15.01.2013 13:23
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Chartanalyse: DAX - Kurzfristig neues Jahreshoch drin

Chart-Check: Chartanalyse: DAX - Kurzfristig neues Jahreshoch drin | Nachricht | finanzen.net
Chart-Check

Nach dem fulminanten Jahresauftakt zeigt sich der DAX knapp zwei Wochen später noch immer erstaunlich robust auf hohem Niveau. Kurzfristig könnte es sogar zu einem neuen Jahreshoch kommen.

Analyse-Datum: Dienstag, 15. Januar 2013

Diagnose: Nach dem neuen Fünfjahreshoch bei knapp 7790 Punkten vom ersten Handelstag in 2013 konsolidiert der DAX seitdem auf hohem Niveau. Am gestrigen Montag wagte er sich dann nochmals bis fast an die neue Rekordmarke heran, konnte dieses Niveau aber nicht bis zur Schlussglocke verteidigen. Zurück bleibt abermals eine Kerzenformation, ein Doji, der die Unsicherheit der Marktteilnehmer widerspiegelt.

Der S&P 500 bietet ein ähnliches Bild. So nutzte er die Handelstage über den Jahreswechsel, um ordentlich Gas zu geben. Bis zum Jahreshoch aus 2012 bei 1474 Punkten fehlen noch zwei Zähler. Übergeordnet hat sich das Bild beim US-Index entspannt, denn der aus dem Jahreshoch 2012 resultierende Abwärtstrendkanal konnte nach oben überwunden werden. Weiter Bestand hat außerdem die inverse (also bullishe) Kopf-Schulter-Formation, die sich seit Oktober vergangenen Jahres bildete und dessen Kopf die negative Übertreibung Mitte November mit einem Tief bei 1343 Punkten darstellt. Die Formation wurde im Dezember mit dem Anstieg über die geneigte Nackenlinie bei etwa 1410 Punkten aktiviert. Aus ihr lässt sich ein rechnerisches Kursziel bei rund 1485 Zähler ableiten. Im Chart ebenfalls gut zu erkennen: der neue, seit Mitte November gebildete, Aufwärtstrendkanal, der dem Index allerdings unmittelbar nicht mehr allzu viel Spielraum nach oben eröffnet.


S&P 500: 6-Monats-Chart
(Zum Vergrößern bitte Chart anklicken)

Das deckt sich jedoch mit den langsam reif werdenden kurzfristigen Trading-Indikatoren, die in ihre oberen Extremzonen vorgedrungen sind. Mit anderen Worten: Es könnte noch zu einem finalen Anstieg über das Jahreshoch aus 2012 kommen - der Aufwärtstrendkanal gibt bis zirka 1483 Punkte frei - dann jedoch sollte eine Konsolidierungsphase für Abkühlung sorgen. Hier gilt die untere Aufwärtstrendbegrenzung bei etwa 1415 Zählern als gesundes Maß. Im Anschluss sollte sich die übergeordnete freundliche Tendenz fortsetzen und das Kursziel aus der inversen Kopf-Schulter-Formation in Angriff nehmen. Perspektivisch wären dann sogar 1500 Punkte und einige mehr möglich.

Anleger achten bei einer heftigeren Konsolidierung unbedingt auf den Unterstützungsbereich bei 1400 Punkten sowie auf die 200-Tage-Linien bei 1393 Zählern. Ein Bruch dieser Zone könnte ein ernstzunehmendes Indiz für eine gröbere Korrektur darstellen, denn das Auftreten einer weiteren Bärenfalle, wie im November 2012, ist eher unwahrscheinlich.


Dax: 6-Monats-Chart
(Zum Vergrößern bitte Chart anklicken)

Prognose: Die Doji-Kerzen zeigen es an: Im Markt herrscht Unsicherheit. Wie auch beim S&P 500 wäre beim DAX kurzfristig ein neues Jahreshoch möglich, bevor der Index aufgrund der überhitzten Markttechnik in den Konsolidierungsmodus übergeht. Aber noch ist es nicht soweit.

Das erste Ziel einer Konsolidierung gilt der Aufwärtskurslücke zwischen 7665 und 7689 Zählern, die zwischen dem alten und neuen Jahr gerissen wurde. Hier ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Gap im Zuge der Verschnaufpause geschlossen werden wird. Um eine Ausdehnung der Korrektur nach unten zu verhindern, muss die horizontale Unterstützung bei 7600 Punkten halten. Tut sie das nicht, droht eine herbere Abwärtsbewegung bis in den Bereich bei 7300 und später 7000 Zähler.

Auf Sicht der nächsten sechs bis sieben Monate stehen die Chancen relativ gut, dass sich der DAX bis zum Allzeithoch bei 8151 Punkten, vom Juli 2007, hocharbeiten wird.

von Karen Szola, Technische Analystin Euro am Sonntag

Ziel der Technischen Analyse ist es, aus Kursverläufen künftige Trends vorherzusagen. Die Technische Analystin Karen Szola untersucht an dieser Stelle interessante Aktien und Indizes auf charttechnische Signale und stellt ihre Prognose.

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