Diagnose: Der DAX will es wirklich wissen: Gegen Mittag überwand der Index die psychologische 6000er Barriere und hält sich seitdem stabil darüber. Ein Wunder ist das nicht, denn die amerikanischen Indizes tendierten gestern freundlich. Ein Blick auf die vorbörslichen Kurse der US-Indizes verheißen indes keinen Überschwang. Sollten sie im Handelsverlauf leichter notieren, so wird es das deutsche Aktienbarometer schwer haben, das anvisierte Restpotential bis auf das Jahreshoch bei 6094 Punkte zu erklimmen. So oder so wird der DAX an einer Verschnaufpause nicht vorbeikommen. Je länger diese hinausgezögert wird, umso drastischer könnte sie ausfallen. Dabei wird das Oktoberhoch bei 5888 Punkten als Unterstützung eine tragende Rolle spielen und eine Richtungsentscheidung herbeiführen.
Dax: 6-Monats-Chart.
Prognose: Aus Sicht der stark überkauften Markttechnik und dem steilen Anstiegswinkel, der sich seit Ende Februar ausbildete, ist die Zeit reif für eine Konsolidierung. Nachdem diese mehr als überfällig ist, könnte sie sogar recht kräftig ausfallen. Zudem liegen über der 6000er Punkte-Marke massive Hürden, die sich bis in der Region bei 6200 Stellen ausdehnen. Unterstützungen bieten neben dem oben erwähnten Oktoberhoch die Supports bei 5800 und 5750/30 Punkten. Fällt die Korrektur heftiger aus, so steht die noch offene Kurslücke bei 5641/5605 Zählern zur Disposition. Immerhin werden rund 75 Prozent aller Gaps wieder geschlossen, so die Statistik. Und der DAX ist sogar zu 95 Prozent ein notorischer Kurslücken-Schließer.
von Karen Szola, Technische Analystin Euro am Sonntag
Ziel der Technischen Analyse ist es, aus Kursverläufen künftige Trends vorherzusagen. Die Technische Analystin Karen Szola untersucht an dieser Stelle interessante Aktien und Indizes auf charttechnische Signale und stellt ihre Prognose.