06.11.2012 17:00
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Candlestick-Experte Salomon: DAX-Kursziel 8000 Punkte

Chart-Check
Seit dem neuen Jahreshoch vom September verharrt der DAX innerhalb einer Trading-Range. Der Technische Analyst Stefan Salomon sagt, in welche Richtung sich der deutsche Aktienindex bewegen wird.
€uro am Sonntag

von Stefan Salomon, Candlestick-Experte

Seit sieben Wochen verharrt der DAX innerhalb einer Trading-Range. Die obere Begrenzung dieser Range ist eine Widerstandszone, die sich aus dem bisherigen Jahreshoch bei 7478 Punkten sowie dem Oktober-Hoch bei 7447 Zählern zusammensetzt. Diese Barriere konnte bislang nicht nach oben durchbrochen werden.

Andererseits konnten sich auch die Bären nicht durchsetzen, um den DAX unter die untere Begrenzung dieser Seitwärtsspanne zu drücken. Diese Unterstützung liegt zwischen dem Hoch vom März bei 7194 Punkten und dem Oktober-Tief bei 7120 Punkten.

Letztlich zeigt der Kursverlauf des DAX in den vergangenen Wochen eine Pattsituation zwischen Bullen und Bären. Diese Verschnaufpause im Aufwärtstrend, die sich in der Oktober-Monatskerze auch als kleine Kerze mit Docht und Lunte präsentiert, stellt eine ausgeprägte Form der Unsicherheit der Börsianer über die weitere Richtung dar. In der Regel wartet der Anleger bei Unsicherheit ab — und überlässt das Spielfeld den sehr kurzfristig orientierten Tradern.


DAX: Aufwärtstrend weiterhin intakt

Allerdings ist die aktuelle Börsenphase auch verständlich. So steht die US-Präsidentschaftswahl bevor, die Berichtssaison dauert an. Ebenso haben es die zuletzt veröffentlichten Konjunktur- und Unternehmenszahlen nicht vermocht, die Bedenken zu zerstreuen. Unsicherheit ist allerdings auch oftmals ein Vorläufer für eine Trendwende.

Nach einem kräftigen Aufwärtstrend bedarf es eines längeren Umdenkens, eine Phase der Unsicherheit, bis sich eine deutliche Abwärtsbewegung etablieren kann. Die aktuelle Börsenphase muss daher auch als Warnsignal gelten — ein Fall unter 7120 Punkte dürfte die Schleusen öffnen und den DAX kurzfristig in Richtung 6900 Zähler drücken. Gänzlich negativ wäre ein Monatsschluss unter dem September-Tief bei 6892 Punkten, da dann auch der seit Mitte vergangenen Jahres laufende Aufwärtstrend in Gefahr gerät. Noch aber besteht im Markt kein bestätigtes Trendwendemuster — weder in den Monats- noch in den Wochenkerzen.

Vielmehr darf von weiter steigenden Kursen ausgegangen werden. Denn der seit Mitte 2011 konstruierbare Aufwärtstrend-Kanal ist positiv, und in Verbindung mit den seit Juni 2012 vorwiegend weißen Monatskerzen ist das Kursziel die obere Begrenzung dieses Trendkanals. Mithin kann ein Kursziel deutlich über der runden 8000er-Marke ausgegeben werden — solange auch der Trend intakt ist.

Interessant ist auch die sehr langfristige Perspektive im DAX. Ein überschreiten der Höchstmarken aus 2011 bei 7600 und aus 2007 bei 8151 Punkten würde das derzeit positive Bild der Trendanalyse unterstützen.

Kurzvita
Stefan Salomon ist Technischer Analyst, Börsenbrief-Herausgeber, Seminarleiter und Coach. Er ist der Experte für Candlesticks in Deutschland. Weitere Informationen unter: www.candlestick.de

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