29.02.2012 15:48
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Chartanalyse: DAX - 7000 Punkte-Marke vor dem Durchbruch?

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Chartanalyse: DAX - 7000 Punkte-Marke vor dem Durchbruch?
Chart-Check
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Nach einigen Konsolidierungstagen nimmt der DAX zur Wochenmitte erneut die 7000er Punkte-Barriere ins Visier. Wird er sie diesmal bezwingen können?
Analyse-Datum: Mittwoch, 29. Februar 2012

Diagnose: Nach dem neuen Jahreshoch bei 6971 Punkten auf Intraday-Basis von vergangener Woche konsolidierte der DAX auf hohem Niveau seitwärts und setzte heute zu einem erneuten Anlauf gen Norden an. Die Aufwärtskräfte schmolzen am Mittag jedoch wieder dahin, sodass der Index noch immer in seiner Seitwärtsspanne - unverrichteter Dinge - verharrt. Dies kann zum einen nach der Rally seit Jahresbeginn von über 1000 Zählern oder 18 Prozent als Ermüdung interpretiert werden, die zugleich auch den Respekt vor der psychologisch relevanten 7000er Marke widerspiegelt. Zum anderen könnte die aktuelle Verschnaufpause natürlich auch ein Hinweis darauf sein, dass sich der Markt sammelt, um in den nächsten Tagen über die genannte Barriere nach oben auszubrechen. Diese Variante wäre denkbar, könnte aber zu einem Fehlsignal führen.

Nachdem der S&P 500 vor knapp drei Wochen in seine Widerstandszone eindrang, die sich zwischen rund 1350 und 1370 Punkten erstreckt, konnte er am gestrigen Dienstag seine alte Rekordmarke aus 2011 (1370) um zwei Punkte toppen. Um hier von einem nachhaltigen Ausbruch zu sprechen, bedarf es jedoch noch der Bestätigung.

Seit dem Überwinden der 200-Tage-Linie zu Jahresbeginn legte das US-Barometer bis zum neuen Verlaufshoch um über neun Prozent zu. Ausgelöst wurde der Kursgewinn durch ein klassisches Kaufsignal - die Kreuzung des Kurses mit der Durchschnittslinie. Zusätzlich wurde Anfang Februar ein weiteres übergeordnetes Einstiegssignal generiert.


S&P 500: 12-Monats-Chart
(Zum Vergrößern bitte Chart anklicken)

Hierbei handelt es sich um die Kreuzung der aufsteigenden 50-Tage-Linie mit der 200-Tage-Linie im Bereich bei etwa 1260 Zählern. Dies könnte mittel- bis langfristig zu Notierungen bis in den oberen Bereich des seit Oktober vergangenen Jahres bestehenden Aufwärtstrendkanals bei rund 1440 Punkten führen.

Trotz der neuen Jahresbestmarke sind beim S&P 500 ebenso leichte Erschöpfungserscheinungen in Form sehr kleiner Tageskerzen und rückläufigem Handelsvolumen sichtbar, die von der überkauften technischen Gesamtsituation zusätzlich belastet wird. Dies muss nicht zwangsläufig in eine drastische Korrektur münden, könnte aber als Vorbote eines temporären Wendepunktes stehen.

Aus den genannten Gründe wird beim S&P 500 zumindest eine moderate Konsolidierung wahrscheinlicher. Investoren sollten in diesem Fall auf den wichtigen Support bei 1300 Punkten achten. Wird er unterschritten, so eröffnet dies Korrekturpotenzial bis in die Region der 200-Tage-Linie bei zirka 1260 Punkte.

Der Vollständigkeit halber seien noch die nächsten Auffangnetze genannt: die 50-Tage-Linie bei 1307 Zählern, die erwähnten 1300 Punkte, die 200-Tage-Linie bei rund 1260 Punkten sowie die Niveaus bei 1220 und 1200 Zählern.

Erheblicher Schaden würde entstehen, sobald der US-Index aus seinem Aufwärtstrendkanal bei etwa 1260 Punkten nach unten ausbricht. Diese Region ist aber durch die genannten Unterstützungen gut abgepolstert.


Dax: 12-Monats-Chart
(Zum Vergrößern bitte Chart anklicken)

Prognose: Insgesamt festigte der DAX seine Position im seit Mitte September vergangenen Jahres bestehenden Aufwärtstrendkanal, dessen Unterseite in den letzten Monaten nicht mehr getestet wurde. Vielmehr steuerte er Mitte Januar in die obere Hälfte des Trendkanals (über mittlere Trendlinie), indem er noch immer verweilt.

Die aktuelle Verschnaufpause nach dem Hoch aus der vergangenen Woche verläuft derzeit noch auf sehr hohem Niveau. Dennoch wurde bereits offensichtlich, dass der Widerstandsbereich bei 7000 Punkten eine schwer zu knackende Nuss sein wird. Ein signifikantes Überwinden dieser Barriere sehe ich nicht so schnell (höchstens eine Bullenfalle). Aus diesem Grunde sollten Investoren nicht zu unbekümmert sein, denn sie könnten von einer schnellen und unvorhergesehenen Abwärtsreaktion überrascht werden. Diese könnte noch einmal zum Re-Test bis in die Region der 200-Tage-Linie bei aktuell 6285 Punkten laufen. Im Best-Case-Szenario könnte die Konsolidierung jedoch auch „nur“ bis zur mittleren Aufwärtstrendkanalbegrenzung bei zirka 6645 Punkten laufen.

Käme es zu einer Übertreibung nach unten, wären auch niedrigere Notierungen bis in die Region bei rund 6100 Zählern denkbar (zumindest das Schließen der Kurslücke von Mitte Januar bei 6232 Punkten). Im Anschluss sollte eine neue Aufwärtswelle starten, die den Index erneut bis auf 7000 Zähler führt. Danach wäre mittelfristig ein weiteres Aufbäumen bis zur oberen Aufwärtstrendbegrenzung bei derzeit rund 7420 Punkten im Rahmen des Möglichen.

Bei einer Überreaktion behalten Anleger zudem das Niveau bei etwa 6150 Punkten im Hinterkopf. Hier liegt jene Unterstützungszone aus Horizontale (6100) und Aufwärtstrend, die für den Bestand des aktuell bullishen Bildes ausschlaggebend ist. Mit einem Bruch würde der Chartverlauf deutlich eingetrübt.

von Karen Szola, Technische Analystin Euro am Sonntag

Ziel der Technischen Analyse ist es, aus Kursverläufen künftige Trends vorherzusagen. Die Technische Analystin Karen Szola untersucht an dieser Stelle interessante Aktien und Indizes auf charttechnische Signale und stellt ihre Prognose.

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