Die Aktie markierte mit einem Tagestief von 1,58 Euro den tiefsten Stand seit einigen Monaten. Spekulative Anleger, die den Anstieg seit Jahresbeginn verpasst haben, finden jetzt wieder ein interessantes Einstiegniveau vor. Allerdings sind auch die Risiken keineswegs unerheblich.
Der jüngste Kursrutsch bei der
Commerzbank-Aktie ist natürlich auf die wieder erwachten Sorgen um die finanzielle Stabilität Spaniens zurückzuführen, die auch den Aktienmarkt insgesamt unter Druck gesetzt hat. Trotz der Ausstattung des Rettungsschirms mit gewaltigen finanziellen Mitteln und aller sonstigen marktberuhigenden Maßnahmen droht hier möglicherweise erneut Panik aufzukommen.
Die Schrecken der Schuldenkrise Eine solche Entwicklung wäre natürlich fatal, denn sie würde aufzeigen, dass die Politik der Krise trotz aller Gegenmaßnahmen und Garantien nicht Herr werden kann. Es wären dann auch kaum noch neue Maßnahmen denkbar, mit denen sich die Euro-Schulden-Problematik nachhaltig aus der Welt schaffen ließe. Ob die Lage nun tatsächlich so schlecht ist wie die Stimmung, dürfte sich unter anderem am Donnerstag zeigen, wenn Spanien den Versuch unternimmt, neue Staatstitel am Markt zu platzieren.
Worst-Case-Szenario
Auch die Kursentwicklung der Commerzbank dürfte vorerst vom weiteren Verlauf der Spanien-Krise bestimmt bleiben. Es versteht sich von selbst, dass eine „Neuauflage“ der Schuldenkrise für das angeschlagene Institut ein Worst-Case-Szenario darstellen würde. Wir wissen zwar nicht, wie hoch das Engagement der Commerzbank bei spanischen, portugiesischen und italienischen Anleihen insgesamt noch ist. Im schlimmsten Fall könnten hier aber erneut heftige Wertberichtigungen drohen, die sämtliche bisherige Sanierungserfolge Makulatur werden lassen würden.
Dessen ungeachtet hat die Commerzbank in den vergangenen Monaten ernorme Fortschritte gemacht. Im Fall einer Normalisierung des Finanzmarktumfelds sollte der faire Wert der
Aktie deutlich über dem aktuellen Niveau liegen. Insofern stellt der jüngste Rücksetzer für langfristig denkende Investoren mit einer entsprechenden Risiko-Neigung eine sehr interessante Einstieggelegenheit dar.
Das Risiko hat sich aber zuletzt wieder erhöht, und der Wert ist inzwischen auch charttechnisch angeschlagen. Anleger, die sich einige Commerzbank-Aktien ins Depot legen wollen, könnten den Titel möglicherweise in einigen Wochen noch billiger bekommen.
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Bildquellen: Julia Schwager/Commerzbank AG