DAX6.264-0,3%  Dow12.394-0,2%  Euro1,2355-0,0% 
ESt502.1190,1%  Nas2.827-0,4%  Öl101,80,2% 
TDax751,0-0,0%  Nikkei8.450-1,1%  Gold1.559-0,1% 

04.01.2009 09:00

Senden

Cash und Mut - die Startaufstellung für 2009 (EuramS)


Seite 3 von 3:
Auch wenn die Kurse durchaus noch weiter sinken können, sollten Anleger deshalb zum Jahresanfang zumindest ihre Strategie überdacht haben, womöglich auch schon erste Kauforders platzieren. "Wir empfehlen, über die nächsten sechs Monate schrittweise in den Markt einzusteigen", sagt Schroders-Geschäftsführer Achim Küssner.

Konkret raten die Experten von Sal. Oppenheim, mit einem leicht untergewichteten Aktienanteil ins Jahr zu starten. "Aus derzeitiger Sicht der Dinge sollte eine Übergewichtung der Aktienquote voraussichtlich nicht vor dem zweiten Halbjahr 2009 erfolgen, zumindest nicht, bevor ein Tief im Gewinnzyklus der Unternehmen für uns klar erkennbar ist", erklärt Wolfgang Leoni, Chief Investment Officer Aktien. Für ein ausgewogenes Portfolio plant die Vermögensverwaltung Sal. Oppenheim daher zunächst mit 30 Prozent, später mit 40 Prozent Aktienanteil. Leoni bevorzugt europäische und US-Aktien gegenüber den Emerging Markets. Bei Rohstoffen empfiehlt er aufgrund der aktuellen Marktsituation noch Zurückhaltung.

"Auf der Rentenseite sehen wir im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld Potenzial für steigende Kurse. Deswegen sind wir im Rentenbereich deutlich übergewichtet", ergänzt Michael Henkel, Leiter Credits Oppenheim KAG. 45 statt der anvisierten 35 Prozent liegen in Staatsanleihen – vor allem internationale Renten bester Bonität auf währungsgesicherter Basis – und mehrheitlich deutschen Pfandbriefen. Zu 15 Prozent hält das Invest menthaus Sal. Oppenheim Immobilien- und Hedgefondsanteile, zehn Prozent bleiben als Cash-Reserve.

Cash sieht auch Gerhard Grebe, Vorstandsmitglied der Bank Julius Bär in Deutschland, als wichtigen Anteil des "Start-Depots" für 2009: "Aufgrund der Unsicherheiten am Markt und der sehr unterschiedlichen Prog­nosen für 2009 sehen wir als konservativ ausgerichteter Vermögensverwalter eine Übergewichtung von Cash als wichtigste singuläre Maßnahme der Asset-Aufteilung an. Wir rechnen im Lauf des Jahres mit einigen sehr interessanten Investmentchancen, für die Liquidität verfügbar sein sollte. Nach dem defensiven Start können wieder Risiken ins Portfolio genommen werden, wenn die Rezessionsanzeichen nachlassen", erklärt Grebe. "Zinsanlagen im Mittelfristbereich mit Laufzeiten von drei bis fünf Jahren sollten ihre Position im Depot behalten, wenn diese in Euro oder Dollar notieren."

Auf dem Aktienmarkt rät Julius-Bär-Vorstand Grebe anfänglich nur zu defensiven Branchen wie Healthcare oder Unternehmen mit hoher Dividendenrendite und starker Bilanz. "Chancen sehen wir auch in den Emerging Markets Asiens durch den Preisverfall bei Gebrauchsgütern, der zu verstärkter Nachfrage in diesem Bereich führen sollte." Der Leiter Research der MEAG, Jürgen Callies, hält Aktien und Unternehmensanleihen zwar für günstig, warnt jedoch vor den Folgen der allgemeinen Zurückhaltung der Investoren: "Die meisten risikoreicheren Assetklassen sind unter bewertungstechnischen Aspekten attraktiv, allerdings sind sie das bereits seit Monaten. Das vergangene Jahr hat jedoch auch eine Lektion erteilt, dass Liquidität austrocknen kann, dass faire Preise nicht bezahlt werden.

Vor diesem Hintergrund wird die Maßgabe für riskante Assetklassen im jetzt begonnenen Jahr nicht in erster Linie sein, ob man auf lange Sicht einen Mehrertrag erwartet, sondern ob man die Risikotragfähigkeit besitzt, diese Assetklassen auch langfristig zu halten und dabei eventuelle technische Rückschläge im Jahresverlauf zu überstehen", erklärt Jürgen Callies. Über die Verteilung des Kapitals auf verschiedene Anlagekategorien, Regionen und Branchen hinaus lohnt es sich für Investoren auch, übergeordnete Trends im Auge zu behalten und sich in deren Umfeld zu engagieren – die "Kür" zur Beimischung im Portfolio. Speziell in diesem Jahr, aber auch in den folgenden Jahren dürften die Themen CO2 und erneuerbare Energien dabei ganz oben auf der Tagesordnung stehen.

Ende 2009 findet in Kopenhagen die UN-Klimakonferenz statt, auf der ein Nachfolge­abkommen zum Kyoto-Protokoll geschlossen werden soll. Der Vertrag von Kyoto läuft 2012 aus, die Konferenz hat für die Zukunft des europäischen CO2-Handels, die Einrichtung weiterer Cap-and-Trade-Systeme und alle Hersteller von CO2-vermeidender Technologien enorme Bedeutung.

Die neue US-Regierung unter Barack Obama wird diesen Prozess aller Wahrscheinlichkeit nicht weiter behindern, sondern sogar unterstützen. Der designierte Energieminister Steve Chu, Physik-Nobelpreisträger, ist für seine "grüne" Haltung und als Anhänger der erneuerbaren Energien bekannt.

An Spannung wird es 2009 also kaum mangeln. Und im Gegensatz zum desaströsen Ende des Vorjahres bietet dieses Jahr Chancen – in allen Vermögenskategorien.

Seite:  123

Kommentare zu diesem Artikel

Geben Sie jetzt einen Kommentar zu diesem Artikel ab.
 Kommentar hinzufügen 

ANZEIGE

ANZEIGE

Was halten Sie von nutzergenerierten Chartanalysen auf finanzen.net?
Ich würde liebend gerne mein Wissen über Chartanalyse dem Publikum von finanzen.net zur Verfügung stellen.
Ich kenne mich bei Chartanalyse nicht so gut aus, halte nutzergenerierte Chartanalysen aber für einen echten Mehrwert.
Ich halte nichts von den Methoden der Chartanalyse und habe deshalb auch kein Interesse an nutzergenerierten Analysen.
 Abstimmen