Diagnose: Nachdem der DAX am Donnerstag vergangener Woche über die 200 Tage-Linie spurtete und dann gestern sogar im Tagesverlauf über das Oktoberhoch bis auf 6467 Punkte schaute, sind am heutigen Dienstag leichte Konsolidierungsansätze zu beobachten.
Auf diese Entwicklung hatte ich in meinen letzten Analysen hingewiesen. Ich schrieb: „Die kurzfristigen Indikatoren notieren nach einer leichten Erholung bereits wieder in ihren oberen Extremzonen, sodass es hier zu einer neuerlichen Verschnaufpause nächste Woche kommen könnte. Bis dahin besteht die Chance, dass sich der Index kurzfristig bis in den Bereich bei 6500 Punkten vorarbeitet, um sich danach ebenfalls einer Verschnaufpause hinzugeben. Diese könnte ihn zurück unter die 200-Tage-Linie drücken.“
Zudem hatte ich darauf hingewiesen, dass die Eroberung der 200-Tage-Linie keine leichte Sache werden wird, wie wir sehen und noch sehen werden. Zudem türmt sich über der wichtigen Durchschnittslinie ein weiteres Widerstandsbündel auf. Dazu zählen das Verlaufshoch aus dem Oktober bei 6430 Zählern sowie das März-Tief 2011, das bei 6483 Punkten liegt. Des Weiteren gelten die Marken erst auf Wochenschlusskursbasis als überwunden. Es bleibt also mehr als spannend.
Beim S&P 500 ging es nach der Einnahme der 200-Tage-Linie zu Jahresbeginn kontinuierlich bergan. Die Kreuzung des Kurses mit dieser Durchschnittslinie stellte ein übergeordnetes Einstiegssignal dar, dem nun bald ein weiteres folgen sollte.
S&P 500: 6-Monats-Chart
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Gemeint ist die Kreuzung der aufsteigenden 50-Tage-Linie mit der 200-Tage-Linie im Bereich bei rund 1260 Zählern. Im Ergebnis wären dann mittelfristig Kurse bis in den oberen Bereich des seit Oktober vergangenen Jahres bestehenden Aufwärtstrendkanals bei rund 1400 Punkten machbar (auch ungefähres Kursziel der im Chart eingezeichneten inversen Kopf-Schulter-Formation).
Auf dem Weg nach oben gelang dem US-Index in der vergangenen Woche, über die Barriere bei 1300 Punkten anzusteigen. Damit sollte die nächste Etappe bis auf etwa 1320/1330 Zähler in Angriff genommen werden, bevor wir einen Rücksetzer (zum Zwecke der Konsolidierung) bis auf etwa 1260/1250 Zähler sehen. Auf der Unterseite liegen die Auffangnetze bei den erwähnten 1260 Punkten sowie bei 1249 (50-Tage-Linie) und 1220 Zählern.
Erheblicher Schaden würde entstehen, sobald der US-Index aus seinem Aufwärtstrendkanal bei etwa 1220 Punkten nach unten ausbricht. Diese Region ist aber derzeit durch etliche Unterstützungen gut abgepolstert.
Dax: 6-Monats-Chart
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Prognose: Insgesamt konnte der DAX seine Position im seit Mitte September vergangenen Jahres bestehenden Aufwärtstrendkanal weiter festigen, dessen Unterseite zuletzt nicht einmal getestet wurde. Die kurzfristigen Indikatoren haben ihre oberen Extremzonen bereits verlassen und nach unten gedreht, sodass dies auf die Fortsetzung der Verschnaufpause hinweist. Dem entgegen könnte ein noch ansteigender S&P 500 auch beim DAX noch leicht für Auftrieb sorgen, bis das oben genannte Kursziel abgearbeitet ist und der Aufwärtsimpuls abebbt. Das Korrekturpotential sollte den DAX bis in die Region bei rund 6100 Zähler (maximal 6000 Punkte) führen, um im Anschluss die Klettertour erneut zu starten.
Bei möglichen Rückschlagen behalten Anleger das Niveau bei etwa 5800 Punkten im Hinterkopf. Hier liegt jenes Unterstützungsbündel aus Horizontale und Aufwärtstrend, das für den Bestand des aktuell bullishen Bildes ausschlaggebend ist. Mit einem Bruch würde der Chartverlauf ins bearishe kippen.
von Karen Szola, Technische Analystin Euro am Sonntag
Ziel der Technischen Analyse ist es, aus Kursverläufen künftige Trends vorherzusagen. Die Technische Analystin Karen Szola untersucht an dieser Stelle interessante Aktien und Indizes auf charttechnische Signale und stellt ihre Prognose.
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