08.08.2012 16:29
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Chartanalyse: DAX - Kurzfristige Korrektur rückt näher

Karen Szola erwaret in den kommenden Tagen eine Konsolidierung beim DAX
Chart-Check
Der DAX hat sein Kursziel erreicht und ist bis knapp an die 7000 Punkte-Marke gelaufen. Viel geht nun nicht mehr und eine kurzfristige Korrektur wird immer wahrscheinlicher.
Analyse-Datum: Mittwoch, 8. August 2012

Diagnose: Seit meiner letzten Analyse vom vergangenen Donnerstag, der DAX ging gerade in die Knie und stand am Ende des Handelstages bei 6606 Punkten, hat sich der Index mustergültig an meinen Fahrplan gehalten und das prognostizierte Kursziel aus der inversen Kopf-Schulter-Formation erreicht. Meine Prognose lautete: „Im Anschluss wäre der Index dann noch fähig, bis in den Bereich bei 6960/70 bzw. 7000 Zähler vorzustoßen.“ Dabei bleibt es trotz der aktuellen Korrektur. Die Märkte werden sich schnell wieder beruhigen.“

Auch der S&P 500 ist nun in seiner Zielzone bei 1400 Punkten angekommen. Hierzu schrieb ich: „Die seit Mai gebildete umgekehrte Kopf-Schulter-Formation bleibt aktiviert, da bisher die dazugehörige Nackenlinie bei 1335 Zählern nicht nachhaltig verletzt wurde. Übergeordnet ergibt sich aus der Formation Anstiegspotenzial bis in die Region bei rund 1400 Punkten.“

Ein weiterer Anstieg wird nun äußerst schwierig, da zum einen die kurzfristigen Indikatoren nicht mehr mitziehen und die 1400 Punkte-Marke eine schwer zu knackende psychologische und charttechnische Hürde darstellt. Machbar erscheint noch das Märzhoch, das bei 1422 Zählern liegt.

Mittlerweile wird auffällig, dass sich das Call-Put-Ratio wesentlich zugunsten der bullishen Investoren verschoben hat. Mit anderen Worten: Die Absicherung nach unten wurde vernachlässigt. Käme hier ein Stein ins Rollen (negative Nachricht), so würde schlagartig die Nachfrage nach Puts steigen. Zusammen mit der aktuell sehr niedrigen Volatilität, niedrigster Stand seit zwei Jahren, Zündstoff für eine kurzfristige Korrektur, die ich in den nächsten Tagen erwarte.


S&P 500: 6-Monats-Chart
(Zum Vergrößern bitte Chart anklicken)

Auf der Unterseite bleibt alles wie gehabt: Die 1300 Punkte-Unterstützung sowie die 200-Tage-Linie bei gut 1345 Zählern sind als Boden zunächst festzementiert und wurden seit Wochen nicht einmal ansatzweise getestet. Wie Ende Juli gesehen, macht auch der zusätzliche Support im Bereich bei rund 1335 Punkten (ehemalige Nackenlinie) eine gute Figur. Sollte dieser Dreifach-Support jedoch nachhaltig nach unten brechen, so würde dies eine ordentliche Abwärtsdynamik entfachen, die bis zum Jahrestief bei 1266 Zählern vom 4. Juni und wahrscheinlich auch darunter laufen könnte.

Wie oben bereits angesprochen, notieren die kurzfristigen Indikatoren in ihren oberen Extremzonen, sodass von dieser Seite im Moment kein Auftrieb zu erwarten ist. Eine Konsolidierung / Korrektur wäre daher nur verständlich. In diesem Zusammenhang müssen nun die Unterstützung bei 1370 Punkten (und die oben genannten) sowie der seit Juni bestehende Aufwärtstrend auf ähnlichem Niveau zeigen, was Sache ist.


Dax: 6-Monats-Chart
(Zum Vergrößern bitte Chart anklicken)

Prognose: Wie auch beim S&P sollte dem DAX nun in den kommenden Tagen die Puste ausgehen und eine Konsolidierung einsetzen, da die Indikatoren heiß gelaufen sind und das Volumen den letzten Anstieg nicht mehr bestätigt. So erwarte ich einen Rücksetzer bis in den Bereich bei 6600 Punkten.

Darunter bietet die Region bei rund 6400 Punkten eine Vierfach-Unterstützung: Diese setzt sich aus Horizontale (6440/30 Punkte), 200- und 50-Tage-Linie sowie dem seit Juni bestehenden Aufwärtstrend (ausgehend vom Jahrestief bei 5914 Punkte) zusammen. Würde diese brechen, wäre das Aufwärtsszenario dahin.

von Karen Szola, Technische Analystin Euro am Sonntag

Ziel der Technischen Analyse ist es, aus Kursverläufen künftige Trends vorherzusagen. Die Technische Analystin Karen Szola untersucht an dieser Stelle interessante Aktien und Indizes auf charttechnische Signale und stellt ihre Prognose.

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