Premierminister Wen Jiabao sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua anlässlich eines Besuchs von Bundeskanzerlin Angela Merkel (CDU), China erwäge ein stärkeres Engagement über die Rettungsinstrumente EFSF und ESM. Die Bemerkung von Wen ist die bislang stärkste öffentliche Andeutung eines chinesischen Regierungsvertreters, dass China seine Investments in die Rettungsfonds aufstocken könnte. Das exportstarke Schwellenland verfügt mit rund 3 Billionen US-Dollar über die weltweit größten Devisenreserven.
Das Staatsfernsehen zitierte Wen indessen mit der Aussage, Europas eigene Anstrengungen seien die Grundlage und der Schlüssel zur Lösung der Staatsschuldenkrise. China habe Vertrauen in die europäische Wirtschaft sowie den Euro und unterstütze die Bemühungen zur Stabilisierung der Gemeinschaftswährung, sagte Wen. China unterstütze auch den Internationalen Währungsfonds und andere Institutionen, die mit der Lösung der Krise befasst seien.
China hat sehr früh EFSF-Anleihen gekauft, um seine hauptsächlich in US-Dollar angelegten Devisenreserven zu diversifizieren. Der genaue Umfang des Engagements ist aber nie veröffentlicht worden. Als die Europäer im Oktober 2011 eine Hebelung des EFSF anstreben, um die finanzielle Feuerkraft des Vehikels zu erhöhen, hatten sich die Chinesen zunächst sehr zögerlich gezeigt.
PEKING (Dow Jones)