätzung der Bundesbank im dritten Quartal 2012 "spürbar" gewachsen, steuert aber im vierten Quartal auf eine Stagnation oder sogar einen Rückgang der Wirtschaftsleistung zu. In ihrem aktuellen Monatsbericht erklärt die Bundesbank die Stärke im dritten Quartal unter anderem mit Sonderfaktoren, die im Schlussquartal nicht erneut wirken dürften. Das Bundeswirtschaftsministerium sagt für das vierte Quartal eine deutliche Abschwächung voraus.

   Belastet wird die Konjunktur in Deutschland laut Bundesbank vor allem von der weltweiten Wachstumsschwäche und der Euro-Krise, die sich in einer allgemein erhöhten Unsicherheit über die Aussichten der Weltwirtschaft und eingetrübten Exportaussichten und letztlich in einer niedrigeren Nachfrage nach Investitionsgütern niederschlagen. Auch die im Vergleich zu den Warenausfuhren recht schwache Einfuhrtätigkeit deute darauf hin, dass eine Dämpfung der Produktion bevorstehen könnte.

   "Es verdichten sich die Anzeichen, dass auf eine spürbare Expansion der Wirtschaftsleistung im dritten Vierteljahr 2012 eine Stagnation oder sogar ein leichter Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Schlussquartal des Jahres folgen könnte", befand die Bundesbank. Ihrer Einschätzung nach beruhte der deutliche Anstieg der Industrieproduktion im Juli und August auch darauf, dass einige Automobilhersteller ihre Werke im Sommer nicht schlossen. "In den Herbstmonaten entfällt dieser Effekt", merkte die Bundesbank an.

   Gestützt wird die Konjunktur laut Bundesbank weiterhin vom Wohnungsbau und vom privaten Konsum. Während der Wohnungsbau "von den günstigen Finanzierungsbedingungen, dem Mangel an Alternativanlagen und der gestiegenen Verunsicherung profitiert", kämen dem privaten Verbrauch spürbare Realeinkommensgewinne zu Gute.

   Das Bundeswirtschaftsministerium hat sich in seinem Monatsbericht ebenfalls pessimistisch geäußert. "Im Schlussquartal 2012 dürfte es in Deutschland zu einer deutlichen konjunkturellen Abschwächung kommen", heißt es im aktuellen Monatsbericht. Dämpfend wirke vor allem die wirtschaftliche Schwäche in einigen Ländern des Euroraums.

   Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 0,3 Prozent gewachsen, nachdem sie im ersten um 0,5 Prozent zugelegt hatte. Bankvolkswirte wollen wegen der schwachen Ergebnisse bei Unternehmensumfragen (ifo-Index, Einkaufsmanagerindizes) einen BIP-Rückgang im dritten Quartal nicht ausschließen. Zu dieser Prognose passen allerdings die zuletzt starken Produktionsdaten nicht, auf die auch die Bundesbank Bezug nimmt.

   Das Statistische Bundesamt wird erste BIP-Daten für das dritte Quartal am 15. November veröffentlichen.

   Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

   (Mitarbeit: Beate Preuschoff)

   DJG/hab/bam

   (END) Dow Jones Newswires

   October 22, 2012 06:00 ET (10:00 GMT)

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