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04.01.2009 09:00

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Cash und Mut - die Startaufstellung für 2009 (EuramS)


Aktien, Anleihen, Immobilien oder gar Festgeld – womit wird 2009 am meisten zu verdienen sein? Wie Sie Ihr Depot optimal auf ein heißes Jahr vorbereiten.

von Julia Groß, Carl Batisweiler, Martin Blümel, Hartmut Conrad , Peter Gewalt

Selten hat es Anlegern so wehgetan, am Ende des Jahres Bilanz zu ziehen, wie 2008. Immobilienkrise, Finanzkrise, Rezession: Das diabolische Dreiergespann sorgte dafür, dass die meisten Depots – wenn sie nicht gerade eine erhebliche Cash-Quote besaßen oder in großem Stil auf fallende Kurse wetteten – tief in die Verlustzone rutschten. "Die Weltkonjunktur hat in den vergangenen Wochen eine Vollbremsung hingelegt", kommentiert Ingo Mainert, Chief Investment Officer der Cominvest. Wann der Motor wieder anspringen wird, darüber zerbrechen sich momentan alle Experten in Banken und Wirtschaftsforschungsinstituten den Kopf. Die breite Mehrheit von ihnen hofft, dass die Regierungshilfspakete in der zweiten Jahreshälfte 2009 ihre Wirkung entfalten. Wenn die Weltwirtschaft wieder Gas gibt, sollten Anleger aber, bildlich gesprochen, schon angeschnallt im Auto sitzen und sich genau überlegt haben, was sie mit auf die Reise nehmen wollen. Denn der Crash hat wieder bewiesen: Den Ein- und Ausstieg optimal auf den Beginn oder das Ende eines Börsentrends abstimmen zu können, ist eine Illusion.

Das sogenannte Market Timing, also das punktgenaue Kaufen und Verkaufen zum richtigen Zeitpunkt, funktioniert nicht. Das haben 2008 Profis und Privatanleger weltweit erfahren. Und dem Herdentrieb zu folgen, ist keine Lösung. Dies gilt auch für das gerade begonnene Jahr. "Wenn man mit dem Einstieg auf bessere Makrodaten wartet, könnte es schon zuspät sein, weil der Markt dann schon gedreht hat", bestätigt das Londo-ner Portfolio-Strategieteam von Goldman Sachs. Doch wie sieht die kluge Vermögensaufteilung für Privatan­leger zu Beginn eines Jahres mit, nach Ansicht vieler Experten, außergewöhnlichen Chancen und Risiken aus? Der Schlüssel zu einem langfristigen Anlageerfolg liegt in einer strategischen Aufteilung des Kapitals auf verschiedene Anlageklassen, der sogenannten Assetallokation. Durch Investitionen in verschiedene Vermögenskategorien und verschiedene Märkte und Branchen, die idealerweise wenig Korrelationen miteinander aufweisen, lässt sich das Risiko streuen und die Rendite stabilisieren. Statistisch finden die größten Renditezuwächse in Märkten innerhalb sehr kurzer Zeiträume statt, die zu treffen einem Glücksspiel gleichkommt. Bis zu 90 Prozent der Renditestabilität eines Portfolios sind deshalb auf die grundsätzliche Auswahl der Anlageklassen zurückzuführen, nur knapp zwei Prozent auf Market Timing, zeigte erstmals 1986 eine Untersuchung von 91 US-Pensionsfonds über einen Zeitraum von zehn Jahren.

Die Lehren für das Jahr 1 nach dem Börsenjahr 2008: Konjunktureinbrüche oder gar Desaster dürfen Portfolios nicht nachhaltig beschädigen. Wer Anfang vergangenen Jahres ein von teuren Aktien dominiertes Portfolio hielt und per kurzfristigem Timing langfristig Erfolg anstrebte, dürfte nach dem vergangenen Jahr fast das Gefühl eines Totalschadens im Depot haben. Das Bargeld und Staatsanleihen feste Bestandteile eines langfristig angelegten Depots sind, dürften viele Anleger erst in den vergangenen Monaten entdeckt haben. Doch bei sinkenden Geldmarkt- und Tagesgeldzinsen werden diese Kapitalparkplätze von Woche zu Woche unattraktiver.

"Ich stelle immer wieder fest, dass Anleger die Bedeutung eines ausgewogenen Portfolios unterschätzen", sagt Achim Küssner, Schroders-Geschäftsführer für Deutschland, Österreich und Osteuropa. "Viele neigen dazu, je nach Marktsituation zu einseitig auf bestimmte Anlageklassen zu setzen – entweder zu bullish oder zu bearish."

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