HOUSTON (dpa-AFX) - Der zweitgrößte US-Öl- und Gaskonzern Chevron will nicht in den heiß umkämpften Markt für Schiefer-Gas einsteigen. Das Unternehmen habe kein Interesse an potenziellen Übernahmen in diesem Bereich, sagte Chevron-Vorsitzender John Watson der "Financial Times" (Montag). Watson, erst seit drei Monaten Chevron-Chef, begründete seine Entscheidung mit zu geringen Renditen in diesem Geschäft. US-Marktführer ExxonMobil (
XOMA)
hingegen hatte sich im vergangenen Dezember mit der milliardenschweren Übernahme der amerikanischen XTO Energy die neue Technologie erschlossen. Ebenso verschafften sich Unternehmen wie die britische BP und BG Group , die norwegische StatoilHydro (StatoilHydro ASA) und die italienische Eni mit Hilfe von Akquisitionen Zugang zu den sogenannten unkonventionellen Gasreserven in Schiefergestein. Grund für das wachsende Interesse sind neue Techniken, mit denen dieses Gas gefördert werden kann. Der Durchbruch der neue Fördertechnologien im vergangenen Jahr hatte die Gaspreise unter Druck gebracht. Nicht zum ersten Mal geht Chevron mit seiner Entscheidung andere Wege als viele Konkurrenten: Das Unternehmen hat sich ebenso aus dem Bieterwettstreit um die Ausbeute irakischer Ölfelder zurückgezogen. Zwar hoffe Chevron, in Zukunft doch noch eine Rolle bei der Ölförderung im Irak zu spielen, derzeit sei das Land aufgrund der instabilen politischen Verhältnisse jedoch keine gewinnbringende Alternative, erklärte Watson. Stattdessen will sich Chevron auf die Öl- und Gasproduktion in Russland konzentrieren./hosvdp/nl/wiz