
Diagnose: Am Donnerstag spielt sich das Geschehen beim DAX noch immer an der oberen Trendlinie des zuletzt gebildeten symmetrischen Dreiecks ab. Diese hatte der Index gestern wieder unterschritten. Heute bastelt er erneut an einem Ausbruch nach oben. Gelingen wird ihm das aber nur mit einer freundlichen Wall Street im Rücken. Und die zeigt sich aktuell eher zurückhaltend.
Der S&P 500 ist weiter mit seiner 200-Tage-Linie beschäftigt, über die er sich am Dienstag schon einmal absetzen konnte. Von Seiten der kurzfristigen Trading-Indikatoren kommt indes keine Unterstützung mehr, denn die kurzfristigen Trading-Indikatoren notieren im überkauften Extrembereich und drehen schon leicht nach unten. Im Chart zeichnen sich zudem zwei gegensätzliche Entwicklungsmöglichkeiten ab. Zum einen hat sich mit den seit Juni gebildeten Bewegungstiefs eine inverse Kopf-Schulter-Formation mit Kursziel 1180/90 Punkten konstruiert.
S&P 500: 6-Monats-Chart. (Zum Vergrößern bitte Chart anklicken.)
Zum anderen sollte, trotz des zuletzt gesehenen Kursanstiegs, eine vermeintliche Kopf-Schulter-Formation mit bearisher Intention nicht unerwähnt bleiben. Oft ist ein letztes Aufbäumen vor einem drastischen Kursrückgang zu verzeichnen (Fehlsignal). Vermieden sollte in diesem Zusammenhang ein Rückfall unter die Nackenlinie bei etwa 1100 Punkten. Ein Unterschreiten der Supportzonen von 1040 Punkten beim S&P 500 und etwa 9760 Punkten beim Dow Jones würden das konstruktive Bild gänzlich eintrüben.
Dax: 6-Monats-Chart. (Zum Vergrößern bitte Chart anklicken.)
Prognose: Mit dem Sprung über den horizontalen Widerstand bei 6100 Punkten verschaffte sich der DAX weiteren Spielraum nach oben. Nach dem signifikanten Bruch der oben beschriebenen Dreiecks-Trendlinie winkt weiteres Anstiegspotential bis zum alten Aufwärtstrend aus dem Juli 2009 bei aktuell 6330 Zähler. Ein Überwinden dieses Aufwärtstrends würde dann die Chance eröffnen, bis zum Juni-Hoch (6331 Punkte) oder gar bis zum Jahreshoch anzusteigen. Allerdings muss anmerkend ergänzt werden, dass sich diese Widerstandslinie zwischen Ende Mai und Anfang Juni bereits als Spielverderber entpuppte. Mit neuen Jahreshochs ist erst zu rechnen, wenn der DAX seine seit Monaten anhaltende Seitwärtsphase über das April-Hoch verlässt. Dann läge das rechnerische Kursziel aus dem seit 21. Juni gebildeten symmetrischen Dreieck bei etwa 6740 Punkten.
Ein Rückfall unter die 6100er Marke würde erneut zum Test des Unterstützungsbündels führen, dass sich aus horizontalem Support bei 5888 Stellen sowie der 200-Tage-Linie auf ähnlichem Niveau zusammensetzt. Würde auch diese Bastion gebrochen, so sind weitere Kursverluste bis auf rund 5600 Punkten vorprogrammiert.
Erwartung: Auslaufen des Aufwärtsimpulses, Anstieg bis zum Aufwärtstrend bei 6330 Punkten möglich.
von Karen Szola, Technische Analystin Euro am Sonntag
Ziel der Technischen Analyse ist es, aus Kursverläufen künftige Trends vorherzusagen. Die Technische Analystin Karen Szola untersucht an dieser Stelle interessante Aktien und Indizes auf charttechnische Signale und stellt ihre Prognose.
Diplom Volkswirt schrieb: 30.07.2010 09:57:26 kein angst, gegenbewegung läuft. nur rechtzeitig aussteigen! |
Koboldo schrieb: 30.07.2010 09:55:12 ...hab mich wohl zu früh gefreut... |
Koboldo schrieb: 30.07.2010 08:14:06 Die Zeichen scheinen etwas versöhnlicher nach dem ungerechtfertigten Absturz gestern.... |
BubbleBobble schrieb: 30.07.2010 00:37:13 Ihr glaubt doch nicht wirklich das der DAX sich von USA unbeeinflusst ein Alleinläufer wird, dies wurde schon 2008 behauptet. Dax lief als einer der letzten Börsen den Absturz dann hinterher. |
BubbleBobble schrieb: 30.07.2010 00:33:55 Nur Werte, die schlecht liefen, konnten nach guten Ergebnissen ihren kurzfristigen Anstieg halten, die anderen wurden sofort wieder abverkauft. Beispiele gefällig? |