FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Augenheilkundespezialist und Medizintechnikhersteller
Carl Zeiss Meditec ist auf der Suche nach Zukäufen. Mit einer hohen Eigenkapitalquote von 73 Prozent und auf Bankkonten liegenden 110 Millionen Euro sieht sich die Zeiss-Tochter auch für größere Übernahmen gewappnet. Zudem könnte die Mutter mit einem Darlehen einspringen, und es könnte eine Anleihe begeben werden, listete Meditec-Finanzvorstand Christian Müller im Interview mit der "Börsen-Zeitung" (Samstag) weitere finanzielle Unterstützungen für eine mögliche Akquisition auf. Sollte jedoch kein geeignetes Unternehmen zu finden sein - "wir lassen uns vom Kapitalmarkt nicht zu irgendwelchen unüberlegten und unausgereiften Transaktionen verleiten" -, sei eine Sonderausschüttung möglich bis zur Höhe eines kompletten Jahresüberschusses. Statt der tatsächlich gezahlten 30 Cent je
Aktie für das vergangene Geschäftsjahr hätten die Aktionäre dann mit 82 Cent fast das Dreifache erhalten.
Zugleich betonte Müller, man wolle auch künftig stärker als der Markt wachsen und zugleich die operative Marge auf 15 Prozent steigern. Das Medizintechnikunternehmen sei "in der glücklichen Situation", relativ unabhängig von Konjunkturzyklen zu sein und stattdessen von der zunehmenden Alterung und vom Wachstum der Bevölkerung zu profitieren. Dies stoße inzwischen auf steigendes Interesse von Investoren. Bei weiter gutem Erfolg könnte sich die neue Brustkrebsbehandlung zu einer vierten eigenständigen Sparte entwickeln.