19.03.2013 15:00
Bewerten
(8)

Commerzbank-Chef Blessing: Für uns ein Wendepunkt

Chaos Commerzbank: Commerzbank-Chef Blessing: Für uns ein Wendepunkt | Nachricht | finanzen.net
Martin Blessing: Für uns ein Wendepunkt
Chaos Commerzbank
DRUCKEN
Mit einer weiteren Kapitalerhöhung hat das Institut Aktionäre verprellt und einen Kurssturz ausgelöst. Besserung ist nicht in Sicht.
€uro am Sonntag
von W. Ehrensberger, Euro am Sonntag

Dirk Becker ist normalerweise eher ein Freund diplomatischer Formulierungen, wenn er um Aussagen gebeten wird. Doch am vergangenen Mittwoch platzte dem Analysten von Kepler Capital Markets der Kragen. Gerade hatte die Commerzbank mit der Ankündigung einer gemischten Bar-/Sachkapitalerhöhung von 2,5 Milliarden Euro mit Bezugsrechten für Altaktionäre die Märkte geschockt: Der Kurs brach zeitweise um 14 Prozent ein und lag zum Schluss mit 1,26 Euro rund zehn Prozent im Minus.

Mit den Mitteln sollen die stillen Einlagen des Bundes von 1,6 Milliarden Euro sowie der Allianz von 750 Millionen Euro zurückgezahlt werden. Aktionäre müssen damit eine weitere Verwässerung ihrer Anteile in Kauf nehmen. Dementsprechend groß war die Verärgerung bei Investoren.

„Die Bank tritt mit dieser Ankündigung ihren Anteilseignern in den Hintern, das ist eine Unverschämtheit“, schimpfte Becker. „Damit setzt dieses Geldhaus seinen Weg unbeirrt fort, permanent Aktionärsvertrauen zu zerstören. Das werden sie nicht wieder zurückholen.“ Noch vor zwei Jahren war es der Bank mit dem gelben Logo gelungen, eine Mega-Kapitalerhöhung von elf Milliarden Euro relativ geräuschlos über die Bühne zu bringen. Doch diesmal ging der Schuss nach hinten los, zumindest was die Reaktion der Märkte angeht.

Vorstandschef Martin Blessing wertete die Aktion dagegen als Erfolg: „Aus unserer Sicht ist das ein wichtiger Meilenstein, ein Wendepunkt“, sagte der Banker in einer ­Telefonkonferenz.

Seltsame Faszination
Auf einen Wendepunkt spekulieren unterdessen auch viele Trader. Es ließe sich schließlich viel Geld mit der Aktie verdienen, wenn man einen guten Einstiegszeitpunkt erwischen würde und es mit der Bank wieder aufwärtsginge. Die Faszination, die das Institut auf viele Börsianer ausübt, lässt sich durchaus begründen: Die Bewertung sieht interessant aus. Die Staatsbeteiligung schwindet. Durch die Maßnahmen reduziert sich der Anteil des Bundes von über 25 auf 20 Prozent. Die Bank wiederum spart durch die Rückgabe der stillen Einlage über 200 Millionen Euro Zinszahlungen pro Jahr. Das eröffne Spielräume für Dividendenzahlungen, lockt der Vorstand.

Für viele Marktbeobachter kommt die Kapitalmaßnahme gleichwohl zur Unzeit, zumal das Institut gerade von einer Restrukturierungsrunde in die nächste geht. In der Privatkundensparte etwa startete Blessing zu Jahresbeginn ein weiteres Stellenabbauprogramm. Der Bereich musste seit 2008 in einem beispiellosen Kraftakt bereits die Dresdner Bank integrieren. Den Beweis, dass die Großakquisition sinnvoll war, ist das Management bis heute schuldig geblieben.

Eine der Hauptaufgaben Blessings wird es sein es, die Kapitalmärkte von seiner Strategie für das Privatkundengeschäft zu überzeugen. Niedrige Margen, hoher Konkurrenzdruck und interne Probleme dürften es schwer machen, hier nachhaltig Geld zu verdienen.

Zahlreiche weitere Baustellen warten darauf, beseitigt zu werden: von der Abwicklung des gewerblichen Immobilienfinanzierers Eurohypo bis zum Rückzug aus der Schiffsfinanzierung. Einzig das Kerngeschäft Mittelstandsbank läuft derzeit rund. Für die zweitgrößte Bank Deutschlands ist dieses Standbein allein wohl kaum tragfähig.

