14.12.2012 06:04
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Stimmung in Japans Industrie so schlecht wie seit 2010 nicht mehr

China-Beziehungen belasten
Die Stimmung unter den japanischen Industriemanagern ist auf den schlechtesten Wert seit März 2010 gesunken.
Das teilte die japanische Zentralbank am Freitag mit. Vor allem die wegen des territorialen Konflikts angespannten Beziehungen mit China hätten sich negativ ausgewirkt. Nach dem sogenannten Tankan-Bericht sank der Stimmungsindex der Großindustrie im Zeitraum zwischen Oktober und Dezember von minus drei Punkten auf minus zwölf. Damit ist die Stimmung schlechter als von Wirtschaftswissenschaftlern erwartet. Sie waren laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur Kyodo im Schnitt von minus zehn Punkten ausgegangen.

     Für das nächste Quartal erwarten die Manager dem Tankan-Bericht zufolge einen leichten Anstieg der Stimmung auf minus zehn Punkte. Aber die Pessimisten, das zeigt der negative Wert, bilden auch weiter deutlich die Mehrheit.

   In den großen Unternehmen des nicht verarbeitenden Gewerbes ist die Stimmung besser. Allerdings gehen die Manager auch hier von einer Verschlechterung ihres Geschäftsumfeldes aus. Der Index sank von plus acht auf plus vier Punkte.

    Die großen Unternehmen beider Bereichen gehen dem Bericht zufolge im noch bis März laufenden Geschäftsjahr von einem Anstieg der Investitionen um 6,8 Prozent aus. Im letzten Quartal waren noch 6,4 Prozent prognostiziert worden.

   Der Streit zwischen China und Japan um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer belastet die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt schwer. China ist Japans wichtigster Handelspartner. Seit anti-japanischen Protesten in Dutzenden chinesischen Städten im September werden dort viele japanische Produkte boykottiert. Die japanischen Exporte nach China waren im Oktober den fünften Monat in Folge zurückgegangen, und zwar um 11,6 Prozent auf knapp 948 Milliarden Yen (8,7 Mrd Euro). Auch die Ausfuhren nach Europa gingen um 20,1 Prozent zurück.

     Der Tankan-Bericht ist eine umfassende Mischung aus Konjunkturanalyse und Stimmungsbericht. Detailliert beantworten rund 10 000 Unternehmen Fragen nach ihren Lagerbeständen, Zwischengewinnen oder zu erwartenden Verlusten sowie zu ihren Investitions- und Personalplänen. Anhand eines Indexes wird die Einschätzung der Unternehmen über ihre Geschäftslage bemessen.

   Für die Regierung von Ministerpräsident Yoshihiko Noda und seine Demokratische Partei DPJ kommt der Stimmungsabschwung vor den Wahlen an diesem Sonntag zur Unzeit. Die DPJ steht laut Umfragen vor dem Machtverlust. Der größten Oppositionspartei, der Liberaldemokratischen Partei LDP, die für eine stärkere Ankurbelung der Wirtschaft und eine weitere Lockerung der geldpolitischen Zügel eintritt, wird hingegen ein Sieg vorausgesagt.

    TOKIO (dpa-AFX)

Bildquellen: istock/si-ki
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