HANNOVER (dpa-AFX) - Der französisch-amerikanische Telekomausrüster Alcatel-Lucent rechnet mit der Zunahme von Bezahldiensten im Internet. Heute nähmen die Nutzer bei kostenlosen Diensten noch Qualitätsmängel und lange Wartezeiten in Kauf, sagte Deutschlandchef Alf Henryk Wulf am Montag auf der Computermesse CeBIT in Hannover. "Morgen, wenn die zuverlässige Bereitstellung von Datenströmen unabdingbar ist, wird der Nutzer lieber zahlen als schlechte Qualität zu akzeptieren."
Als Beispiel nannte Wulf das Internet-Fernsehen, das hohe Übertragungsgeschwindigkeiten benötigt. Hier seien Kunden bereits heute bereit, extra zu zahlen. Allerdings werde es auch weiterhin kostenlose Dienste geben. Auf einen Zeitpunkt, wann das Bezahl- Internet auf breiter Fläche Einzug hält, wollte er sich nicht festlegen.
Den grundsätzlichen Ausbau des Breitband-Netze sieht Wulf trotz Wirtschaftsflaute gesichert. Er setzt insbesondere auf staatliche Konjukturprogramme. So will die Bundesregierung mittelfristig in ganz Deutschland Breitband verfügbar machen. Als wesentlichen Treiber für das schnelle Internet sieht Wulf Videos, wie sie etwa bei YouTube angeboten werden.
Alcatel-Lucent stellt Übertragungsanlagen für Festnetz und Mobilfunk her. "Wir sind mit dem Verlauf des Geschäfts soweit zufrieden", sagte Deutschland-Chef Wulf. "Wir gehen nicht von einem größeren Einbruch aus." Entsprechend plant der Konzern hierzulande nach Wulfs Worten auch keine massiven Einschnitte beim Personal. "Wir schließen einen Stellenabbau größeren Maßes aus." Weltweit fährt Alcatel-Lucent dagegen derzeit ein Sparprogramm, um durch die Wirtschaftsflaute zu kommen. Insgesamt arbeiten 76.000 Menschen im Unternehmen, 4.500 davon in Deutschland. /das/so/sb