Aktionärstreffen vorverlegt
Über die Kapitalerhöhung soll nun erst einmal die ordentliche Hauptversammlung entscheiden. Sie wird deshalb vom 22. Mai auf den 19. April vorverlegt. Zuvor werden die Aktien im Verhältnis von zehn zu eins zusammen­gelegt. Damit soll sichergestellt werden, dass der Platzierungskurs nicht unter den Nennwert der Aktie von einem Euro fällt — das gesetzliche Minimum. Über die Bühne gehen soll die Maßnahme dann von Mitte Mai bis Anfang Juni.

Durch die Bekanntgabe dürfte die größte Verkaufswelle zwar gelaufen sein. Wir sehen indes wegen der vielen operativen Fragezeichen keinen Sinn darin, sich in der Aktie zu engagieren.

Bildquellen: iStock/kontrast-fotodesign, Commerzbank AG
Anzeige

Nachrichten zu Commerzbank

  • Relevant
    9
  • Alle
    +
  • vom Unternehmen
    2
  • Peer Group
  • ?
Deutlicher Anstieg
Commerzbank ziehen an - Spekulationen um Einstieg von Unicredit
Die Aktien der Commerzbank sind am Mittwochnachmittag kurz deutlich angestiegen und haben bis zu 3,78 Prozent zugelegt.
18:53 Uhr

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Commerzbank

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
18.08.2017Commerzbank Sector PerformRBC Capital Markets
11.08.2017Commerzbank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
04.08.2017Commerzbank HoldDeutsche Bank AG
03.08.2017Commerzbank Equal-WeightMorgan Stanley
03.08.2017Commerzbank NeutralJP Morgan Chase & Co.
18.07.2017Commerzbank buyCitigroup Corp.
28.06.2017Commerzbank buyCitigroup Corp.
26.06.2017Commerzbank buyCitigroup Corp.
23.06.2017Commerzbank buyCitigroup Corp.
31.05.2017Commerzbank buyUBS AG
18.08.2017Commerzbank Sector PerformRBC Capital Markets
11.08.2017Commerzbank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
04.08.2017Commerzbank HoldDeutsche Bank AG
03.08.2017Commerzbank Equal-WeightMorgan Stanley
03.08.2017Commerzbank NeutralJP Morgan Chase & Co.
03.08.2017Commerzbank Strong SellS&P Capital IQ
02.08.2017Commerzbank VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
02.08.2017Commerzbank VerkaufenDZ BANK
02.08.2017Commerzbank VerkaufenIndependent Research GmbH
06.07.2017Commerzbank VerkaufenIndependent Research GmbH

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Commerzbank nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

The rise of Tiger and Dragon: Die besten Aktien aus China!

China ist das Bevölkerungsreichste Land der Erde. Mit einem zuletzt gemeldeten Wirtschaftswachstum von fast 7 % im 1. Halbjahr 2017 ist das Land auf bestem Wege, das eigene Wachstumsziel zu übertreffen. Erfahren Sie im neuen Anlegermagazin, bei welchen chinesischen Aktien vielversprechende Zukunftsaussichten bestehen und warum.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX endet kaum bewegt -- Dow Jones stabil -- Fed startet Bilanzabbau im Oktober - Leitzins unverändert -- Bitcoin oder Gold? -- HOCHTIEF, Uniper, E.ON, Apple im Fokus

Mögliche Vorentscheidung über Verkauf von Air Berlin am Donnerstag. thyssenkrupp einigt sich mit Tata auf Stahlfusion. Nach Rally: Analysten ändern ihre Meinung zum Britischen Pfund. Konsortium um Bain bekommt angeblich Toshibas Speicherchip-Sparte. Auf diese drei Aktien setzt sowohl Warren Buffett als auch George Soros.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Der CEO von Allianz, BMW oder doch Daimler?
Diese Manager lieben die Deutschen
Das sind 2017 bislang die größten Verlierer in Buffetts Depot
Welche Aktie enttäuschte bisher am meisten?
Bizarre Steuereinnahmen
Das sind die bizarrsten Steuereinnahmen der Welt
Nicht nur schön und talentiert
Diese Frauen haben in Hollywood am meisten verdient
Diese Banken wurden für die Finanzkrise am härtesten bestraft
Welche Bank zahlte am meisten?
mehr Top Rankings

Umfrage

Der Dieselskandal hat die Reputation der deutschen Wirtschaft beschädigt. Unterstützen Sie deshalb die Forderung der Anti-Korruptions-Organisation nach einem Unternehmensstrafrecht?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Deutsche Bank AG514000
Bitcoin Group SEA1TNV9
Daimler AG710000
Apple Inc.865985
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
CommerzbankCBK100
Deutsche Telekom AG555750
E.ON SEENAG99
thyssenkrupp AG750000
GeelyA0CACX
TeslaA1CX3T
BASFBASF11
Allianz840400
EVOTEC AG566480