Die Gesellschaft teilte heute mit, dass der Umsatz wegen der allgemein schwachen Konjunkturlage in 2011 rückläufig war. Hier ergab sich eine Verringerung um 0,8 Prozent auf 66,7 Milliarden Euro. Auch im vierten Quartal gelang unterm Strich keine Trendwende; stattdessen verringerte sich hier der Umsatz um 1,3 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro. Allerdings hatte der Konzern die Anteilseigner zuvor bereits auf eine enttäuschende Geschäftsentwicklung vorbereitet, so dass dies keine große Überraschung mehr darstellte.
Deutlich betrüblicher war da schon die heutige Mitteilung, dass auch der Verkauf von Galeria Kaufhof vorerst auf Eis gelegt wird. Wie der METRO-Vorstandsvorsitzende Olaf Koch erklärte, gebe das Kapitalmarktumfeld derzeit nicht die Rahmenbedingungen für eine solche Transaktion her. Dementsprechend will die Gesellschaft das „Ertragspotenzial“ der Kaufhaus-Tochter jetzt doch in Eigenregie heben. Für viele Marktteilnehmer, die bereits auf eine Sonderausschüttung im Zuge eines Kaufhof-Verkaufs gehofft hatten, ist dies natürlich ernüchternd.
Die Kennzahlen sehen gut aus
Viele Beobachter sind allerdings der Meinung, dass diese verschiedenen negativen Entwicklungen auf dem aktuellen Niveau bereits im Kurs eingepreist seien. Nach dem herben Kursrutsch im vergangenen Jahr befindet sich das KGV (12e) inzwischen bei unter 8; die erwartete Dividendenrendite liegt mittlerweile bei über 5 Prozent. Und auch der heutige robuste Kursanstieg scheint nahezulegen, dass der Markt trotz des Umsatzrückgangs und des Abbruchs der Kaufhof-Verkaufsverhandlungen inzwischen wieder relativ positiv gestimmt ist.
Chart mahnt zur Vorsicht Ernüchternd ist allerdings nach wie vor der Blick auf das Chartbild. Bisher sah es so aus, als bestehe im Bereich um 27,50 Euro ein nachhaltiges Unterstützungsniveau. Zuletzt wurde diese Interpretation aber in stark Frage gestellt, denn der Titel fiel gestern nochmals deutlich unter dieses Niveau, und markierte damit bei nur noch 26,99 Euro ein neues 2-Jahres-Tief. Zwar könnte es sich dabei um einen einmaligen Ausrutscher gehandelt haben, der durch die Verunsicherung im Vorfeld der vorläufigen Zahlen verursacht wurde.
Dessen ungeachtet stellt das neue Tief – das sich gleichzeitig in einem eigentlich sehr freundlichen Marktumfeld ausbildete – weiterhin ein Warnsignal dar. Anleger, die wegen der inzwischen günstigen Bewertung der Aktie einen Kauf in Erwägung ziehen, sollten deshalb erst einmal abwarten, ob die Erholung der Aktie in den kommenden Tagen weiter anhält.
Zuletzt zog die Aktie der METRO AG heute Vormittag um 5,3 Prozent auf 28,71 Euro an. EMFIS.COM - Frankfurt 17.01.2012
Bildquellen: Metro Group