FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung der Commerzbank-Volkswirte erst Mitte 2013 auf Touren kommen. Im laufenden Winter droht zunächst noch eine schrumpfende Wirtschaftsleistung, hieß es in der Konjunkturprognose, die am Freitag veröffentlicht wurde. Wegen der Konjunkturflaute in den Wintermonaten und der Unsicherheit im Zuge der Euro-Schuldenkrise rechnen die Ökonomen für 2013 nur mit einem leichten Wirtschaftswachstum in Deutschland von 0,5 Prozent. Die Commerzbank-Volkswirte bestätigen damit die Prognose vom August.
Ab der zweiten Jahreshälfte 2013 werde die größte europäische Volkswirtschaft stärker an Fahrt gewinnen und die Commerzbank prognostiziert für 2014 ein "stattliches" Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,5 Prozent. Die Experten setzen bei ihrer Einschätzung allerdings voraus, dass sich die Lage in der Eurozone dank der jüngsten Maßnahmen der Europäischen Zentralbank weiter verbessert.
Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer zeigte sich mit Blick auf die Euro-Schuldenkrise vorsichtig optimistisch. Es gebe "Anzeichen für ein Abklingen der Staatsschuldenkrise". Dies zeige sich unter anderem in einem Rückfluss privater Gelder in die Krisenstaaten der Eurozone. Allerdings: Noch "trauen die Unternehmen dem Frieden nicht". Krämer verwies hierzu auf den Rückgang der Ausrüstungsinvestitionen trotz steigender Exporte.
Für den Euroraum erwartet die Commerzbank im kommenden Jahr ein Stagnation beim Wirtschaftswachstum. Erst 2014 dürfte die Konjunktur im Währungsraum wieder Fahrt aufnehmen und die Experten erwarten eine Zunahme des BIP um 1,5 Prozent. "Im gesamten Euroraum dürfte die Wirtschaftsleistung noch stärker und länger unter der Unsicherheit, die von der Staatsschuldenkrise ausgeht, zu leiden haben", kommentierte Chefvolkswirt Krämer./jkr/jsl