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Peking 30.11.2011 (www.emfis.de) Sind chinesische Großbanken seriöser als ihre US-Wettbewerber? Die aktuellen Ratings von S&P legen das nahe. Die Ratingagentur hat jetzt aufgrund veränderter Kriterien die Einstufungen von 37 Bankenkonzernen erneut überprüft.
Gestern kam der Paukenschlag: Nachbörslich gab S&P bekannt, dass insgesamt 15 Geldhäuser aus Europa und den USA herabgestuft werden. Die neuen Kriterien der Ratingagentur legen jetzt ein stärkeres Gewicht auf die Krisenfestigkeit der Bankenkonzerne. Allerdings kommen diese Downgrades nicht überraschend. Schon Mitte November hatte Fitch davor gewarnt, dass die Geschäfte der US-Banken von der europäischen Schuldenkrise beeinträchtigt werden könnten. Demzufolge dürfte der Abgabendruck an den US-Börsen im heutigen Handelsverlauf insgesamt begrenzt sein.
Freuen konnten sich hingegen die
Bank of China und die China Construction Bank. Während das Rating der beiden Finanzdienstleister von A- auf A heraufgestuft wurde, hat S&P zudem die Einstufung A für die Industrial & Commercial Bank of China erneut bestätigt.
Chinas Banken betreiben vergleichsweise seriöse Geschäfte
Ausschlaggebend war für die Analysten von S&P die sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass die chinesische Regierung die Kreditanstalten im Krisenfall stützen werde. Analyst Tom Quarmby von Barclays Capital vertrat in einem Interview mit Bloomberg Television zudem die These, dass es beim chinesischen Kreditgeschäft im internationalen Vergleich zwar ein höheres Risiko gebe, was jedoch dadurch kompensiert werde, dass Chinas Banken nicht mit brandgefährlichen exotischen Derivaten hantieren oder Investmentbanking betreiben.
Damit schneiden die drei chinesischen Großbanken besser ab, als der Großteil ihrer internationalen Konkurrenten. Die Ratings von Goldman Sachs, Bank of America und der Citigroup wurden auf A- herabgestuft. Selbst die Einstufung von HSBC, der europäischen Großbank mit Wurzeln in Hongkong, wurde auf A+ nach unten korrigiert.
Die
Aktienkurse der chinesischen Banken konnten heute von dieser Nachricht allerdings nicht profitieren: Die Industrial & Commercial Bank of China verbuchte einen Kursverlust von 2,3 Prozent auf 4,31 Hongkong-Dollar. Die
Aktie von
HSBC Holdings PLC korrigierte 2,0 Prozent auf 57,45 Hongkong-Dollar. Auch der Kurs der Bank of China Ltd fiel an der
Börse Hongkong um 1,6 Prozent auf 2,41 Hongkong-Dollar, während sich die Aktie der
China Construction Bank Corp um 0,7 Prozent auf 5,26 Hongkong-Dollar verbilligte.