Diagnose: Nach der beeindruckenden Vorwochen-Rally, in der wichtige Widerstände geknackt wurden, lässt es der DAX am Montag erst einmal ruhig angehen. Trotz schmelzender Gewinne kann sich der Index aber locker über der neuerworbenen Unterstützung bei 6100 Punkten halten. Zur Oberseite scheint der kurzfristige Abwärtstrend eine gewisse Barrierewirkung auszustrahlen, denn der DAX drehte kurz vor dem Erreichen wieder gen Süden.
Beim S&P 500 ist nun der Weg mindestens bis zur 200-Tage-Linie frei. Diese notiert heute bei 1113,42 Punkten. Weiteren Rückenwind findet das Anstiegsszenario von den kurzfristigen Trading-Indikatoren, die ihre überverkauften Extremzonen zwar nach oben verlassen haben, aber noch ein bisschen Luft zur oberen Zone aufweisen.
S&P 500: 6-Monats-Chart.
Vermieden sollte in diesem Zusammenhang ein Rückfall unter den Abwärtstrend bei etwa 1081 Punkten (Fehlsignal). Einen negativen Touch erhält das Chartbild mit dem Unterschreiten der Supportzonen von 1040 Punkten beim S&P 500 und etwa 9760 Punkten beim Dow Jones. Diese Marken stellen die Nackenlinien einer in den vergangenen Monaten gebildeten Kopf-Schulter-Formation dar, die dann ordentliche Kursverluste zur Folge hätte.
Dax: 6-Monats-Chart.
Prognose: Mit dem Sprung über den horizontalen Widerstand bei 6100 Punkten ergibt sich für den DAX weiteres Anstiegspotential bis zum alten Aufwärtstrend aus dem Juli 2009 bei aktuell 6302 Zähler. Zuvor gilt es noch, den oben erwähnten Abwärtstrend vom Juni-Hoch zu überspringen. Ein Überwinden dies Abwärtstrends würde dann die Chance eröffnen, bis zum Juni-Hoch (6331 Punkte) oder gar bis zum Jahreshoch anzusteigen. Allerdings muss anmerkend ergänzt werden, dass sich diese Widerstandslinie zwischen Ende Mai und Anfang Juni bereits als Spielverderber entpuppte. Mit neuen Jahreshochs ist erst zu rechnen, wenn der DAX seine seit Monaten anhaltende Seitwärtsphase über das April-Hoch verlässt. Dann läge das rechnerische Kursziel aus dem seit 21. Juni gebildeten symmetrischen Dreieck bei etwa 6740 Punkten.
Ein Rückfall unter die 6100er Marke würde erneut zum Test des Unterstützungsbündels führen, dass sich aus horizontalem Support bei 5888 Stellen sowie der 200-Tage-Linie auf ähnlichem Niveau zusammensetzt. Würde auch diese Bastion gebrochen, so sind weitere Kursverluste bis auf rund 5600 Punkten vorprogrammiert.
Erwartung: Weiter fest in Richtung des Aufwärtstrends bei 6294 Punkten, danach Auslaufen des Aufwärtsimpulses.
von Karen Szola, Technische Analystin Euro am Sonntag
Ziel der Technischen Analyse ist es, aus Kursverläufen künftige Trends vorherzusagen. Die Technische Analystin Karen Szola untersucht an dieser Stelle interessante Aktien und Indizes auf charttechnische Signale und stellt ihre Prognose.
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