Chef von IDS Scheer zeigt sich vorsichtig: "Umsatzziel ist eine Herausforderung" (EuramS)
Softwarehaus sondiert Zukäufe - Operative Marge soll 2010 wieder zweistellig werden
München. Der Chef des Software- und Beratungshauses IDS Scheer blickt mit Vorsicht auf die nächsten Monate: "Wir sehen derzeit in Bezug auf die gesamtwirtschaftliche Lage noch kein Licht am Ende des Tunnels", sagte Vorstandschef Peter Gérard gegenüber Euro am Sonntag laut Vorabbericht (E-Tag: 27.6.2009). Das für 2009 angepeilte Umsatzziel von 370 bis 390 Millionen Euro sei eine "Herausforderung in Zeiten, wo Unternehmen sich schwer tun mit Investitionen." Bei der operativen Marge zeigte sich Gérard jedoch zuversichtlicher, die eigene Vorgabe von sieben bis acht Prozent vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) zu erreichen: "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", sagte er mit Blick auf die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen.
Gérard war im vergangenen Mai aus dem IDS-Aufsichtsrat ausgeschieden und zum 1. September an die IDS-Spitze gerückt. Nach seinem Amtsantritt hatte er dem drittgrößten deutschen Softwarehaus einen Umbau einschließlich des Abbaus von 200 der rund 3000 Stellen verordnet.
Inzwischen sei der Umbau "abgeschlossen", sagte Gérard. Erst vor wenigen Tagen seien die letzten Schulungen im Rahmen der Zusammenlegung von Software- und Beratungsgeschäft in Asien abgeschlossen worden. Zudem sind Controlling und Buchhaltung von bislang 31 auf vier Standorte eingedampft worden. Im nächsten Jahr werde man eine "weitere Optimierung auf zwei der Standorte prüfen", so Gerard. Dann soll auch die operative Marge wieder zweistellig werden. "Wer mich kennt, weiß, dass ich mich mit Halbherzigkeiten nicht zufrieden gebe", sagte er der Wirtschaftszeitung.
Unterdessen sucht das Unternehmen weiter nach geeigneten Übernahmekandidaten. Im Fokus stünden etablierte und profitable Firmen, die IDS technologisch ergänzen und verstärken könnten. Das Umfeld sei derzeit wegen der gesunkenen Preise für Übernahmen "gut", sagte Gérard.
IDS Scheer bietet Software und Beratungen zum Management von Geschäftsprozessen. Im ersten Quartal war der Umsatz um vier Prozent auf 90,2 Millionen Euro gesunken. Der Netto-Gewinn hatte sich jedoch auf 8,2 Millionen Euro verdoppelt.