Die seither unternommenen vielfältigen Versuche, das Chartbild schönzureden, erwiesen sich bisher allesamt als reines Wunschdenken.
So gab es in den vergangenen Wochen etliche Kommentare, in denen von vermeintlichen Unterstützungszonen oder aber vom „überverkauften“ Zustand des Titels die Rede war. Diese Interpretationen griffen allerdings allesamt ins Leere. Und es ist eine Tatsache, dass gerade durch den fulminanten Anstieg im Januar eine Situation geschaffen wurde, in der zu keiner Zeit ein Niveau ausgebildet wurde, das als Unterstützungsbereich hätte dienen können.
Welche Unterstützung?
Einzig das Niveau um 1,80 Euro hätte im März noch einen gewissen Halt bieten können. Spätestens Anfang April wurde aber auch diese Hoffnung hinfällig – und dass dieser Bereich schnell und nachhaltig unterboten wurde, stellte mehr als alles andere ein klares Verkaufssignal dar.
Natürlich hat der heftige Rücksetzer der vergangenen Monate die meisten Marktteilnehmer überrascht – gerade auch angesichts der nicht zu leugnenden Fortschritte, die das Institut in Punkto Restrukturierung und Verbesserung der Eigenkapitalausstattung gemacht hatte. Allerdings tobt die Euro-Schuldenkrise zwischenzeitlich wieder mit ungebrochenener Vehemenz. Und es ist relativ unwahrscheinlich, das sich die
Commerzbank-Aktie in einem solchen Umfeld spontan erholen kann – zumindest solang der Gesamtmarkt weiter signifikant unter Druck steht.
Rückfall auf Allzeittief nicht mehr auszuschließen
Das einzige echte Unterstützungsniveau für den Titel befindet sich nach wie vor bei 1,15 bis 1,20 Euro – und damit im Bereich um das Allzeittief vom November des vergangenen Jahres. Hier hat sich das Papier im Dezember und Januar auf überzeugende Weise stabilisieren können, bevor es dann anschließend zu seinem ansehnlichen Rebound ansetzte.
Inzwischen ist es sehr wahrscheinlich, dass die
Aktie nochmals bis in diesen Bereich zurückfällt. Sollte dabei dann selbst das Allzeittief bei 1,15 Euro nochmals unterboten werden, dann wäre dies ein erhebliches Warnsignal.
EMFIS.COM - Frankfurt 04.06.2012
Bildquellen: Julia Schwager/Commerzbank AG