EMFIS.COM - Peking 17.03.2011 Anfang März berichtete EMFIS über die Probleme der beiden chinesischen Internet- Giganten, die Suchmaschine Baidu.com und der E-Commerce-Riese Taobao, in den USA.
Sie hatten sich massiven Vorwürfen ausgesetzt gesehen, welche durch US Beamte erhoben hatten. Ihnen wurde vorgeworfen, dass sie auf ihren Seiten Angebote von getürkter Ware und Raubkopien zugelassen haben welche eine regelrechte Piraterie ermöglichen.
Mit dieser Piraterie und Fälschungen untergraben sie die Innovation und Kreativität der Hersteller, sowie die globale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, so Ron Kirk vom Büro der US Trade Representative (USTR). Das führte dazu, dass die Unternehmen auf eine schwarze Liste gesetzt wurden.
Auch wenn im letzten Jahr mehr als 5,7 Millionen in Rechtsverletzungen involvierte Produkte durch Alibabas Tochter Taobao.com gesperrt wurden, reichte das dem US- Handelsvertretungsbüro bei weitem nicht aus..
Die genannten Vorwürfe waren nicht neu und hatten den CEO von Alibaba, David Wei, und den CEO, Elvis Lee, zu einem Rücktritt veranlasst. Sie hatten damit die Verantwortung für einen der größten Betrugsskandale in Chinas Internetgeschichte übernommen.
Von Yu Mingyang, Professor für Brand Marketing an der Shanghai Jiaotong Universität, gab es massive Kritik gegen die chinesischen Unternehmen. Sie seien dabei sich in den internationalen Markt zu integrieren und hätten damit die globalen Spielregeln einzuhalten. Es ist höchste Zeit für Unternehmen, Verbraucher und die Regierung, dem Problem von Plagiaten mehr Bedeutung beimessen, so Yu.
Auch andere Experten aus China warnten vor einer fehlenden Kontrolle gegen gefälschte Produkte.
Diese Produkte würden die Interessen von über hundert Millionen Internetnutzern betreffen und den Ruf des Internets sowie des Landes selbst beschädigen.
Viele Rechtsexperten drängen inzwischen auf eine schnellere Gesetzgebung im elektronischen Geschäftsverkehr, da die jetzige Rechtsprechung gegen Piraterie und den Verkauf von Plagiaten völlig unzureichend seien.
Die Handelsplattform von Alibaba, Taobao.com, hatte die Vorwürfe aus den USA bestätigt und Maßnahmen zur Bekämpfung von Plagiaten angekündigt.
Dieser Ankündigung folgte nun am vergangenen Montag eine Präzisierung dieser Maßnahmen. Wie bei der China Daily zu lesen war, will Taobao in seiner Plagiatsbekämpfung 89 internationale bekannte Marken einbinden. Darunter sind solche wie LV, Gucci oder Apple zu finden.
Gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua erklärte der PR- Verantwortliche, Qiao Beirui, dass eine Arbeitsgruppe für die Überprüfung von Piraterie und Fälschungen aufgebaut wird. Sie wird sich dann speziell mit diesen Fällen zu befassen haben, so Qiao.
Wie wichtig diese Maßnahmen auch im eigenen Land sind, zeigen die Zahlen aus dem vergangenen Jahr. So hat China laut dem China Internet Network Information Center (CINIC) 457 Millionen Internetnutzer und ist damit das Land mit den meisten Usern. Etwa 161 Millionen chinesische IT- Nutzer hätten im vergangenen Jahr Produkte über das Internet erworben, so CINIC. Dabei kam es zu etwa 400.000 Beschwerden. Davon betraf fast ein Viertel den Betrugsbereich und das nur in China.